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Köln

Coronataugliche Jugendevents unter freiem Himmel werden geprüft

Im heutigen Jugendhilfeausschuss der Stadt Köln verabschiedeten die fünf demokratischen Fraktionen DIE LINKE, SPD, CDU, Bündnis 90 / Die Grünen sowie die FDP auf Initiative der LINKEN einen gemeinsamen Antrag. Die Verwaltung soll prüfen, inwieweit an Wochenenden die Stadt auf weitläufigen Plätzen unter freiem Himmel Jugendevents anbieten kann. Dort sollen Jugendliche in geschütztem Rahmen unter Wahrung der Hygieneregeln zusammenkommen und eine tolle Zeit verbringen können.

Dazu erklärt Franco Clemens, für DIE LINKE im Jugendhilfeausschuss und praxiserfahrener Streetworker im Umland:

„In der Coronapandemie ist Jugendarbeit nur stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Viele Angebote sind weggefallen. Aber Jugendliche brauchen das Zusammensein und gemeinsame Erlebnisse mit Gleichaltrigen. Gleichzeitig sind sie leichtsinnig und nehmen das Coronavirus nicht so ernst, wie es nötig wäre. Deswegen soll die Verwaltung jetzt prüfen, ob wir Jugendlichen mit kleinen, dezentralen Veranstaltungen ein attraktives Angebot machen können, auf dem sie das Feiern unter Coronaregeln einüben können.

Dort kann man auch gezielt den Argumenten der Coronaleugnern entgegentreten. Viele sprechen gezielt Jugendliche an, um sie für ihre demokratiefeindlichen Verschwörungstheorien zu gewinnen.“

Franco Clemens erläutert:

„Wir wollen zunächst ein Pilotprojekt an drei unterschiedlichen Standorten prüfen. Angesprochen werden sollen Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Veedel im Alter von 15-20 Jahren. Ein Begleitprogramm aus lokalen Akteuren wie Schülerbands, kleine Kulturbeiträge, mobile Fußball- und Sportangebote sowie freies WLAN ziehen Jugendliche an. Jugendzentrumsmitarbeiter und Streetworker können Jugendliche an die Einhaltung von Hygieneregeln erinnern. Mithilfe von pädagogischen Anreizen wie einem ‘Maskenball’, der den schönsten Mund-Nasenschutz prämiert, werden Coronaregeln positiv besetzt. Das steigert deren Akzeptanz.“

Heiner Kockerbeck, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE ergänzt:

„Besonders Jugendliche aus Familien mit geringerem Einkommen und solche, die sich gerne in der Öffentlichkeit treffen, sind von den Einschränkungen der Pandemie hart getroffen. Die Stadt sollte ihnen nicht-kommerzielle Angebote machen, sich unter Beachtung des Infektionsschutzes zu treffen und gemeinsam Bands aus ihrem Veedel zu erleben. Das ist weit besser, als vor allem auf hohe Geldstrafen zu setzen.“

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