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Agrarwende

  • Agrarindustrie zu einer krisenfesten, ökologischen Landwirtschaft umbauen.
  • Die Versorgung der Menschen mit Agrarprodukten und Lebensmitteln muss am Gemeinwohl orientiert sein, nicht an den Profiten der Lebensmittelkonzerne.
  • Übergewinnsteuer für Agrar- und Lebensmittelkonzerne.
  • Gute Löhne und soziale Sicherheit für alle, die in der Landwirtschaft arbeiten.

Unsere Vision

Die Preise für Nahrungsmittel explodieren. Viele Menschen wollen sich gesund und mit gutem Gewissen ernähren, können es sich aber nicht leisten.  DIE LINKE kämpft für eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft, die nicht große Konzerne in den Mittelpunkt stellt, sondern die Versorgung der Menschen mit guten Lebensmitteln. Landwirtschaft, die das Klima und die Natur schont und mit dem Tierschutz vereinbar ist. Und dafür, dass die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, davon gut leben können.

"Wir haben es satt!" Demo 2019

Für eine sozial-gerechte und ökologische Landwirtschaft

Die industrialisierte Landwirtschaft belastet das Klima, die Lebensqualität der Menschen und bedroht die biologische Vielfalt auf dem Planeten. Dünger und Pestizide gefährden unsere Gewässer. Die Böden werden weniger fruchtbar und können Wasser- und Kohlenstoff schlechter speichern. Das führt zu mehr Waldbränden. Die Tierproduktion verbraucht viel Fläche und schadet dem Klima.

Immer mehr Menschen wollen sich gesund ernähren, dabei Klima sowie Natur schützen und dies nicht auf Kosten der Ärmsten. Eine große Mehrheit lehnt Massentierhaltung ab und will ökologisch gesunde Wälder. Eine ausreichende Versorgung mit gesundem Essen gehört zu einem Leben in Würde dazu. Deswegen ist es für uns selbstverständlich, dass der ökologisch gebotene Umbau der Landwirtschaft nicht diejenigen belasten darf, die auch heute schon einen Großteil ihres Einkommens für Essen und Miete aufwenden müssen. Die Bedarfssätze aller Sozialleistungen, von der Grundsicherung über Kindergeld hin zum BAföG müssen mit den Lebenshaltungskosten mindestens Schritt halten und auch der Mindestlohn muss auf ein Niveau steigen, auf dem sich jeder ohne Not von nachhaltig produzierten Lebensmitteln ernähren kann. Agrar- und Lebensmittelkonzerne, die sich in der aktuellen Krise die Taschen voll machen, bitten wir zu Kasse und schöpfen die Übergewinne ab.

Die Richtlinien der Europäischen Union stärken eine Orientierung auf intensive Landwirtschaft, Exporte und Gewinne. Das zerstört unsere Natur und raubt vielen Bäuerinnen und Bauern bei uns und in den Ländern des globalen Südens die Existenzgrundlage. DIE LINKE will die Exportstrategie in der Agrarpolitik beenden. Wir wollen eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt auf regionaler Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung statt globalisierter Agrarmärkte. Wir wollen, dass die Versorgung der Menschen mit Agrarprodukten und Lebensmitteln am Gemeinwohl orientiert ist und nicht vor allem an den Profiten der Lebensmittelkonzerne.

Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten wollen wir eine ökologisch, gemeinwohlorientierte Landwirtschaft gestalten, von der sie gut leben und wir uns gut ernähren können – in Deutschland und weltweit. 


DIE LINKE fordert

  1. 1

    Bauernland gehört nicht in Investorenhand. Nicht in Deutschland und nicht in Ländern des Globalen Südens. Wir wollen öffentlichen Besitz an land- und forstwirtschaftlichen Flächen stärken und Landraub verhindern. Ein öffentlicher Bodenfonds soll an nachhaltig wirtschaftende, ortsansässige Agrarbetriebe zu fairen Konditionen verpachten.

  2. 2

    Genossenschaftliche und gemeinnützige Nutzung wollen wir fördern, die Bodenpreise deckeln. Damit sichern wir regionale Nahrungsproduktion, ökologischen Umbau und die Zukunft von Landwirt*innen.

  3. 3

    Wir wollen Anbausysteme fördern, die Klima, Böden, Tiere und Pflanzen besonders schützen. DIE LINKE setzt sich für eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ein: Zahlungen müssen an Umwelt- und Sozialkriterien und an den Tierschutz gebunden werden.

  4. 4

    Wir wollen eine Tierhaltung, die flächengebunden und auf die einheimische Nachfrage bezogen ist. Für Regionen und Standorte führen wir Bestandsobergrenzen ein. Megaställe lehnen wir ab. Die heimische Produktion von Tierfutter, regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen wollen wir stärken.

  5. 5

    Qualzucht und medizinisch nicht nötige Eingriffe an Tieren (z.B. Schnäbel, Hörner stutzen) wollen wir verbieten. Der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft muss auf kranke Tiere nach ärztlicher Verschreibung begrenzt werden. Tiere dürfen nicht länger als 4 Stunden transportiert werden. Sie müssen den am nächsten gelegenen Schlachthof ansteuern.

  6. 6

    Wir setzen uns für gute Arbeitsbedingungen und Einkommen durch flächendeckende Tarifverträge in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft ein. Auch in der Landwirtschaft muss man von der Arbeit gut leben können – als Familienarbeitskraft, in der Saisonarbeit und in (kurzer) Vollzeit.

  7. 7

    Wir wollen Transparenz und ein strenges Regelwerk für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. In der EU nicht zugelassene Pestizide und Pestizidwirkstoffe dürfen weder in Deutschland produziert noch exportiert werden.

  8. 8

    DIE LINKE will Patente auf Leben verbieten. Alte Pflanzensorten und Tierrassen wollen wir erhalten und freie Nachbaurechte sichern. Anbau und den Handel mit gentechnisch veränderten Pflanzen wollen wir verbieten. Lebensmitteln, die aus geklonten Tieren und ihren Nachkommen hergestellt werden, müssen gekennzeichnet werden.

  9. 9

    Öffentliche Einrichtungen sollen Lebensmitteln aus regionaler und ökologischer Landwirtschaft beschaffen. Für Kitas und Schulen wollen wir kostenfreie, ökologisch wertvolle Verpflegung!

  10. 10

    Lebensmittelverschwendung wollen wir stoppen. Wir setzen uns für ein sofortiges Wegwerfverbot für zum Verzehr geeigneter Lebensmittel ein. In allen Bereichen der Wertschöpfungskette. ‚Containern‘ - das Retten von noch genießbaren


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