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Rosemarie Hein

Sankt-Florians-Prinzip ist falsche Strategie gegen Lehrermangel

Zur Tagung der Kultusminister erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Föderalismus im Bildungsbereich darf nicht länger heißen: "Rette sich wer kann!" Wenn die Länderminister aktuell über Lehrerabwerbung und Lehrerausbildung beraten müssen, dann ist das nur die Folge schwerer Versäumnisse in der Vergangenheit. Der Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern für eine vernünftige Personalausstattung an den Schulen ist in allen Ländern voraussehbar.

Jetzt, wo die Not offensichtlich wird, beginnt der Wettlauf der Länder um das knapp gewordene Fachpersonal nach dem Sankt-Florians-Prinzip. Die wirtschaftlich schwächeren Länder könnten dabei wieder die Gelackmeierten sein, ganz unabhängig davon, ob sie ihre Hausaufgaben gemacht haben oder nicht. Es bleibt ein Unding, die Lösung des Problems im Einsatz von Fachleuten aus der Wirtschaft zu sehen. Das dient nur einer weiteren öffentlichen Entwertung des Lehrerberufes, der eine eigenständige, fachliche und pädagogische Professionalität erfordert.

Von einem Ingenieur oder einer Musikerin kann eine solche pädagogische Qualifizierung a priori nicht erwartet werden. Wenn Frau Schavan so etwas aber als Generallösung vorschlägt, zeigt sie nur ihre Unfähigkeit im Job.

DIE LINKE fordert, ein Bund-Länder-Programm zur Aufwertung des Lehrerberufes und zur Schaffung einer ausreichenden Zahl von Studienplätzen. Außerdem ist es an der Zeit, endlich die Ausrichtung des Studiums für unterschiedliche Schulformen und die darauf aufbauende unterschiedliche Bezahlung als überlebtes Zwei-Klassen-Modell zu beenden und eine gleichwertige Ausbildung und Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern für alle Schulstufen einzuführen. Länder, die mehr für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern leisten, müssen zudem einen angemessenen finanziellen Ausgleich erhalten.

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