Lohnniveau muss Weckruf sein
Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat August erklärt der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE, Dietmar Bartsch:
Schwächere Konjunktur, aber kein Ende des Jobbooms – so fassen Analysten in der Wirtschaft die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Die Regierung freut sich völlig unverdient. 3,195 Millionen Arbeitslose sind und bleiben ein gesellschaftlicher Skandal.
So sehr ich mich über jeden freue, der eine neue Arbeit findet, die Statistik verschleiert völlig die Umstände, unter denen diese Arbeit geleistet wird. Die Studie des WSI aus dieser Woche muss ein Weckruf sein, für diese Regierung. Lohnrückgang um 14 Prozent in letzten Jahren in den einkommensschwachen Schichten, Frauen verdienen 24 Prozent weniger als Männer und Arbeit im Osten ist immer noch weit weniger wert. Die Arbeitslosigkeit ist dort mehr als doppelt so hoch, wie in den westlichen Bundesländern. Der Unterschied zwischen Bayern mit 3,9 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 13,6 Prozent ist alarmierend und beschreibt die Aufgabe für die Politik.
Hartz IV zwingt Menschen in niedrigst bezahlte Jobs anzunehmen, Mini-Jobs boomen, Ausgliederungen und Privatisierungswahn drücken Löhne weit unter die Grenze der Existenzsicherung.
Ich kann die Bundesregierung nur auffordern, zur Besinnung zu kommen und endlich wieder gezielte, aktive Arbeitsmarktpolitik zu betreiben. Statt um Zehntel-Prozent beim Arbeitslosenbeitrag zu streiten, braucht dieses Land ein Beschäftigungsprogramm, der Osten ein Investitionsprogramm und die Menschen Arbeit von der sie leben können. Deutschland braucht einen gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von deutlich über 8 Euro.
