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Margit Glasow

Inklusionsbeauftragte der Partei DIE LINKE

Liebe Genossinnen und Genossen, die Vision im Kommunistischen Manifest von einer Gesellschaft, in der "die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist", scheint mir heute aktueller denn je zu sein. Die "freie Entwicklung eines jeden" ist in unserem Land aber nicht möglich, denken wir nur an die Benachteiligungen und Diskriminierungen aus sozialen, ethnischen und behinderungsbedingten Gründen.

Deshalb setzt sich DIE LINKE im Parteiprogramm "für die freie Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit und die uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen an unserer Gesellschaft ein". Und deshalb beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit den Themen Partizipation, Emanzipation, Inklusion und Solidarität.

Mein Name ist Margit Glasow. Ich wurde 1961 in Rostock geboren, wo ich heute noch wohne, als freie Journalistin arbeite und mich vielfältig politisch engagiere. Sowohl in meiner etwa 15-jährigen Arbeit als Journalistin als auch in meiner politischen Tätigkeit war und ist Inklusion als menschenrechtliche Herausforderung immer mein Schwerpunktthema gewesen. Dabei verstehe ich unter Inklusion die volle und wirksame Teilhabe aller Menschen, die in irgendeiner Weise von Teilhabe ausgeschlossen sind, sei es aufgrund einer Behinderung, des Geschlechts oder Alters, sei es aufgrund der ethnischen und sozialen Herkunft oder weltanschaulicher Fragen.

Da ich selbst mit einer Behinderung lebe, kenne ich viele damit in Zusammenhang stehenden Probleme aus eigener Erfahrung gut. Ich besuchte zum Beispiel 12 Jahre lang Sonderschulen für Körperbehinderte und weiß, wie es sich anfühlt, in Parallelwelten aufzuwachsen. Mein Studiumabschluss der Lateinamerikawissenschaften war nach 1990 nicht viel wert. Als Frau mit Behinderung und zwei kleinen Kindern war es schwierig, mich zu behaupten. Als freie Journalistin und in der Behindertenselbsthilfe fand ich schließlich meinen beruflichen und politischen Weg. Unter anderem habe ich einige Jahre lang das bundesweite Printmagazin "inklusiv!" herausgegeben.

Seit etwa zwei Jahren bin ich Mitglied der Rostocker Bürgerschaft. Insbesondere als Vorsitzende des Sozialausschusses der Hansestadt setze ich mich dafür ein, viele Alltagsfragen der Menschen auf die Tagesordnung zu setzen. Ich versuche, den Menschen zuzuhören, ihre Probleme ernst zu nehmen und sie zu ermutigen, in welcher sozialen Lage sie sich auch befinden. Ich möchte deutlich machen, dass es lebendige linke Alternativen gibt.

Sowohl als Mitglied im Landesvorstand der Partei in Mecklenburg-Vorpommern, als Mitglied im Sprecherrat der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik als auch der LAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik in Mecklenburg-Vorpommern verstehe ich meine Aufgabe vor allem darin, das Thema Inklusion in die Partei und in die Öffentlichkeits zu tragen.

Als Inklusionsbeauftragte möchte ich dazu beitragen, das Konzept zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen innerhalb der Partei DIE LINKE umzusetzen. Dabei sind mir vor allem drei Dinge wichtig:

Erstens möchte ich mich dafür einsetzen, dass wir innerhalb DER LINKEN weiterhin eine Atmosphäre schaffen, in der sich alle Menschen willkommen fühlen und wissen, dass sie selbstbestimmt und gleichberechtigt an allen Aktivitäten unserer Partei teilhaben können.

Zweitens möchte ich mich dafür engagieren, dass alle Menschen, die zu uns kommen, wissen, dass Barrierefreiheit ein Markenzeichen unserer Partei ist - sowohl in baulicher als auch in kommunikativer Hinsicht - damit Inklusion, Selbstbestimmung, Teilhabe und Partizipation möglich werden.

Drittens möchte ich mich dafür stark machen, dass Menschen, die in ihren Teilhabemöglichkeiten eingeschränkt sind, ihr Selbstvertretungsrecht auf allen Ebenen wahrnehmen können, sei es als Abgeordnete, als Ehrenamtliche oder als Hauptamtliche. Dafür möchte ich die Menschen ermutigen, auch unter Berücksichtigung der jeweils notwendigen Assistenz bzw. eines Nachteilsausgleiches.

Margit Glasow