Nur wer Vermögen belastet, entlastet die Löhne
Zur Nettolohn-Debatte erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE Dietmar Bartsch:
Die Debatte um sinkende und stagnierende Nettolöhne bekommt eine verlogene Wendung, wenn sie zum Anlass genommen wird, um über eine zu hohe Abgabenlast zu klagen.
Die Abgaben auf die Löhne sind gestiegen, weil der Anteil der Löhne am volkswirtschaftlichen Einkommen gesunken ist. Der Anteil von Gewinn- und Vermögenseinkommen dagegen ist gestiegen. Letztere haben eine viel geringere Abgabenlast zu schultern.
Wer nun wie die Schwarzgelben die Schere zwischen Netto und Brutto verkleinern will, in dem er Entlastungen bei den Abgaben auf die Löhnen fordert, ohne etwas an den Verteilungsverhältnissen zu ändern, wird bei der Kürzung von Sozialleistungen enden. Dies ist aus Sicht der LINKEN der falsche Weg.
Die Bruttolöhne können nur durch eine höhere Belastung der Gewinn- und Vermögenseinkommen nachhaltig entlastet werden. Bis dahin gilt: Wer höhere Nettolöhne will, muss dafür sorgen, dass die Bruttolöhne wieder im Gleichklang mit der Produktivität steigen.