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Bernd Riexinger

Zur Einigung der Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie

Die Streiks der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie haben das Zukunftsthema Arbeitszeitverkürzung in den Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte gerückt. Das ist ein Signal an die gesamte Gesellschaft.

Unterm Strich haben die Beschäftigten mehr verdient als das, was nun auf dem Tisch liegt. Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich ist nicht nur finanzierbar, sondern ein Gebot sozialer Gerechtigkeit.

Die Wirtschaft brummt, die Auftragsbücher in der Metall- und Elektroindustrie sind voll. Der Abschluss liegt deutlich unter den geforderten 6 Prozent mehr Lohn, die Differenz ist nun in "Geld oder Pflegezeit" umgewandelt. Im Gegenzug wird die 35-Stunden-Woche aufgeweicht - das ist ein hoher Preis dafür, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit künftig für zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche reduzieren können. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit darf nicht weiter einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen - die Arbeitgeber haben nun aber durchgesetzt, dass künftig mit deutlich mehr Beschäftigten als heute 40-Stunden-Verträge abgeschlossen werden können.

Die Zeit ist reif für ein neues Normalarbeitsverhältnis mit einer kürzeren Normalarbeitszeit, die für die Beschäftigten flexibel gestaltbar sein muss. Die Arbeitszeit läge dann zwischen 28 und 35 Stunden pro Woche und müsste mit einem Lohnausgleich verbunden sein. Nur durch Schritte zur Verkürzung der langen Arbeitszeiten wird es möglich, die Erwerbsarbeit in der Gesellschaft, aber auch die Sorge- und Hausarbeit zwischen den Geschlechtern gerecht zu verteilen.

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