Hessen - Frankfurt

Gewalt ist nie privat - DIE LINKE fordert stärkere finanzielle Unterstützung für Frauenhäuser

In der letzten Woche machte ein Flugblatt in den städtischen Verkehrsmitteln auf den heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam. Mit dieser Aktion informierte der Arbeitskreis Frauen im Präventionsrat über Gewaltschutz und das Angebot an Beratungsstellen in Frankfurt. Eine gleichzeitige Umfrage ergab, dass viele Frauen immer noch nicht ausreichend über das geltende Gewaltschutzgesetz informiert sind. Die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Römer, Zehra Ayyildiz, sieht dieses Defizit und macht auf die besondere Betroffenheit von Frauen als Opfer häuslicher Gewalt aufmerksam.

„Ich begrüße ausdrücklich die Umfrageaktion in der Frankfurter U-Bahn. Vor allen Dingen sind unter den Opfern häuslicher Gewalt viele Migrantinnen, auch diejenigen, die im Rahmen des Familiennachzuges noch keinen eigenen Aufenthaltsstatus erworben haben.“ Daher fordert DIE LINKE. in diesem Zusammenhang ein Arbeits- und Aufenthaltsrecht unabhängig vom Ehepartner sowie eine stärkere finanzielle Unterstützung und Absicherung für die Frauenhäuser in Frankfurt.

Die Polizeistatistik in Frankfurt hat 1263 Fälle häuslicher Gewalt im vergangenen Jahr registriert. Viele Frauen flüchten aufgrund der unhaltbaren Situation zuhause in ein Frauenhaus. 2007 waren 62 % der Bewohnerinnen im Frauenhaus des Vereins Frauen helfen Frauen Migrantinnen. Bei Frauen mit Migrationshintergrund besteht ein spezieller Bedarf an Betreuung und ein Mehrbedarf an Personal. Intensive Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Hilfe bei der Orientierung im deutschen Behördendschungel, Hilfe beim Spracherwerb, um nur einige Punkte zu nennen, müssen hier geleistet werden. „Dieser erhöhte Beratungs- und Betreuungsbedarf ist mit hohem Zeitaufwand verbunden, mehr Personal ist notwendig. Die Stadt Frankfurt ist in der Pflicht mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um diesem Bedarf Rechnung zu tragen“, so Zehra Ayyildiz. DIE LINKE. im Römer wird zur Unterstützung dieser Forderung einen Etatantrag für 2009 stellen.

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