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Kleine Kinder brauchen Kitas!

Kein anderes Industrieland gibt so wenig Geld für frühkindliche Bildung und Erziehung aus wie Deutschland. In keinem anderen Land ist das Bildungsgefälle zwischen Arm und Reich so ausgeprägt wie in Deutschland. Das hängt zusammen.

In Deutschland besuchen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern viel zu wenige Kinder Kindergärten und Kindertagesstätten. Hier findet eine soziale Auslese bereits in der frühen Kindheit statt. Aktuelle Studien belegen das eindrücklich. Ein interessantes Beispiel ist die gestern veröffentlichte Studie "Kinder in den besten Händen" der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch die CDU-nahe Stiftung muss feststellen, dass Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus ärmeren Familien seltener Kitas besuchen, während die Quote des Kita-Besuchs bei Kindern von Akademikerinnen besonders hoch ist.

Das hat fatale Folgen für die Betroffenen. Aus diesem Grund fordert DIE LINKE einen quantitativen und qualitativen Ausbau der frühkindlichen Bildungsangebote. Je früher Kinder gute Bildungsangebote wahrnehmen können, desto besser sind ihre späteren Bildungschancen. Deshalb gilt: Kleine Kinder brauchen Kitas! Mit der vom Bundesparteitag beschlossenen Kita-Kampagne setzen wir uns für ein offenes und gebührenfreies Angebot frühkindlicher Bildung für alle Altersgruppen ein.

Gemeinsames Lernen mit Gleichaltrigen fördert soziale Kompetenzen und trägt so zu einer gesunden Entwicklung von Kindern bei. Weil Bildung jedem unabhängig von der sozialen Herkunft zusteht, gehören Kita-Gebühren abgeschafft. Stattdessen muss es ein Recht für jedes Kind auf einen Kita-Platz geben. Meines Erachtens sollten wir ab einem bestimmten Alter auch über eine Kita-Pflicht nachdenken. Davon würden vor allem bislang sozial benachteiligte Kinder profitieren. 

Wenn sich in Deutschland nichts ändert besteht die Gefahr, dass die Kinder in den ersten Lebensjahren Bildungsdefizite erfahren, die in der späteren Schulzeit nur noch schwer aufzuholen sind. Die Bildungserfolge in Finnland dürften nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass hier bereits 50% der unter 3-jährigen Kindertageseinrichtungen besuchen. In westdeutschen Flächenländern liegt hingegen die Versorgungsquote für Kinder unter 3 Jahren bei unter 3%, in Ostdeutschland bei etwa 37% (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Für Väter und Mütter hätte eine bessere Betreuungsquote einen weiteren positiven Effekt: Sie könnten Kinder und Beruf besser unter einen Hut bringen. Auch in dieser Hinsicht sind die skandinavischen Länder für uns ein Vorbild.

Von Marc Mulia


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