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Ali Al Dailami

Ein Jahr später und keinen Schritt weiter ...

Vor einem Jahr wurde der Nationale Integrationsplan beschlossen. Heute zog der DGB Zwischenbilanz. Dazu erklärt Ali Al Dailami, migrationspolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE:

Vor einem Jahr wurde unter großem Jubel der Nationale Integrationsplan beschlossen. Ein Jahr und 400 Selbstverpflichtungen später kann von Jubel keine Rede mehr sein. Die Bilanz ist mehr als ernüchternd.

Nach wie vor sind die Bildungs-, Ausbildungs- und Fortbildungschancen für Menschen mit Migrationshintergrund deutlich schlechter als bei Menschen ohne. Bereits der Zugang zu Bildung wird erschwert, solange frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten zumeist über den finanziellen Status der Eltern geregelt wird - hier sind Familien mit Migrationshintergrund immer noch im Nachteil.

Ein Plan - und sei er noch so gut gemeint - kann den latenten Rassismus in der Gesellschaft nicht bekämpfen. Erst eine vorurteilsfreie Gesellschaft kann wirkliche Integrationsaufgaben leisten. Hier war und ist die Politik gefragt - und hat versagt. Gleiche Chancen für alle bedeuten auch gleiche Teilhabe an der Gesellschaft. Und bereits hier wird massiv ausgegrenzt.

Gelungene Integration setzt beim Verständnis für andere Kulturen an, bei der Einsicht, dass "anders sein" Bereicherung und nicht Gefahr bedeutet. Integration bedeutet Teilhabe an Wahlen und anderen gesellschaftlichen Prozessen, Mitbestimmung. Statt einseitig Integration zu fordern, muss Deutschland endlich Integration fördern.

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