Wehrpflicht endlich ausmustern!
Die Debatte um die Wehrpflicht hat nun auch eine ökonomische Dimension erreicht: Nach neuen Berechnungen kostet die Wehrpflicht in Deutschland sechs Mrd. Euro pro Jahr. Hierzu erklärt Niema Movassat, jugendpolitischer Sprecher im Parteivorstand:
Die Wehrpflicht stellt einen der massivsten Eingriffe in die Freiheitssphäre junger Männer dar. Die Begründung für diesen Eingriff ist schon sehr lange inakzeptabel. Denn nicht sicherheitspolitische Erwägungen sind der Kern für die Beibehaltung der Wehrpflicht, sondern reine Lückenbüßerei im Sozialbereich- was zudem grundgesetzwidrig ist.
Von Wehrgerechtigkeit kann ebenfalls nicht die Rede sein, wenn ca. 2/3 eines Jahrganges keinerlei Dienst leisten. Die Wehrpflicht gleicht damit einer Lotterie und ist völlig willkürlich. Man darf bei dieser Art von "Lotto" aber nicht vergessen, dass darüber entschieden wird, ob man neun Monate seines Lebens verliert oder nicht.
Die Debatte um die Wehrpflicht bekommt aber durch die nun vorliegende internationale Studie nunmehr einen neuen Impuls. Denn sechs Mrd. Euro kostet die Massenfreiheitsberaubung junger Männer pro Jahr die deutsche Volkswirtschaft. Andere europäische Staaten haben die Problematiken der Wehrpflicht bereits eingesehen und sie abgeschafft oder ausgesetzt- so zum Beispiel Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien.
Deutschland wäre gut beraten, diesen Beispielen zu folgen. Insbesondere die Union ist gefragt, ihre Blockadehaltung aufzugeben und die SPD, sich endlich zu einem deutlichen "Nein" zur Wehrpflicht durchzuringen. DIE LINKE setzt sich für eine Abschaffung der Wehrpflicht ein und den Einsatz der dadurch freiwerdenden Mittel für die zivile Konfliktbewältigung.
