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NRW - Bochum

Arme gehen weniger zur Wahl

„Der neue Sozialbericht macht die Unterschiede in Bochum sehr deutlich“, so Ernst Lange, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Rat. „Das Schlimme ist, dass die Schere immer weiter auseinander geht“. Das nehme den Armen auch ein Stück Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenslage und senke auch die Motivation zur politischen Teilhabe.

Das ist eines der Ergebnisse des gerade vorgelegten Sozialberichts für Bochum, aber auch, dass Arme ärmer und Reiche reicher werden. Auf Einladung der LINKEN im Rat stellt Dr. Gabriele Fuchs, die Leiterin der Stabstelle Sozialplanung, am Mittwoch, den 28. Mai die ungleichen Chancen bei Bildung, Einkommen und Arbeit in den Bochumer Stadtteilen dar. Die Info- und Diskussionsveranstaltung findet um 18.00 Uhr im Büro der LINKEN, Universitätsstr. 39 statt.

„Der neue Sozialbericht macht die Unterschiede in Bochum sehr deutlich“, so Ernst Lange, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Rat. „Das Schlimme ist, dass die Schere immer weiter auseinander geht“. Das nehme den Armen auch ein Stück Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenslage und dass senke auch die Motivation zur politischen Teilhabe. „Wenn in Stiepel die Wahlbeteiligung bei 78,2 % liegt und in Goldhamme/Stahlhausen nur bei 58,6 %, dann heißt das auch, dass Reiche mehr mitbestimmen, mehr politischen Einfluss haben. Umgekehrt sehen wir als LINKE die geringe Wahlbeteiligung als Ausdruck von Resignation. Viele Menschen haben das Vertrauen in die gewählten PolitikerInnen verloren, Wahlen machen für sie keinen Sinn mehr. Dieses Vertrauen müssen wir zurück gewinnen“, mahnt Lange.

Armut ist in Bochum höchst ungleich verteilt: Beziehen im Durchschnitt 13,7 % aller BochumerInnen Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, so sind es in kinderreichen Haushalten 32,3 %, unter den Alleinerziehenden sogar 38,3 %. Kinder stellen auch in Bochum ein wesentliches Armutsrisiko dar. Geradezu dramatisch stellt sich die Situation ausländischer Kinder und Jugendlicher dar: Mehr als die Hälfte ist von Armut betroffen.

Umgekehrt hat das Lebensumfeld einen wesentlichen Einfluss auf die Bildungschancen von Kindern. So wechseln ca. 40 % der Bochumer GrundschülerInnen aufs Gymnasium, in dem besonders benachteiligten Ortsteil Goldhamme/Stahlhausen sind es weniger als 12 %, im reichen Stiepel mehr als 65 %.

Dramatisch sind die Zahlen zum Bildungsstand ausländischer Kinder. „Während allgemein der Anteil der Kinder, die von der Grundschule aufs Gymnasium wechseln steigt, ist er bei ausländischen Kindern allein im letzten Jahr um 3 % gesunken“, zeigt sich Ernst Lange tief besorgt. „Für die LINKE ist es Aufgabe der Politik, zur Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen und Chancengleichheit beizutragen. Der Bochumer Sozialbericht zeigt auf, wie groß die zu lösenden Probleme sind.“

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