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Köln

Einschulungsbeihilfe wichtig für Familien mit wenig Geld

Im Schulausschuss der Stadt Köln legte die Verwaltung Zahlen zur Einschulungsbeihilfe 2012/13 vor. Eltern, die einen Köln-Pass besitzen, konnten auch zum Schulstart in 2012 bis zu 100 Euro beantragen. Bei Einführung dieser Leistungen im Jahr 2009 waren es noch 160 Euro. Damit wird die Anschaffung von Schulranzen, Mäppchen, Turnsachen etc. unterstützt. Für die Bewilligung des Geldes müssen die Antragsteller Quittungen vorlegen. Die Einführung der Erstausstattung geht auf einen Ratsantrag der LINKEN vom Februar 2009 zurück.

An 967 antragstellende Eltern wurden 2012/2013 insgesamt 92.883,70 Euro ausgezahlt. Das entspricht ca. 96 Euro pro Kind. 11% aller Kölner I-Dötzchen haben die Einschulungsbeihilfe in Anspruch genommen. 79 Anträge wurden abgelehnt, weil die Kinder in eine weiterführende Schule wechselten.

Dazu erklärt Gisela Stahlhofen, Fraktionssprecherin DIE LINKE im Rat von Köln: „Die Einschulungsbeihilfe wird von vielen Eltern dringend benötigt. Sie ist ein wirksames Mittel gegen die Folgen von Kinderarmut. Wir brauchen mehr solche unbürokratischen Hilfen. Im Arbeitslosengeld II sind für Papier und Schulmaterial 1,79 Euro pro Monat vorgesehen. Um damit die durchschnittlich ausgezahlten 96 Euro aufbringen zu können, müsste ein Elternpaar viereinhalb Jahre sparen.“

Gisela Stahlhofen weiter: „Viele Berechtigte nehmen die Hilfe nicht in Anspruch. 23 % der unter 6-Jährigen in Köln leben in ALG II-Bedarfsgemeinschaften. Zählt man weitere Leistungsberechtigte wie Asylbewerber oder Geringverdiener dazu, müssten viel mehr Kinder den Zuschuss in Anspruch nehmen. Es muss noch einmal intensiv über die Informationswege nachgedacht werden. Denn arme Kinder haben nichts zu verschenken.“

Oswald Pannes, Mitglied für DIE LINKE im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, ergänzt: „Im deutschen Schulsystem werden Kinder aus armen Familien nachweislich benachteiligt und ihnen die gleichen Chancen verwehrt. Mit der Einschulungsbeihilfe können sich Kindern von Arbeitslosen und Geringverdienern gutes Schulmaterial und eine rückenschonenden Schulranzen leisten. Sie dürfen nicht aufgrund ihrer ärmlichen Erstausstattung zu Außenseitern werden. Wir halten aber eine Wiederaufstockung auf 160 Euro für nötig. Diese Zahl geht auf den AWO Kinderfonds zurück, der die Kosten für eine Erstausstattung berechnete.“

Diese Leistung können auch Kinder in Anspruch nehmen, die im August 2013 eingeschult werden. Ein entsprechender Antrag muss beim Amt für Soziales und Senioren gestellt werden. Die Formulare werden über die Kölner Grundschulen verteilt.  

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