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ENERCON verdient Abmahnung

Angesichts der jüngsten Berichte über die Unterdrückung von Betriebsräten bei ENERCON fordert LINKEN-Ratsherr der Stadt Aurich Hendrik Siebolds politische Konsequenzen. Die von der ENERCON-Führung drangsalierten und bedrohten Betriebsratskandidaten und deren Wähler bräuchten dringend politische Unterstützung, insbesondere von der hiesigen Kommunalpolitik. Es dürfe nicht länger sein, dass der Rat der Stadt Aurich weiter stillschweigend gerne die Gewerbesteuermillionen von ENERCON annehme, vor den Missständen in der Firma aber die Augen und Ohren verschließe.

Die örtlichen Politiker aller Fraktionen, im Rat, im Kreistag und auf Landes- und Bundesebene müssten nun ENERCON ganz deutlich machen, dass man eine solch arbeitnehmer- und demokratiefeindliche Unternehmensführung missbillige und verurteile. Die Politiker könnten dies einzeln, aber auch in Form einer gemeinsamen Resolution zum Ausdruck bringen. ENERCON verdiene eine klare Abmahnung.

 

Siebolds fordert die Ratsmitglieder auf, nunmehr die Beteiligung ENERCONs an den Auricher Stadtwerken GmbH ernsthaft in  Frage zu stellen. Die öffentliche Hand dürfe nicht mit einer Firma zusammenarbeiten, die mit Methoden des vorletzten Jahrhunderts die Mitbestimmung unterdrückt, die Existenz und die Gesundheit von Arbeitern gefährdet und sich über Gesetze hinwegsetzt. Die Stadt mache sich bei einer Zusammenarbeit mit ENERCON moralisch mitschuldig. Erschwerend käme hinzu, dass ENERCON einen großen Teil seiner Arbeiter schlecht bezahlt und fast ausschließlich nur über Leiharbeitsfirmen beschäftigt.

Die Arbeitern und Betriebsratskandidaten, die dagegen aufbegehren und sich nun auch an die Öffentlichkeit wagen, verdienten großen Respekt und Anerkennung für ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit. Sie bräuchten breite öffentliche und politische Rückendeckung.

„Ich habe in den vergangen Jahren im Rat viele Beschlüsse mitgetragen um ENERCON hier zu entwickeln, im Interesse von Arbeitsplätzen und Umweltschutz. Der Rat ist bis an den Rand der Rechtsbeugung gegangen, um ENERCON den Weg zu ebnen. Alles wurde für den Konzern getan. Nun aber ist es auch unser Recht und unsere Pflicht einem Geschäftspartner mal kritisch die Meinung zu sagen!“, so Siebolds.