Nur gesetzlicher Mindestlohn kann Lohndumping verhindern
Zu heutigen Meldungen über einen in Deutschland rasant wachsenden Niedriglohnsektor erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher Michael Schlecht:
Von Arbeit muss man leben können. Wir brauchen in Deutschland endlich einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von acht Euro, der in schnellen Schritten auf zehn Euro gesteigert wird. Dies würde darüber hinaus eine zusätzliche Rentensteigerung von über einem Prozent ermöglichen. Ebenso notwendig ist ein Zumutbarkeitsschutz, damit der ehemals gut bezahlte Ingenieur nicht gezwungen werden kann, für 3,50 Euro den Hof zu kehren, oder die gut qualifizierte Junglehrerin für 4,20 putzen gehen muss.
DIE LINKE fordert: Schluss mit Befristungen, scharfe Regulierung der Leiharbeit und Schluss mit Minijobs. Nur ein gesetzlicher Mindestlohn kann politisch gewolltes Lohndumping verhindern.
Mittlerweile müssen in Deutschland fast sieben Millionen Menschen, das sind 22 Prozent der Beschäftigten zu menschenunwürdigen Löhnen arbeiten. Nur noch in den USA ist der Anteil der Niedriglöhner mit 25 Prozent höher. Es besteht die Gefahr, dass Deutschland in wenigen Jahren diesen Wert übertrifft. Dann wäre die deutsche Wirtschaft nicht nur Exportweltmeister sondern auch Weltmeister bei den Niedriglöhnen.