Clara-Zetkin-Preis 2026

Die Linke würdigt mit dem Clara-Zetkin-Preis jährlich ein feministisches Projekt oder eine Einzelperson, das oder die die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern in der Gesellschaft befördert, sich für Frauenrechte einsetzt oder für ein schönes Leben für alle ohne Patriarchat kämpft.
Wir holen mit dem Clara-Zetkin-Preis der Linken feministische Arbeit dahin, wo sie hingehört: Ins Rampenlicht!
Und das Beste: Es ist ein ganzes Wochenende mit feministischen Aktionen, Filmen und Vernetzung geplant!
Was erwartet dich beim CZP 2026?
Verleihung Clara-Zetkin-Preis
Samstag, 28.02.2026, 18:30 Uhr (Einlass 18 Uhr)
Mojo Club, Reeperbahn 1, Hamburg
Mit Cansu Özdemir (MdB) und Kathrin Gebel (MdB)
Musik von Finna (Rap)
Bitte hier anmelden.
Party: LOUDER THAN PATRIARCHY
Samstag, 28.02.2026, 21 Uhr
Mojo Club, Reeperbahn 1, Hamburg
Mit: yung_womb und DJ Maik Brückner (MdB)
Bitte hier anmelden.
Feministischer Filmabend
Sonntag, 01.03.2026, 18 Uhr
LADEN4, Reimerstwiete 3, Hamburg
Dokumentarfilm: Tevî her tiştî, Trotz alledem (Robert Krieg, 2025)
Veranstaltet von der LAG Feminismus Hamburg ✨
Ausschreibung des Clara-Zetkin-Preises
Die Linke verleiht 2026 zum sechzehnten Mal den Clara-Zetkin-Preis, mit dem herausragende feministische Leistungen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden.
Dieser Preis ist nach Clara Zetkin benannt. Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen zusammen mit der Genossin Käte Duncker die Einführung eines internationalen Frauentages. Clara Zetkin setzte sich beharrlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ein. 1892 wurde sie als Herausgeberin der Zeitschrift "Die Gleichheit" aktiv. Clara Zetkin vertrat konsequent die Unteilbarkeit politischer und sozialer Rechte für Frauen.
Die Verleihung des Preises soll die Beachtung für das eigensinnige und uneigennützige Engagement gegen Sexismus und Patriarchat in der Öffentlichkeit erhöhen und alle ermutigen, die eigenen Fähigkeiten und Kräfte für eine gerechtere feministische Gesellschaft einzusetzen.
Ob als Aktivist*innen auf der Straße, im Netz, in der betrieblichen Organisierung, in einer sozialen Bewegung oder in prekären Jobs, ob in der Pflege, im Ehrenamt, im sozialen Umfeld - Feminist*innen leisten Tag für Tag Großartiges für ein solidarisches, lebendiges und kreatives Gemeinwesen. Anerkennung und öffentliche Debatte dafür bleiben noch zu oft auf der Strecke. Der Clara-Zetkin-Preis verweist auf diese Lücke und soll Anregung sein, mehr Erfolge im feministischen Kampf durchzusetzen – ganz im Sinne Clara Zetkins!
Wer kann sich bewerben?
Mit dem Preis wird ein aktuelles Projekt oder die Initiative einer Frau ausgezeichnet. Es können sich Initiativen oder Projekte für den Frauenpreis selbst bewerben oder von Parteimitgliedern der Linken vorgeschlagen werden. Mit dem Preis kann kein Parteiengagement, das sich ausschließlich innerhalb der Partei Die Linke entfaltet, gewürdigt werden.
Wer wählt die Finalist*innen aus?
Eine Jury wählt die Finalist*innen unter den Projekten und Einzelpersonen aus und kürt daraus eine*n Gewinner*in. Die Jury besteht aus:
- Nina Eumann (Parteivorstand der Linken, zuständig für Frauen-/Gleichstellungspolitik und Queerpolitik)
- Kathrin Gebel (Frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag)
- Candy Boldt-Händel (Parteivorstand der Linken, zuständig für Frauen-/Gleichstellungspolitik und Queerpolitik)
- Ein*e Vertreter*in des Studierendenverbands Die Linke.SDS
- Ein*e Vertreter*in des Jugendverbands linksjugend ['solid]
- Ein*e Vertreter*in der Bundesarbeitsgemeinschaft LISA
Was haben die nominierten Projekte und Initiativen davon?
Aus allen Einreichungen werden fünf Projekte oder Einzelpersonen nominiert und zur Preisverleihung eingeladen. Vor Ort erhalten die Projekte oder Einzelpersonen die Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen.
Das Preisgeld beträgt 2.500 Euro.
Die Nominierten 2026
RomaniPhen e.V.
Als Selbstorganisation sind wir vornehmlich im Bildungsbereich, in der Wissens- und Kulturproduktion tätig. Wir arbeiten im Bereich der außerschulischen historischen und politischen Bildung, an rassismuskritischen Fortbildungen von Fachkräften und Multiplikator*innen, an der Erarbeitung und Vermittlung von Bildungsmaterialien. Wir stellen die feministische Mädchenarbeit, romani bezogene Veranstaltungen und Vernetzung von Aktivist*innen sowie die Wertschätzung und Verbreitung von romani Wissensbeständen ins Zentrum unserer Arbeit.
Entstanden ist der RomaniPhen e.V. ende 2018 aus der bereits seit 2009 existierenden Frauengruppe* IniRromnja. Die Initiative Rromnja ist ein Zusammenschluss von Romnja* und Sintizze*, die nicht länger hinnehmen wollen, dass die Ablehnung, Feindseligkeiten und Gewalt gegen Rom*nja und Sinti*zze verschwiegen, bagatellisiert oder gar gerechtfertigt werden. Rassismus in jeglicher Form muss benannt und bekämpft werden – dafür setzen wir uns ein.
Der Titel RomaniPhen ist von zwei Bedeutungen abgeleitet: von der „RomaniSchwester“ sowie von der „Kultur/Sprache/Geschichte“ der Rom*nja. Der im Titel enthaltene Kulturbegriff richtet sich keinesfalls auf die Erhaltung und Tradierung von jedwedem Brauchtum. Es geht uns vielmehr um die vielfältigen Kulturen des Widerstandes, des Überlebens, der Gesellschaftsdeutung, der historischen Zeugenschaften und Analysen sowie der gesellschaftlichen Partizipation von Rom*nja.
Wir arbeiten feministisch, rassismuskritisch und empowernd! | zur Webseite
EcoMujer e.V.
EcoMujer e.V. ist ein feministischer bundesweiter Verein mit Sitz in Düsseldorf und gestaltet seit
1996 den Austausch mit Frauen aus Cuba und Lateinamerika. Das Motto ist voneinander zu lernen
und gemeinsam Alternativen zu kapitalistischen und patriarchalen Strukturen zu entwickeln.
EcoMujer arbeitet vernetzt, international und lokal.
2008 initiierte EcoMujer das Internationale Seminar „Steter Tropfen höhlt den Stein - Frauen im Widerstand für das Menschenrecht auf Wasser“ in Kooperation mit Verdi, RLS, genanet und FIAN. Im Jahr 2016 fand das Seminar mit Maria Mies „Patriarchat und Kapital“ in Zusammenarbeit mit der RLS NRW, Wir Frauen und kom!ma Düsseldorf statt. Gemeinsam mit En Buenas Manos e.V. wurde eine Kooperation aufgebaut: Anfang März 2023 fand der Workshop „Die Krise mit lokaler Kraft überwinden“ in Havanna statt, in dem cubanische und mexikanische Frauen Modelle lokaler
Entwicklung praktizieren konnten.
Schwerpunkte der Arbeit von EcoMujer sind Umwelt- und Frauenthemen, geleitet von feministischen Ansätzen. Wichtig sind persönliche Begegnungen wie zuletzt im Herbst 2025 die Solidaritätsreise von 5 EcoMujeres nach Cuba mit Besuchen und Austausch u.a. bei CENESEX, FMC, Nachbarschaftsgärten und einer „Frauenfinca“. 2023 wurde Dra. Leydis Iglesias Triana von der Universität Pinar del Rio eingeladen. In Veranstaltungen zu Klimawandel und dem neuen Familienkodex wurde deutlich, wieviel in Deutschland von den zukunftsweisenden Ideen und Gesetzen aus Cuba gelernt werden kann. Auch in Zukunft unterstützen die EcoMujeres die
starken Frauen in Cuba bei Projekten zur Ernährungssouveränität und dem für die Uni geplanten
Solarprojekt in Consolación und leben den gemeinsamen Austausch.
Weitere Infos zu EcoMujer: www.ecomujer.org
Franzi Böhm
Franzi Böhm (keine Pronomen) ist seit über einem Jahrzehnt die tragende Säule des queeren Engagements in Ostsachsen. Mit Mut und die fester Überzeugung steht Franzi dafür ein, dass queeres Leben auch im ländlichen Raum sichtbar, sicher und selbstverständlich sein muss. Dabei geht es nicht nur um punktuelle Aktionen, sondern um langfristige Strukturarbeit, die kulturelle, soziale und politische Ebenen miteinander verbindet. Im Landkreis Görlitz gilt: Wo ein Projekt mit queerem Fokus existiert, hatte Franzi sicher maßgeblichen Anteil an der Entstehung.
Z.B. findet seit 2015 mit der Camillo Queer Cinema Week in Görlitz das einzige lokale und unabhängige queere Filmfestival in Ostsachsen mit eigenen Filmeinreichungen statt. Mit der Queer Area auf dem Fokus Festival werden seit 2018 jährlich queere und FLINTA*-Künstlerinnen in den ländlichen Raum geholt und Repräsentation, Austausch sowie ein Safer Space geschaffen. Seit 2021 gibt es zudem die FLINTArie, den ersten festen offenen Raum für FLINTA*-Personen. Hier finden Beratungen für queere Menschen, feministische Veranstaltungen und Gruppentreffen statt. Hier organisiert sich das feministischeforum, welchem Franzi seit 2016 angehört. Auch bei der Organisation des ersten CSD in Görlitz war Franzi maßgeblich beteiligt.
Eins ist sicher: Ohne das unermüdliche Engagement von Franzi gäbe es erheblich weniger Orientierung, Halt und Perspektiven für queere Menschen, insbesondere für queere Jugendliche in Ostsachsen.
ROSA e.V.
Etwa die Hälfte der 117 Millionen Menschen, die Mitte 2025 auf der Flucht waren, sind Frauen. Sie fliehen nicht nur vor Krieg oder politischer Verfolgung, sondern auch aus geschlechtsspezifischen Gründen wie sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder das Vorenthalten grundlegender Rechte. Diese geschlechtsspezifische Gewalt endet oft nicht, wenn FLINTAs ihre Heimat verlassen haben.
ROSA e.V. schafft geschützte Räume für geflüchtete Frauen und FLINTA - mit einem ausgebauten Truck fährt ROSA abgelegene Orte und Geflüchtetenunterkünfte in Griechenland an, zu denen sonst nur wenige NGOs kommen. So konnten sie seit 2021 jährlich für bis zu 5.000 Menschen einen geschützten Raum bieten. Dazu gehören medizinische Beratung, Workshops und Kinderbetreuung.
Seit drei Jahren führen ROSA e.V. diese Arbeit nun auch in Deutschland fort und konzentrieren sich auch hier auf abgelegene Unterkünfte, z.B. mit dem Modellprojekt “ROSA Consultations” in Sachsen-Anhalt. Dabei ist es ihnen wichtig, auf Augenhöhe und bedürfnisorientiert zu arbeiten sowie Netzwerke zu knüpfen. Gemeinsam mit geflüchteten FLINTAs und anderen Organisationen setzen ROSA e.V. sich für systemische Veränderungen ein und fordern eine solidarische Fluchtpolitik, die standardisiert geschützte Räume schafft.
Weitere Infos zu ROSA: https://rolling-safespace.org
Women's Centre for Legal Aid and Counselling
Das Women's Centre for Legal Aid and Counselling (WCLAC, dt. Frauenzentrum für Rechtshilfe und Beratung) setzt sich seit 1991 ein für eine demokratische palästinensische Gesellschaft auf der Grundlage von Geschlechtergleichstellung und sozialer Gerechtigkeit. Ziel der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation ist es, die Ursachen und Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt innerhalb der palästinensischen Gemeinschaft sowie die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der zunehmenden Militarisierung im Zuge der israelischen Besatzung zu bekämpfen.
WCLAC arbeitet mit verschiedenen Programmen und Ansätzen: Das Frauenzentrum bietet soziale und rechtliche Unterstützung an für Frauen (und ihre Familien), die Diskriminierung und geschlechtsspezifischer Gewalt erfahren haben. Zudem setzt sich WCLAC ein für die Verbesserung von Richtlinien und Verfahren zur Beseitigung von Diskriminierung von Frauen in Palästina und für die Aufdeckung und Bekämpfung von Frauenrechtsverletzungen. Auch werden Schulungen für Frauenrechtsaktivistinnen organisiert und Gemeindemitglieder mobilisiert, um feministische und menschenrechtliche Diskurse anzustoßen und das Bewusstsein zu Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen in Gemeinden zu schärfen.
WCLAC ist eine feministische, auf Menschenrechten basierende Organisation, die sich für den Schutz und die Stärkung von Frauen in Palästina einsetzt und sie dabei unterstützt, ihre vollen Rechte zu erlangen. WCLAC leistet damit essentielle und herausragende Arbeit, um unter Krieg, Zerstörung und humanitärer Notlage die Rechte von Frauen in Palästina zu stärken.
Weitere Infos zu, Women's Centre for Legal Aid and Counselling: https://www.wclac.org/