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Aachen

Wohnst du schon oder besetzt du noch?

Lange Schlangen vor Hauseingängen. Wartende Menschen, die Lebensläufe und Verdienstbescheinigungen in Mappen mit sich führen. Das Szenario beschreibt nicht das Bewerbungsverfahren um eine begehrte Arbeitsstelle, es ist absurder Alltag bei der Wohnungssuche in deutschen Großstädten – auch in Aachen.

„Verlierer sind diejenigen, die es sowieso schon schwer haben im Leben“, fasst Vanessa Heeß, Kreissprecherin der Linken Städteregion Aachen, zusammen. „Menschen mit wenig Geld, Alleinerziehende und sozial Benachteiligte haben auf dem Wohnungsmarkt keine Chance.“ 

Preiswerter Wohnraum ist rar geworden, die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr. Viele Wohnungen fallen aus der Sozialbindung, Neubauten entstehen überwiegend im oberen Preissegment. 

Kein Wunder also, dass die Wut der Bürgerinnen und Bürger steigt. Wohnen ist Menschenrecht, für die Sicherstellung ist die Politik in der Pflicht. Getan hat sich in Aachen leider wenig, obwohl das Problem spätestens seit der Jahrtausendwende bekannt ist. Seit dem Wochenende greifen auch in unserer Stadt junge Menschen nun zu außergewöhnlichen Mitteln, um auf die unhaltbare Situation aufmerksam zu machen. Sie besetzen ein leerstehendes Haus. „Dabei hat es an guten Ideen nie gemangelt“, ergänzt Fraktionsvorsitzender Leo Deumens, „aber die Vorschläge der Oppositionsfraktionen wurden von wechselnden Ratsmehrheiten nie aufgegriffen.“ 

Insbesondere die Sanktionierung von leerstehendem Wohnraum zu Spekulationszwecken ist ein wirkungsvolles kommunales Instrument, damit Eigentümer sich an ihre im Grundgesetz verankerte Pflicht erinnern. 

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