Betreuungsplätze und Fachpersonal notwendig
Der Ausbau von Krippenplätzen kommt Medienberichten zufolge nur sehr schleppend in Gang. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:
Der Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren muss massiv voran getrieben werden, auch wenn das selbstgesteckte Ausbauziel von 750 000 Betreuungsplätzen bis zum Jahr 2013 am Ende nur für ca. ein Drittel aller Kinder einen Krippenplatz garantiert. In den Ostländern, wo das Angebot und der Rechtsanspruch schon heute deutlich weiter gefasst sind, ist frühkindliche Bildung für Eltern so wichtig, dass sie von mehr als der Hälfte der Kinder in der Altersgruppe genutzt wird. Darin steckt die Brisanz des im Arbeitspapier des Deutschen Städte- und Gemeindebundes festgestellten Defizits. Offensichtlich unterschätzen Länder und Kommunen vor allem in den alten Bundesländern noch immer die Notwendigkeit frühkindlicher Bildung und Betreuung.
Hinzu kommt, dass die Anstrengungen zur Ausbildung des notwendigen Fachpersonals bei Weitem nicht genügen. Weder für die Kinderbetreuung in Kindertageseinrichtungen noch für die Betreuung in Tagespflege sind die jetzt ins Auge gefassten „Schnellbesohlungskurse“ ausreichend, um den wachsenden Bedarf an Fachkräften zu decken. Diese reichen nicht aus, um neben dem vorhandenen persönlichen Engagement auch notwendiges fachliches Rüstzeug zu erhalten. Dabei rede ich noch nicht einmal von der eigentlich notwendigen Anhebung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern auf Hochschulniveau.
Besser als ein Abwerbungswettbewerb der Länder von Lehrerinnen und Lehrern wäre es, ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern, die auf Grund des Geburtenrückganges nach der Wende in andere Berufe abgewandert oder bis heute arbeitslos sind, eine neue berufliche Perspektive zu bieten. Davon könnten die Bundesländer profitieren, die derzeit noch zu wenig gut ausgebildetes Personal haben. Es reicht eben nicht, Gesetze zu erlassen und Räume zu finanzieren, es ist genauso notwendig ein bundesweites Programm zur verstärkten grundständigen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern aufzulegen.
Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es der LINKEN vor allem um eine qualitativ gute frühkindliche Bildung, die jedes Kind braucht, unabhängig davon, in welchen Familien die Kinder aufwachsen, ob Eltern berufstätig sind oder nicht.
