Gewerkschaften fordern: Deusche Post DHL muss weltweit die Rechte der ArbeiterInnen respektieren!
Cornelia Berger
Deutsche Post DHL wirbt auf Plakaten mit glücklichen Menschen aus der ganzen Welt in DHL Uniformen. Frank Appel, Chief Executive Officer (CEO), betont auf der dp-dhl.de Homepage: "Unser Ziel ist es, Die Post für Deutschland zu bleiben und Der Logistikdienstleister für die Welt zu werden." Doch die Gewerkschaften warnen: um Nummer Eins zu werden, bleibt viel auf der Strecke. Darunter vor allem Gewerkschafts- und Menschenrechte.
Sobald der Konzern eine Lücke in der Gesetzgebung entdeckt, wird diese schamlos auf Kosten der MitarbeiterInnen ausgenutzt - in Deutschland genauso wie weltweit. Die internationalen Gewerkschaften verfolgen schon seit langem die Arbeitsrechtsverletzungen durch den Konzern. Gewerkschaften werden nicht anerkannt (Belgien), unterschriebene Vereinbarungen nicht eingehalten (Indien), Sicherheitsstandards nicht respektiert (USA) oder Betriebsratsmitglieder gekündigt (Norwegen).
Kürzlich wurde bekannt, dass Deutsche Post DHL in einigen Ländern der Welt, darunter Kolumbien und Südafrika, Lügendetektorentests durchführt. Auf Nachfrage bei der Hauptaktionärsversammlung im Mai erklärte Frank Appel: Dies sei Teil der Konzernpolitik. Lügendetektoren werden, laut Aussage des Managements, angewendet, wenn beispielsweise der Verdacht auf gewerbsmäßigen Diebstahl besteht, wenn gefährliche oder wertvolle Güter transportiert werden oder aber auch auf Kundenwunsch. Betont wurde, dass dies nur in Ländern passiere, in denen es keine ausreichenden demokratischen oder rechtsstaatlichen Strukturen gibt.
"Hier spielt ein privates Unternehmen Polizei. Deutsche Post DHL entscheidet, welches Land undemokratisch ist und übernimmt ungefragt Aufgaben der staatlichen Sicherheitskräfte. Dies können wir als Gewerkschaften nicht zulassen. Hier werden nicht nur Gewerkschaftsrechte, sondern auch Menschenrechte eingeschränkt. Dies ist beschämend für ein deutsches Unternehmen, das sich als sozial und gut präsentiert. Daher werden wir alles tun, um diese Konzernmethoden zu verhindern und Deutsche Post DHL an den Pranger der Öffentlichekeit stellen.", sagt UNI Europa.
UNI Global Union und die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) fordern von DHL eine faire und respektvolle Behandlung der Beschäftigten sowie ein globales Rahmenabkommen für Mindeststandards.
Die Kampagnen können verfolgt werden unter www.dhl-kampagne.de oder www.respect4workers.org.
Cornelia Berger ist Gewerkschaftssekretärin im Bereich Post & Logistics von UNI Europa, dem Dachverband europäischer Dienstleistungs-Gewerkschaften. Mehr: www.uni-europa.org