Afghanistan droht Obamas Vietnam zu werden
Anlässlich des Besuchs des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama in Berlin erklärt Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand:
Mit Barack Obama sind viele Hoffnungen verbunden, denn George W. Bush ist der unbeliebteste US-Präsident, den es jemals gegeben hat, und Obama verspricht, die soziale Situation zu verbessern und den Irakkrieg zu beenden.
Allerdings macht Obama einen großen Fehler, wenn er Afghanistan zum Hauptschlachtfeld im „Krieg gegen den Terror“ ausweist und ankündigt, bis zu 10.000 weitere Soldaten an den Hindukusch zu verlegen. Der Irakkrieg hat gezeigt, dass es den USA und der NATO nicht um die Befreiung vom Terrorismus geht, sondern um ihre Rohstoffinteressen in einer strategisch zentralen Region. Die Gefahr von Terroranschlägen ist durch den Krieg nicht kleiner, sondern größer geworden.
Wenn Obama wirklich einen Wandel in der Außenpolitik will, muss er mit Bushs Kriegstreiberei brechen. Er sollte die Truppen nicht nur aus dem Irak, sondern auch aus Afghanistan abziehen und Kriegsdrohungen gegen den Iran unterlassen. Der Krieg in Afghanistan ist genauso wenig zu gewinnen wie der Krieg im Irak. Afghanistan droht Obamas Vietnam zu werden, wenn er nicht den Mut hat, den Neokonservativen und den Herrschenden die Stirn zu bieten.
Das durchsichtige Vorhaben der Bundesregierung, im Herbst mit Obamas Rückendeckung die Verlängerung des Mandats und die Truppenaufstockung der Bundeswehr in Afghanistan durch den Bundestag zu bringen, lehnt DIE LINKE ab. Frieden in Afghanistan kann nicht mit Krieg geschaffen werden. Die Bundeswehr muss raus aus Afghanistan.