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Kiel

Wohnungsmarktbericht offenbart Versagen der Stadt

Der in der heutigen Sitzung der Ratsversammlung vorgelegte Wohnungsmarktbericht stellt Kiel ein geradezu vernichtendes Urteil aus. „Zuerst wurde von Verwaltung und Ratsmehrheit jahrelang vergeblich darauf gesetzt, dass der Markt die Probleme auf dem Kieler Wohnungsmarkt schon irgendwie regeln würde, inzwischen versagt die Stadt hier in eigener Regie!“, regt sich Burkhardt Gernhuber, wohnungspolitischer Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE, auf.

 

Schon in der im Januar 2016 vorgelegten Beschlussvorlage „Wohnraumversorgung der Landeshauptstadt Kiel“ wurde bis 2025 einen Mindestbedarf von 8.000 zusätzlichen Wohnungen prognostiziert – die Zuwanderung durch Geflüchtete war darin ausdrücklich noch nicht berücksichtigt.

Passiert ist seitdem einerseits erschreckend wenig: Von Ende 2015 bis Ende 2019 sind in Kiel laut dem vorliegenden Bericht nicht einmal 2.700 Wohnungen entstanden.

Andererseits aber auch erschreckend viel: Die Zahl der Wohnungsnotfälle ist im gleichen Zeitraum kontinuierlich weiter, um insgesamt fast 63%, gestiegen, der Sozialwohnungsbestand ist ebenfalls kontinuierlich weiter gesunken, die durchschnittlichen Mietpreise (Nettokaltmieten) sind um fast 14% gestiegen (und damit fast doppelt so stark wie im gesamtdeutschen Durchschnitt).

Und in dem Bericht ist eben nur der Zeitraum bis Ende 2019 erfasst. Seitdem hat sich die Lage, wie zum Beispiel der aktuelle Mietspiegel zeigt, noch einmal dramatisch weiter zugespitzt.

„So kann es einfach nicht weitergehen! Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, deren ganz existentielle Grundversorgung in zunehmendem Maße nicht mehr gewährleistet ist. Dieser Bericht zeigt: Wenn wir nicht endlich ganz schnell und entschlossen gegensteuern und dafür auch entsprechendes Geld in die Hand nehmen, wird Wohnen für immer mehr Menschen in Kiel zu einem Luxusgut. Wir zumindest sind nicht bereit, das hinzunehmen!“, so Gernhuber abschließend.

 

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