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Köln

Menschen mit Behinderung sind schwer in Ordnung -

Die Stadt Köln wird zukünftig besondere Ausweishüllen für den Schwerbehindertenausweis zur Verfügung stellen. Auf ihnen ist ein Aufdruck „Schwer-in-Ordnung" genau dort angebracht, wo auf dem Ausweis selbst das Wort „Schwerbehinderten" von „Schwerbehindertenausweis" steht. Die kostenlosen Hüllen sind für jede Kölnerin und Kölner, die einen  Schwerbehindertenausweis besitzen, und einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis" haben möchten, gedacht.

 

Dieser Antrag von DIE LINKE, SPD und BUNT kam auf Initiative der LINKEN zustande und fand gestern im Sozialausschuss eine Mehrheit, weil CDU, Grüne und FDP sich bei der Abstimmung enthielten. Zuvor hatte die StadtAG Behindertenpolitik denselben Beschluss gefasst. Der Schwer-in-Ordnung-Ausweis geht auf eine Idee von Hannah Kiesbye, einer Schülerin mit Behinderung, zurück.

 

Dazu erklärt Jörg Detjen, Fraktionsvorsitzender der LINKEN: „Behinderung ist kein Fehler im menschlichen Bauplan, der korrigiert werden muss. Das Bewusstsein setzt sich langsam durch, dass Unterschiede zwischen den Menschen anerkannt und akzeptiert werden müssen. Wir müssen lediglich die Barrieren für Menschen mit Behinderung aus dem Weg räumen, so wie wir Dolmetscher für Menschen mit Sprachbarrieren zur Verfügung stellen."

 

Jörg Detjen führt das aus: „Inklusion lässt sich nicht von oben verordnen. Sie ist ein Lebensgefühl. Der Schwer-in-Ordnung-Ausweis entspricht diesem Lebensgefühl, weil er Behinderung entdramatisiert. Dahinter steckt ein neu erwachtes Selbstbewusstsein vieler Menschen mit Behinderung. Sie fordern einerseits Unterstützung bei der Überwindung von Barrieren ein. Andererseits halten sie ihre Behinderung nicht für das Wichtigste in ihrem Leben. Viele von ihnen sind uns dabei weit voraus."

 

„Wir sind froh, dass es Köln nun auch vielen anderen Städten gleichtut", resümiert Jörg Detjen. „Nun sagt sie jedem, der so eine Hülle möchte, respektvoll und wertschätzend: 'Sie sind schwer in Ordnung, so wie sie sind!ʼ"

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