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Katja Kipping

Lesefähigkeit von Grundschulkindern sinkt, soziale Spaltung im Bildungssystem steigt

Die heute vorgestellte Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) zeichnet ein dramatisches Bild: Immer mehr Kinder können nach der Grundschule nicht richtig lesen. Im Jahr 2016 stieg der Anteil auf 18,9 Prozent, 2001 lag noch er bei 16,9 Prozent. Zudem ist der Anteil der Kinder, die gern lesen, im gleichen Zeitraum um fünf Prozentpunkte auf rund 70 Prozent abgesunken. Gestiegen ist hingegen die soziale Spaltung im Bildungssystem: Oberschichtkinder haben im Vergleich zu Kindern aus sozial schwächeren Elternhäusern 2016 eine 3,4 Mal so hohe Chance auf eine Gymnasialempfehlung. 2001 war sie "nur" 2,6 Mal so hoch. Gleichzeitig nimmt die Zahl der öffentlichen Bibliotheken ab: In den letzten zehn Jahren wurde fast jeder achte öffentliche Bibliotheksstandort in Deutschland geschlossen. In Sachsen war es sogar jeder sechste. Dabei ist das Interesse der Nutzerinnen und Nutzer sogar gestiegen: Pro Jahr werden heute fast zehn Millionen mehr Entleihungen getätigt als noch vor zehn Jahren. Auch in Sachsen stieg die Zahl um fast eine halbe Million Ausleihen. Dazu erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Die IGLU-Ergebnisse stellen der Bildungspolitik in Deutschland ein drastisches Armutszeugnis aus: Die Lesefähigkeit von Grundschulkindern sinkt, immer weniger Kinder lesen gern, dafür steigt soziale Spaltung im Bildungssystem. Statt alle Kinder so zu fördern, wie sie es brauchen, verschärft das Bildungssystem weiter die soziale Auslese.

Ganz egal welche technologischen Innovationen die Zukunft auch bringen wird, Lesen und Schreiben werden immer zu den Grundkompetenzen gehören, mit denen Kinder die Welt begreifen und erfassen können. Umso wichtiger ist es, dass diese Fähigkeiten bei allen Kindern entsprechend gefördert werden. Dazu braucht es mehr Personal in Kitas und Schulen, aber auch flächendeckend wohnortnahe Bibliotheken. Das Bibliothekssterben darf nicht weitergehen, das ist nicht nur eine Frage der Kultur, sondern auch der Demokratie.

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