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Sommeruniversität

12. Sommeruniversität der Europäischen Linken vom 19. bis 23. Juli 2017 in Budapest (Ungarn)

Die Sommeruniversität der Europäischen Linken fand in diesem Jahr vom 20. bis 23. Juli in Budapest, Ungarn statt. Gut 200 Genossinnen und Genossen aus 25 Ländern trafen sich dort zu ihrer bereits zwölfte Auflage, und auch DIE LINKE war mit knapp 20 Teilnehmenden vertreten.

Die Europäische Linke (EL) ist eine Vereinigung sozialistischer, kommunistischer, rot-grüner und anderer demokratischer linker Parteien aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und deren Partnerstaaten. Auf der Sommeruniversität waren aber auch Genossinnen und Genossen aus anderen Ländern präsent  - das Spektrum reichte von Albanien und Lettland über Moldawien und die Tschechische Republik bis hin zur Türkei und Zypern.

Wie immer war das Programm sehr umfangreich. Es gab zahlreiche Diskussionsrunden und Plenarveranstaltungen, wie das Panel zu "Europa und Globalisierung", u.a. mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Linksfraktion im Europäischen Parlament (GUE/NGL) und Ehrenmitglied des Europaparlamentes, Francis Wurz von der französischen Kommunistischen Partei , sowie die Debatte über "Verschiedene Wege für die Linke in Europa" u.a. mit der Arbeitsministerin von SYRIZA, Griechenlands Eftychia Achtsioglou. Das detaillierte Programm findet sich hier: www.european-left.org/.../en_-_program_su_2017.pdf

Eine weitere Exkursion führte zu der Statue zur Erinnerung an die Ungarische Räterepublik von 1919
Der Schreibtisch von Georg Lukácz
Teilnehmer an der Exkursion zum Holocaust-Museum

Weitere Höhepunkte des Programms waren die politischen Exkursionen: Dazu gehörte der Besuch des Holocaust-Museums, welches vor knapp 15 Jahren als eines der ersten dieser Art in Osteuropa eröffnet wurde. Das einseitige Geschichtsbild der Regierung unter Ministerpräsident Orbán spiegelt sich im Umgang mit der eigenen Erinnerungskultur. Die Rolle der ungarischen Bevölkerung zur Zeit des Holocausts wird im Museum auch kritisch beleuchtet. Es gab jedoch seitens der Orban-Regierung den Versuch, in der Ausstellung eine positivere Darstellung der ungarischen Geschichte zu erreichen. Bei der Auseinandersetzung ging es vor allem um die Bewertung der Beteiligung des ungarischen Horthy-Regimes (1920-1944) an der massenhaften Ermordung der in Ungarn lebenden Jüdinnen und Juden.

Der nächste Tag bot uns die Gelegenheit, das Georg Lukács Archiv zu besuchen. Lukács gilt als bedeutender Erneuerer der marxistischen Philosophie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er hat den Großteil seines Lebens (1885-1971) in seiner Geburtsstadt Budapest verbracht. In seiner originalgetreu erhaltenen Wohnung kann die Bibliothek noch heute für Studienzwecke genutzt werden. Durch die derzeitige politische Situation in Ungarn bekam das Archiv Probleme und sein Fortbestand war gefährdet. Es konnte aber durch politischen Druck - auch Gregor Gysi intervenierte als EL-Präsident - erreicht werden, dass das Archiv bestehen bleiben kann.

Die EL-Sommeruniversität bietet eine tolle Gelegenheit zum Austausch mit Gleichgesinnten aus anderen Ländern, Einblick in die Struktur und Arbeitsweise der ausrichtenden Partei sowie viele Infos und Neuigkeiten zu linker Politik über den landespolitischen Tellerrand hinaus. Wer Lust hat, im nächsten Jahr selbst bei einer Sommeruni dabei zu sein, sollte im Frühjahr nach der Ausschreibung im Newsletter und auf der Homepage Ausschau halten.

Johannes Buchner (überarbeitet, gekürzt)