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Beschluss 2026/638

Unsere Vorhaben als neuer Parteivorstand

Beschluss des Parteivorstandes vom 10. Oktober 2026

Nach den Bundestagswahlen 2025 haben wir uns gemeinsam ein großes Ziel gesetzt: Wir wollen die Hoffnung organisieren. Vor dem Hintergrund der derzeitigen ungebremst voranschreitenden Militarisierung und Aufrüstung, der eskalierenden Klimakatastrophe, dem Sozialraub der Bundesregierung und dem deutlich spürbaren Rechtsruck und Angriffen auf unsere FreundInnen und NachbarInnen ist dieses Vorhaben drängender denn je. Denn Menschen brauchen die Hoffnung, dass sich durch politisches Handeln in ihrem Leben real etwas verbessern kann. Als Linke müssen wir diese entfachen.

Dazu wollen wir Die Linke als politische Kraft aufbauen, die bedingungslos an der Seite derer steht, die von der Bundesregierung angegriffen und missachtet werden. Als eine antifaschistische Kraft, die gegen die Angriffe der neoliberalen und autoritären Rechten breiten Widerstand organisiert, indem sie Spaltung überwindet und Solidarität aufbaut, weil sie vor Ort ansprechbar ist, sich verankert und dadurch handlungsfähig wird. Die sich nicht scheut, in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Linksparteien Position für eine solidarische und friedliche Welt zu beziehen und darum ringt, dass fortschrittliche Vorstellungen gesellschaftlich mehrheitsfähig werden. Als eine sozialistische Kraft, die Kämpfe auch wirklich gewinnen kann, die mit den Menschen den Weg zu einer sozialen, solidarischen Gesellschaft beschreitet. Auf dem Parteitag in Chemnitz 2025 haben wir für diese Linke die Vision entwickelt, organisierende Klassenpartei zu sein.

Wir sind auf diesem Weg einige Schritte weitergekommen:

Wir sind nun mehr als 126.000 Mitglieder, sind bei Umfragen stabil zweistellig, werden stark mit bezahlbarem Wohnen und sozialer Gerechtigkeit verbunden und konnten unser Wähler*innenpotenzial insbesondere auch bei Menschen mit wenig Geld und niedrigem Bildungsstand deutlich steigern (Ipsos Report 2026 Januar bis April). Wir haben gemeinsam daran gearbeitet, Die Linke als Anti-Establishment-Kraft zu verankern. Eine Kraft, die ehrlich sagt, wie es ist, und sich auf die Themen des Alltags konzentriert, um die Wut, Angst und Ohnmacht, die Menschen nach rechts treiben, in Solidarität und politischen Kampf zu verwandeln. Die sowohl digital als auch vor Ort den Menschen mit konkreten Angeboten hilft und im Parlament und auf der Straße Widerstand aufbaut.

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis unserer strategischen Arbeit: Beginnend mit einer großen Befragung zur Bundestagswahl haben wir uns konsequent auf die Themen Miete und Bezahlbarkeit fokussiert – sowohl in unserer organisierenden und lokalen Arbeit als auch in unserer gesamten Kommunikation nach außen. Wir haben über die verschiedenen Ebenen der Partei hinweg eine gemeinsame Kommunikationsstrategie entwickelt, mit der wir in der Öffentlichkeit durchdringen und unsere Arbeit sichtbar machen. Von den Kreis-, Bezirks- und Stadtverbänden über Landesverbände bis zu Fraktion und Bundespartei verorten wir gesellschaftliche Krisen und die Themen, für die wir kämpfen, in der Oben-unten-Arena. Hierbei stellen wir die gemeinsamen Interessen der Menschen, die wir erreichen wollen, ins Zentrum, benennen klar unsere Gegnerinnen (die Superreichen und Politikerinnen, die ihnen zuarbeiten). In der Mietenkampagne wie bei den Sozialprotesten bauen wir auf eine breite Einbindung der aktiven Mitglieder und ihrer Befähigung, die Kampagne und die Proteste selbst zu tragen.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind in dieser Zeit allerdings rauer geworden und haben sich zugespitzt. Und als Linke tragen wir eine Verantwortung in einer Gesellschaft, die stärker von Militarisierung, autoritärem Umbau und einem allgemeinen Rechtsruck geprägt ist. Die Mietenkampagne bleibt unsere langfristige Kampagne, weil wir durch sie konkret Mieterinnen und Mieter erreichen, organisieren und Politik in ihrem Sinne durchsetzen können. Doch wir müssen diesen Schwerpunkt unserer Arbeit durch die Organisation von Bündnissen, betrieblicher Arbeit und Protesten auf der Straße gegen den Sozialraub und die Militarisierung erweitern. Wir glauben auch, dass wir mittlerweile stark genug sind, dieses zu leisten. 

Die politische Dynamik, die durch die Proteste gemeinsam mit Gewerkschaften, Sozialverbänden, Betroffenen und der Friedensbewegung entstehen kann, ist noch nicht absehbar. Klar ist für uns aber, dass wir in unserer politischen Kommunikation den Zusammenhang zwischen der Militarisierung, der Haushaltslage und den Umbau der Industrie hin zu einer stärker militarisierten Industrie und den Angriffen auf die Arbeits- und Sozialrechte stärker betonen als andere Akteure. Wir wollen in Bündnissen die Akteure zusammenbringen, um eine stärkere Durchsetzungskraft zu entwickeln. Als sozialistische Partei ist es unsere Aufgabe, beides zu verbinden und den Menschen die Vision einer friedlichen, gerechten und solidarischen Welt entgegenzusetzen.

Doch uns ist auch klar: Das kann erst der Anfang sein, und wir sind gefordert, uns als Partei ständig weiterzuentwickeln, um handlungsfähig zu sein. Als neu gewählter Parteivorstand nehmen wir diesen Auftrag an. An die Erfolge der letzten Jahre wollen wir anknüpfen und sie weiterentwickeln. Wir wollen Die Linke weiter in der arbeitenden Klasse verankern und in weitere Teile der Gesellschaft ausstrahlen. Denn bei allen Fortschritten gilt: Der Weg, der vor uns liegt, ist noch lang. Die Linke als Steinhaus aufbauen, Hoffnung und Widerstand organisieren: Als neuer Parteivorstand wollen wir uns dazu auf Wegmarken und Schwerpunktprojekte verständigen, mit denen wir dieses Vorhaben in die Tat umsetzen und unsere Arbeit weiter professionalisieren können.

Übersicht:

1. Schwerpunkt „Bezahlbarkeit" durch Proteste gegen Sozialraub und Militarisierung weiterentwickeln

2. Durchsetzungskraft entfalten: Mietenkampagne ausbauen

3. Gewerkschaftsarbeit intensivieren und nächste Schritte gehen, um uns in der lohnabhängigen Klasse zu verankern

4. Eine Linke, die Orientierung gibt: Weiterentwicklung der Kommunikation

5. Ein Update für unser Grundsatzprogramm

6. Parteimitglieder integrieren und ausbilden: Parteientwicklung stärken, Bildungsprogramm weiterentwickeln

7. Die Linke nachhaltig aufbauen: Ressourcen schaffen

1. Schwerpunkt „Bezahlbarkeit" durch Proteste gegen Sozialraub und Militarisierung weiterentwickeln

Ausgehend von einem Strategieprozess mit Fokusgruppen und einer großen Meinungsumfrage haben wir uns seit Januar 2026 gemeinsam mit der Fraktion auf die große Klammer „bezahlbares Leben" verständigt, die die verschiedenen Bereiche unserer Arbeit verbindet. Sowohl in vielen Landtagswahlkämpfen der Linken als auch in der gesamten öffentlichen Kommunikation von Partei und Fraktion ist das Thema der roten Faden. Bereits jetzt können wir erste Erfolge feststellen: Das “bezahlbare Leben” wird heute deutlich häufiger diskutiert. Im Berliner Landtagswahlkampf ist Bezahlbarkeit der Kern der Kampagne gewesen. Das Ergebnis: Von der AfD über die CDU bis zur SPD kommt inzwischen keine Partei mehr daran vorbei – alle müssen in ihren eigenen Kampagnen das Thema aufgreifen und arbeiten sich daran ab.

Mit dem Parteitag in Potsdam 2026 und der ersten Welle von Sozialprotesten in diesem Sommer haben wir diesen Schwerpunkt mit den Reformplänen der Bundesregierung verbunden. Wir konnten damit diskursiv durchdringen und auch mehrere Zehntausend Menschen auf die Straße bringen. Die Linke war so die einzig wahrnehmbare Stimme gegen den Sozialraub und für ein bezahlbares Leben. Sie hat sich als erste Kraft getraut, in die Offensive zu gehen. Als ersten Zwischenerfolg begreifen wir, dass der DGB und Mitgliedsgewerkschaften am 26.9. zu einem großen bundesweiten Aktionstag aufgerufen haben.

Unsere Vorhaben:

  1. Um durchsetzungsfähig zu werden und den Sozialraub der Bundesregierung zu stoppen, müssen wir unseren Protest dagegen ausweiten. Dafür nehmen wir uns konkret zwei Elemente vor:
    1. Aufbau der Sozialproteste: Wir bauen die Sozialproteste weiter auf und beteiligen uns an anstehenden Protesten der Gewerkschaften gegen die Pläne der Bundesregierung. Der Auftakt dafür waren die DGB-Kudgebungen am 26.9, an denen 175.000 Menschen teilnahmen. Darüber hinaus entwickeln wir eine Erzählung und Forderungen gegen die Angriffe auf hart arbeitende Menschen. Dabei wollen wir vor allem mit betrieblichen und gewerkschaftlichen Akteuren zusammenarbeiten. Gleichzeitig bieten wir denjenigen, die von der Sozialdemokratie enttäuscht sind, eine Alternative – einen Ort, an dem sich Widerstand bündelt.
    2. Weiterentwicklung der Kommunikationsstrategie und Policies: Innerhalb der Oben-unten-Erzählung liegt der Schwerpunkt auf den Sozialkürzungen, um unseren Status als stärkste Kraft gegen den Sozialraub zu festigen und auszubauen. Wir wollen zudem unsere eigenen Forderungen und Pläne stärker öffentlich sicht- und hörbar machen und immer wieder in die Debatte einbringen. Dafür müssen wir unsere Vorhaben, die das Leben der Menschen bezahlbar machen, weiterentwickeln oder teilweise neu durchrechnen.
  2. Ebenfalls wollen wir unseren Protest gegen Sozialkürzungen mit unserer Arbeit gegen die immer weiter fortschreitende Militarisierung verbinden. Denn Krieg, Militarisierung und Zeitenwende sind Klassenfragen. In den Schützengräben dieser Welt sterben unsere Leute für die Kriege der Eliten. Zivile Produktion wird zur Kriegsproduktion, Dienstleistungsberufe werden auf den Kriegsfall vorbereitet. Jeder Euro für Panzer und Raketen fehlt im sozialen Wohnungsbau Der Sozialraub und die immer weiter vorangetriebene Militarisierung unserer Gesellschaft sind aufs Engste miteinander verbunden: Es wird an unserem Leben gespart und gekürzt, um noch mehr Geld in den Bau von Waffen zu stecken. All dies erfordert Widerspruch. In diesem Kontext wollen wir unsere Kommunikation weiter ausbauen – ebenso unsere Anti-Wehrpflicht-Kampagne, inklusive Beratungen, weiteren Kommunikationsanlässen und Events. Mit antimilitaristischen, friedensorientierten Verbänden, Organisationen und Strukturen wollen wir der Zeitenwende im Bündnis etwas entgegensetzen. Unter anderem wird der Parteivorstand dafür eine bundesweite Friedenskonferenz mit einem Fokus auf die Zeitenwende und den Gegenaktivitäten organisieren.
  3. Wir wissen nicht, welchen Ausgang unsere Proteste gegen die aktuelle Bundesregierung haben. Klar ist: Wir werden uns auf eine weitere Strategie hierzu verständigen, wie Faschisierung, Militarisierung und Sozialraub gestoppt werden kann, und werden das als Partei in geeigneten Formaten in unserer Legislatur als Parteivorstand beraten. 

2. Durchsetzungskraft entfalten: Mietenkampagne ausbauen

Ziel der Mietenkampagne ist es, bis 2029 die Mietenfrage zur dominierenden politischen Frage zu machen und den Mietendeckel in greifbare Nähe zu rücken.

Wir konnten bereits reale Erfolge auf mehreren Ebenen erzielen:

Mit der Mietenkampagne haben wir spürbare Fortschritte erzielt und konkrete politische Erfolge errungen: Mietenchecks, Stellen gegen Mietwucher, zurückgezogene Mieterhöhungen, behobene Mietmängel und große Summen von Rückzahlungen durch den Heizkosten-Check. So holen wir Euro für Euro, Wohnung für Wohnung zurück – und bauen lokal und bundesweit Durchsetzungskraft auf. Für diesen Teil der Mietenkampagne (und unserem Engagement gegen die Wehrpflicht) ist eine nachhaltige Stärkung unserer Linke-hilft-Strukturen unerlässlich. Bis wir ein einheitliches bundesweites für den Sozialfonds erarbeitet haben, unterstützen wir die ehrenamtlichen Strukturen von „Die Linke hilft“ bei den konkreten Hilfsangeboten, die eine wichtige Säule unserer Mietenkampagne ausmachen und für Glaubwürdigkeit und konkrete Kontakte mit den MieterInnen sorgen. Ebenso bilden wir weiter Ehrenamtliche für diese Aufgaben aus.

Wir konnten in der Mietenfrage den politischen Diskurs prägen und den Mieten-Notstand stärker präsent machen. Teilweise greifen die anderen Parteien direkt unsere Forderungen und unsere Erzählung auf. In allen Wahlkämpfen war und ist das Thema präsent. Die Linke wird immer stärker als die zentrale Stimme der Mieterinnen wahrgenommen. Organisatorisch ist die Kampagne von der gesamten Breite der Partei getragen, und es gelingt uns, darüber Die Linke vor Ort aufzubauen. Auch die Bündnisarbeit mit Mieterorganisationen und Akteurinnen der Mietenbewegung hat sich deutlich verbessert.

Diese Erfolge zeigen, dass wir deutlich vorankommen. Wir gehen davon aus, dass wir große Verbesserungen im Leben der Menschen durchsetzen können, wenn wir mit der Kampagne weiter auf allen Ebenen der Partei an einem Strang ziehen. Mit der Verbindung aus konkreten Aktionen, mit denen wir unser Profil stärken, öffentlicher Sichtbarkeit, die das Thema setzt und öffentlichen Druck aufbaut, sowie Organisierung und Aufbauarbeit vor Ort sind wir wirksam.

Unsere Vorhaben:

  • Die Mietenkampagne wird fortgeführt und – aufbauend auf den bisherigen Erfolgen – ausgebaut, mit dem Ziel, bis 2029 die Mietenfrage zur dominierenden politischen Frage zu machen und den Mietendeckel in greifbare Nähe zu rücken. Die Herausforderung für die nächste Etappe der Mietenkampagne ist nun, die lokalen Erfolge zu bündeln und daraus eine bundesweit sichtbare Dynamik zu entwickeln (vgl. PV-Beschluss 2026/473).

3. Gewerkschaftsarbeit intensivieren und nächste Schritte gehen, um uns in der lohnabhängigen Klasse zu verankern

Angesichts der sich immer weiter verschlechternden Lebenslage von Tausenden Menschen, die unter den viel zu hohen Preisen bereits jetzt leiden, der Krise der Sozialdemokratie und im Hinblick auf die weiteren sozialen Angriffe der Regierung, hat Die Linke es geschafft, sich konsequent als soziale Kraft zu positionieren.

Eine zentrale Leerstelle besteht bislang in der fehlenden strukturellen Untersetzung von Gewerkschafts- und Betriebsarbeit. Das wiegt besonders schwer, weil das Erreichen genau dieser Zielgruppe – Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz – unser zentrales strategisches Ziel ist im Kampf gegen die Prekarisierung der Lebensverhältnisse und Verbreitung rechter Deutungsmuster der Krise. Als Linke kommt uns hier eine besondere Rolle zu, zumal unter dem Eindruck wachsender Unsicherheit und existenzieller Bedrohung auch die Zustimmung zur AfD wächst.

Gleichzeitig zeigt sich bereits jetzt, dass hier massive ungenutzte Potenziale bestehen: Die wachsende Zustimmung zu unseren sozialen Themen und die Mobilisierung im Rahmen der Sozialproteste belegen, dass Beschäftigte für unsere Politik erreichbar sind. Ohne organisatorische Anbindung an Betriebe und Gewerkschaften bleibt dieses Potenzial jedoch weitgehend ungehoben – die Zustimmung in Umfragen übersetzt sich nicht in konkrete Organisierung am Arbeitsplatz und darüber hinaus.

Für die Linke als Partei mit dem Anspruch, organisierende Klassenpartei zu sein, ist der unauflösliche Gegensatz von Kapital und Arbeit das Herzstück für die Analyse der Gesellschaft und für die Perspektiven ihrer Veränderung. Eine systematische Auseinandersetzung mit gewerkschaftlichen Themen und Kämpfen – sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die Rolle unserer Partei – ist daher unverzichtbar, aber noch zu wenig untersetzt.

Unser Vorhaben:

Anknüpfend an den Beschluss des Parteivorstands vom 21. März 2026 zur „Gewerkschaftsarbeit als klassenpolitische Säule der Partei Die Linke" wollen wir daher unsere Gewerkschaftsarbeit intensivieren und nächste Schritte gehen, um uns in der lohnabhängigen Klasse zu verankern. Was wir mit unserem systematischen Vorgehen in hunderttausenden Gesprächen an Haustüren gelernt haben führen wir vor den Werkstoren und Betrieben fort. Dazu erproben und entwickeln wir gezielt Anspracheformate und Angebote für Kolleginnen und Gewerkschafterinnen, mit denen wir Die Linke insbesondere auf Kreis- und Landesebene als Teil einer gemeinsamen gewerkschaftlichen Bewegung verankern. An der Streiksolidarität halten wir fest. Zudem wollen wir die Anspracheformate insbesondere im Aufbau der Sozialproteste erproben. Teil dieser Strategie ist es auch, das gewerkschaftliche Engagement unserer Mitglieder zu kennen. Nur so können wir uns vernetzen und Erfahrungen bündeln. Über „Meine Linke“ sollen perspektivisch die persönlichen Daten der Mitglieder, wie die Gewerkschaftszugehörigkeit und Funktion selbst gepflegt werden können. 

4. Eine Linke, die Orientierung gibt: Weiterentwicklung der Kommunikation

Vor zwei Jahren haben wir eine neue Kommunikationsstrategie entwickelt. Sie wird heute breit von der Partei getragen – von Kreisverbänden über einige Landesverbände bis hin zu Fraktion und Bundesebene. Die Strategie baut auf dem Race-Class-Narrativ auf und stellt die gemeinsamen Interessen der arbeitenden Klasse in den Mittelpunkt. Seitdem können wir bereits große Erfolge vorweisen.

Auf allen unseren Social-Media-Kanälen konnten wir unsere Reichweite massiv steigern und belegen im Parteienvergleich teilweise den ersten oder zweiten Platz. Auch in der Presse dringen wir mit unseren Themen durch: Unsere Spitzenpolitikerinnen sind gefragte Gäste in den großen Talkshows, und Journalistinnen greifen unsere Botschaften häufig auf. Zudem konnten wir unsere Kompetenzwerte deutlich steigern – besonders bei den Themen, die wir gezielt in den Fokus unserer Kommunikation stellen: Mieten und soziale Gerechtigkeit.

Daran wollen wir anknüpfen. Wir begreifen das als elementares Handlungsfeld, damit sich fortschrittliche Vorstellungen und Forderungen gegen rechte Politik durchsetzen und wieder gesellschaftlich mehrheitsfähig werden. Dafür müssen wir daran arbeiten, zu wesentlichen gesellschaftlichen Konfliktfeldern gehört zu werden. Als Linke wollen wir Orientierung geben, Perspektiven aufzeigen und überzeugen.

Unsere Vorhaben:

  • Wir wollen unsere Kommunikationsstrategie weiterentwickeln – insbesondere für Themen, bei denen unsere Zielgruppen teils gespalten sind, wie zum Beispiel Klima- und Industriepolitik, aber auch in Form einer Ansprache für den ländlichen Raum. Auch dort wollen wir eine klare Oben-unten-Erzählung und eine gezielte Zielgruppenansprache aufbauen. Unser Ziel ist, Spaltungen zu überwinden, um angesichts der eskalierenden Klimakatastrophe und der dramatischen Umbrüche in der Industrie durchzudringen.
  • Wir wollen zudem, dass noch mehr Kreis- und Landesverbände die Grundlagen effektiver Kommunikation und unsere Kommunikationsstrategie kennenlernen und eigenständig anwenden können, um auf allen Ebenen der Partei auszustrahlen.
  • Darüber hinaus wollen wir uns auch in unserer digitalen und medialen Kommunikation auf unsere Fokusthemen konzentrieren: die Mietenfrage und das bezahlbare Leben, verbunden mit den Angriffen auf den Sozialstaat und der betrieblichen Verankerung.

5. Ein Update für unser Grundsatzprogramm 

Wir wollen als sozialistische Mitgliederpartei weiter auf der Höhe der Zeit agieren. Deshalb haben wir auf den Bundesparteitagen in Halle (Herbst 2024) und Chemnitz (Frühjahr 2025) beschlossen, unser Grundsatzprogramm an einigen Stellen zu überarbeiten. 

Die Diskussion des Grundsatzprogramms muss einen Beitrag leisten, dass die politischen Positionen der Linken innerhalb der eigenen Organisation verallgemeinert und angeeignet werden können. Hierfür binden wir unsere vielen Mitglieder aktiv in den Programmprozess ein. 

Um einen guten Debattenprozess in der Partei zu gestalten, soll  die Diskussion

  • breit, niedrigschwellig und beteiligungsorientiert geführt werden

Es sollen möglichst viele Mitglieder daran teilnehmen und dazu beitragen können. Es ist wichtig, dass dieser Prozess nicht parallel oder abgekoppelt von der Entwicklung der Partei läuft, sondern eng mit Fragen und Bedarfen der Mitglieder verwoben ist. So kann die Debatte dazu führen, dass die politischen Positionen innerhalb der Linken verallgemeinert und angeeignet werden – und nach außen ausstrahlen.

  • wahrnehmbar und begeisternd sein

Wir wollen öffentlichkeitswirksam zeigen: Die Linke stellt sich als erstarkende politische Kraft den Herausforderungen unserer Zeit und formuliert kluge, zuspitzende und transformatorische Antworten, die Orientierung über die Linke hinaus – in die Gesellschaft – geben und mit denen Die Linke in der Lage ist, die gesellschaftliche Hegemonie zu verschieben.

  • Die Linke insgesamt stärken

In dem Prozess sollten kritische Intellektuelle, Multiplikator*innen und Verbündete aus dem zivilgesellschaftlichen Umfeld, Gewerkschaften, NGOs und Bewegungen zu Wort kommen und ihn mitgestalten. So können wir Die Linke tiefer in der gesellschaftlichen Linken und sie als Bezugspunkt der dort geführten Debatten verankern.

Der Programmprozess muss auf der Höhe der linken gesellschaftlichen Debatte stattfinden. Er soll nicht (nur) die Streitlinien der vergangenen Jahre reproduzieren, sondern systematische Linien, Differenzen und mögliche gemeinsame Perspektive herausarbeiten und bearbeitbar machen. Dafür stellen wir die Kommunikation mit Fachleuten aus Partei, Bundestagsfraktion, Landtagsfraktionen, BAGn, NGOs und anderen Expert*innen sicher. Durch die vielfältigen Perspektiven sollen frühzeitige „Schließungen“ der offenen Fragen vermieden werden. 

Die Formate sollen niedrigschwellig und beteiligungsorientiert sein. Der Programmprozess wird als ein Zueinander von Präsenz-Veranstaltungen und Online-Beratungen angestrebt. Es soll zentral organisierte Veranstaltungen geben, die als Anker in der Debatte dienen und die Vielfalt an Positionen garantieren. Darüber hinaus können Gliederungen der Partei selbstverständlich lokal und dezentral Veranstaltungen organisieren. Dabei werden sie durch einen Referent*innenpool unterstützt, der von der Bundesgeschäftsstelle zusammengestellt wird. 

Die inhaltlichen Schwerpunkte werden in Schienen gegliedert, die über ein halbes bis ganzes Jahr verfolgt werden. Davon laufen je zwei bis drei parallel in einer Debattenphase. Auch hier wollen wir versuchen, die anstehenden Landtagswahlkämpfe in der Choreografie zu berücksichtigen, um ungewollte Nebeneffekte der Debatten zu vermeiden. Insgesamt wird es folgende 4 Schienen und zwei zusätzliche Themenfelder geben:

  1. Sozial-ökologische Transformation (Herbst 2025 bis Sommer 2026)
  2. Friedenssicherung, neue Blockkonfrontation und Europa (Herbst 2025 bis Winter 2026)
  3. Linke Oststrategie und Transformationsregionen (Sommer 2026 bis Frühjahr 2027)
  4. Solidarische Migrationsgesellschaft (Sommer 2026 bis Frühjahr 2027)
  5. Zusätzlich werden über die gesamte Debattenphase die zwei Themenfelder Faschisierung/Rechtsruck und „In welchem Kapitalismus leben wir, welchen Sozialismus wollen wir“ bearbeitet. Sie rahmen den Programmprozess, machen Dringlichkeit, gemeinsame Perspektiven und die Herausforderungen deutlich, auf die das Programm antworten muss.

Im Rahmen des Programmprozesses müssen wir zudem zur Rückgewinnung und Stärkung der Demokratie („Take back democracy“) diskutieren, um eine linke Alternative zu Faschisierung und Krisenverwaltung zu formulieren.

Neben der Programmkommission sichert eine queer-feministische Programmkommission eine geschlechtergerechte Perspektive in unserer Diskussion.

Die Arbeit in den Schienen beginnt mit einer Auftaktkonferenz; es folgen neben internen Debatten der AGn online-Veranstaltungen für interessierte Mitglieder (Interessengruppen sind über Zetkin erhoben, derzeit 7100 TN). Der „Eingang“ in die Debatte erfolgt über das Debattencamp: https://programm.die-linke.de/

In den Auftaktkonferenzen und Online-Veranstaltungen wird Beteiligung über online-Gruppen (und Padlet Feedback) und Watch-Partys (Live Arbeitsgruppen der Basis) organisiert. Den Kreis- und Landesverbänden werden Musterveranstaltungen zur Verfügung gestellt, die selbständig durchgeführt werden können. Für die Schienen sind Bildungsveranstaltungen erstellt worden, die einen niedrigschwelligen Einstieg in die Debatten ermöglichen. Aus den Diskussionen von AGn und Kommissionen werden Positionen für jeweils definierte Zeit im online-Debattentool Loomio zur Diskussion gestellt (derzeit 1.500 angemeldete TN). Diese Diskussionen werden redaktionell von AGn und Hauptamtlichen begleitet. Die AGn erstellen mit Unterstützung der Mitarbeiter*innen einen Abschlussbericht, der mit der Kommission diskutiert wird und dem Parteivorstand zugeht. 

Die AGn und Kommissionen werden von Mitarbeiter*innen begleitet. Onlinekonferenzen, -veranstaltungen, die redaktionelle Begleitung der Online und die Erstellung der Berichte sind mit erheblichen Aufwand für die Mitarbeiter*innen des KLH verbunden (Schwerpunkt P&A, BGF-Büro und Veranstaltungsorganisation).

Unsere Vorhaben:

  • Wir wollen mit der Überarbeitung des Grundsatzprogramms ein Parteiprogramm erarbeiten, welches einer sozialistischen mitgliederpartei gerecht wird und die gesellschaftlichen Entwicklungen seit dem Beschluss des Erfurter Programms berücksichtigt und widerspiegelt.
  • Wir wollen einen breiten und beteiligungsorientierten Debattenprozess innerhalb der Partei organisieren, mit Hilfe von vielfältigen Veranstaltungsformaten, auch unter Einbeziehung der Bundestagsfraktion, den Landtagsfraktionen, BAGn, NGOs und anderen Expert*innen
  • Wir wollen gemeinsam mit strategischen Partner*innen diskutieren. Dazu zählen Gewerkschaften und betriebliche Initiativen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Mieter:innen- und Sozialbewegungen, Klima- und Umweltverbände, Vertreter*innen anderer Parteien, migrantische Selbstorganisationen, Demokratie- und Menschenrechtsorganisationen, Jugendverbände, Kultur, Wissenschaft und kommunale Akteure. 

6. Parteimitglieder integrieren und ausbilden: Parteientwicklung stärken, Bildungsprogramm weiterentwickeln

Nach dem Mitgliederzuwachs haben wir die Chance, eine organisierende Klassenpartei aufzubauen. Aktuell sehen wir aber, dass die Gesamtorganisation unter ihren Möglichkeiten verbleibt. Der Mitgliederzuwachs hat unsere Kapazitäten, jenseits von Parlamenten in die Welt zu wirken, erhöht, aber organisierende Kerne vor Ort sind nicht automatisch mitgewachsen. Gerade auf Ebene der Kreis- und Bezirksverbände müssen viele unserer Funktionär*innen und Kandidierenden gerade viel selbst leisten und sich vieles selbst erarbeiten. Diese bilden allerdings in der Regel die erste Anlaufstelle für neue Mitglieder sowie die Bürgerschaft vor Ort. Daraus ergibt sich das Ziel, unsere Kreisvorsitzenden und Kandidierenden besser inhaltlich zu schulen und ihnen Werkzeuge für den Parteiaufbau sowie die Repräsentation der Partei in der Öffentlichkeit an die Hand zu geben. Bereits vorhandene Grundlagen-Dokumente müssen zentral gesammelt und einfacher zugänglich gemacht werden und perspektivisch soll geschaut werden, wie dies in vorhandenen oder neuen Bildungsprogrammen gedacht werden kann. Um die Aktivitätsquoten der Kreisverbände zu erhöhen, müssen mehr GenossInnen Verantwortung übernehmen und als OrganizerInnen dafür sorgen, dass ein strategischer Rahmen entwickelt wird, in dem Menschen aktiv werden können, Genoss*innen dafür gewinnen, ihnen das nötige Handwerkszeug vermitteln, gemeinsam nach außen wirken, und am Ende auswerten. In jedem dieser Aktivitätszyklen müssen die Kerne wachsen oder neue Kerne ausbilden.

Das Ziel ist also der Aufbau und die Weiterentwicklung der organisierenden Kerne über einen längeren Zeitraum. Es geht nicht nur um quantitative sondern auch qualitative Sprünge und eine kluge Verzahnung der Strategiefähigkeit der ganzen Partei und ihrer Landesverbände.

Die verschiedenen Teams innerhalb des Bereiches arbeiten auf verschiedene Weisen entlang dieser Annahmen:

Das Team Bildung entwickelt das Bildungsprogramm Aufbauheld*innen. Dieses wendet sich primär an Neumitglieder und Mitglieder aus dem ländlichen Raum. Die übergeordneten didaktischen Ziele der Aufbauheld*innenveranstaltungen sind: Stärkung der politischen Urteilsfähigkeit und des Klassenbewusstseins, Vermittlung der sozialistischen Grundprinzipien der Linken, Vermittlung von Wissen über Prozesse, Kampagnen, Werkzeuge und Inhalte, Förderung des politischen Engagements und Herausbildung einer Denk- und Handlungsorientierung. Die Teilnehmenden lernen somit die Grundlagen der politischen Arbeit und die politische Kultur der Linken kennen und werden in diese hinein politisiert. 

Personen die sich innerhalb des Aufbauheld*innenprogramms qualifizieren werden in einem nächsten Schritt in ein Bildner*innen Netzwerk aufgenommen. Innerhalb dessen sie die didaktischen Fähigkeiten erlernen Seminare und Workshops in den eigenen Kreisverbänden anzubieten und somit Bildungsarbeit langfristig auf Ebene der Kreisverbände etablieren sollen.

Das Team Mitglieder bildet einerseits die Schnittstelle zwischen der Mitgliedschaft und der Bundesgeschäftsstelle indem eine Ansprechbarkeit zu allen Fragen der Mitgliedschaft hergestellt wird und die Erkenntnisse dieser an verschiedenen Stellen innerhalb der Partei zurückgespiegelt werden (z.B. Umstellung des elektronischen Eintrittsprozesses oder Anstiege an Austritten). Gleichzeitig wird durch den Tag der Mitgliederbeauftragten angestrebt eine Weiterentwicklung des Rollenprofils der Mitgliederbeauftragen innerhalb der Partei weiterzuentwickeln und zu verankern und einen Austausch zwischen den Kreisverbänden zu best-practices aufzubauen. Langfristig ist das Ziel gemeinsame Standards für die Mitgliederarbeit und die Einbindung von Neumitgliedern zu etablieren und Entwicklungspfade, welche in der Regionalbetreuung erprobt und getestet werden, flächendeckend zu etablieren, sowie eine Strategie zur Neumitgliedergewinnung zu entwickeln.

Das Team Organisierende Mitgliederarbeit arbeitet aktuell in drei Feldern. Der Regionalbetreuung durch welche in einzelnen Landesverbänden durch die Zusammenarbeit mit Aktiven in Kreisverbänden das strategische Wissen zum Aufbau von neuen Kernen entlang von Aktivitätszyklen getestet und weiterentwickelt wird und Leuchtturmprojekte aufgebaut werden sollen. Während gleichzeitig durch einen engen Kontakt mit den jeweiligen Landesebenen diese Erfahrungen in den Ländern verbreitert werden und ein enger Kontakt zwischen den Landesgeschäftsstellen und der Bundesebene besteht. Gleichzeitig fungiert die Regionalbetreuung als Motor für verschiedene Bundesprojekte durch die Identifikation von geeigneten Schlüsselpersonen und als Gradmesser für Stimmungen an verschiedenen Orten innerhalb der Partei und der Basis, durch einen Vertrauensaufbau zwischen der Bundesebene und Kernaktiven.

Das Team strebt zudem eine strategische Ausbildung von Kernpersonen innerhalb der Partei an, um diesen das notwendige Wissen für langfristigen Parteiaufbau zu vermitteln. Außerdem sollen durch die Herstellung dieses Lern- und persönlichen Weiterentwicklungsraumes die Kernpersonen langfristig an die Partei gebunden werden.

Abschließend arbeitet das Team zetkin an der Implementation der Mitgliedersoftware zetkin. Diese unterschützt Aktive auf lokaler Ebene in der Organizing Arbeit an der Basis und etabliert eine strategische Mitgliederarbeit. Ziel des Implementationsprozesses ist es über die Einführung der Software eine langfristige und stratgische Arbeitsweise zu etablieren und gemeinsame Standarts aufzubauen. Durch den Dreischritt Methode, Technik und Praxis lernen Kreisverbände entlang ihrer eigenen Situation eine strategische Arbeit mit der Software aufzubauen.

Unsere Vorhaben:

  • Wir wollen gezielte Bildungsangebote an (Neu-)Mitglieder richten, um ihnen die Grundlagen der politischen Arbeit und die politische Kultur der Linken näher zu bringen
  • Wir wollen die Mitgliederbetreuung strukturieren und gemeinsam mit den Ländern weiterentwickeln.
  • Wir wollen die Landesverbände in der landes- und Regionalbetreuung stärken und sie beim Parteiaufbau unterstützen.
  • Wir wollen einen Reader mit 5-7 außergewöhnlichen Erfolgen der Linken der letzten Jahre zusammenstellen: Wahlsiege,starke Organisationsstrukturen oder Kampagnenerfolge. Jedes Kapitel zeigt Ausgangslage, eingesetzte Ressourcen und was an Strukturen bleibt. Die Beispiele sollen dabei divers genug sein, als dass sich verschiedene Kreisverbände darin wiederfinden.

     

7. Die Linke nachhaltig aufbauen: Ressourcen schaffen

Wir merken jeden Tag: Wir können als Linke wirksam sein. Wir werden gehört. Aber da bleiben wir nicht stehen. Unser Ziel ist, Die Linke weiter aufzubauen und noch mehr Menschen täglich zu erreichen.

Dafür müssen wir jetzt die nächsten Schritte gehen. Wir begreifen unsere Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit als Vehikel, um mit größeren Teilen unserer Klasse in Kontakt zu treten und ihnen ein politisches Angebot zu unterbreiten. Wir wollen Millionen erreichen und dafür gewinnen, mit uns die Hoffnung aufzubauen. Im Kern geht es darum, deutlich mehr Menschen zu erreichen – und sie systematisch entlang eines Trichters an die Partei heranzuführen: vom ersten Kontakt über Social Media oder die Unterschrift einer Petition, über die Spende, bis hin zur Mitgliedschaft und schließlich zum aktiven Engagement. Genau diese Infrastruktur, um Menschen Schritt für Schritt durch diesen Trichter zu führen, fehlt uns bislang. Diese tragfähig aufzubauen, nehmen wir uns vor. 

Digitales Campaigning und Fundraising: Im Bereich des digitalen Campaignings und Fundraising sind wir in den letzten zwei Jahren deutlich vorangekommen – Tools wie die Mietwucher-App der Bundestagsfraktion und der Heizkosten-Check zeigen, dass digitale Ansprache und Aktionsformate bei uns funktionieren und Wirkung entfalten. Dennoch fehlt es nach wie vor an der notwendigen Infrastruktur, um dieses Potenzial systematisch zu heben. In den letzten Monaten konnten wir sehen, dass im Aufbau eines Kleinspendenfundraisings ein riesiges Potenzial für die Linke liegt. Mit sehr begrenzten technischen Möglichkeiten, konnten wir mit unseren Fundraisingaktivitäten aus der Bundesgeschäftsstelle allein im Jahr 2026 [831.000 Euro an Spenden einnehmen (wichtig: die Gelder die für die Landtagswahlen gesammelt wurden, teilen wir uns auch mit den wahlkämpfenden Ländern auf) und damit bereits jetzt, Stand August 2026, das vom Parteivorstand im Finanzplan 2026 beschlossene Jahresziel (400.000 Euro/Jahr) weit übertreffen. Doch das größte Potenzial liegt bei den Menschen, die unsere Inhalte teilen und uns wählen, aber noch nicht den Schritt gegangen sind, Mitglied der Linken zu werden. Aktuell können wir diese mangels technischer Möglichkeiten noch nicht direkt ansprechen. Ohne zusätzliches Geld können wir kaum ein größeres Vorhaben wie z.B. neue Kampagnen oder die Organisation von größeren Protesten ohne Weiteres finanzieren. Deswegen sehen wir es als große Priorität, diese Lücke zu schließen.

Wahlkampfbegleitung und Professionalisierung der Wahlkämpfe der Länder: In diesem Jahr fanden fünf Landtagswahlen statt, die wir erstmals mit einem neuen Konzept aus der Geschäftsstelle begleitet haben – zentral dabei ein Kampagnenworkshop zu Beginn jedes Wahlkampfs, der die Grundlagen zu Wahlstrategie, Kommunikationsstrategie, strukturellem Aufbau und Organizing vermittelte. Darauf folgte eine unterschiedlich enge Begleitung, die in einigen Ländern bis zur vollständigen Umsetzung einiger Wahlkampfmaßnahmen reichte.

Dabei zeigte sich in nahezu allen Ländern dasselbe: Eine Fokussierung auf den Aufbau von Professionalisierung und Personal und eine professionelle Umsetzung der Strategie ist dringend notwendig. So können wir langfristig das Potenzial ausschöpfen.

Digitalisierung der Partei: Wir sehen in „Meine Linke“ die zentrale Infrastruktur für die Partei, die eine verlässliche Präsenz der Partei vor Ort und eine Kampagnenfähigkeit der Partei auf Landesebene massiv unterstützen kann. Mit der Einführung von „Meine Linke“ als zentrales Identitätsmanagementsystem können wir Landesgeschäftsstellen langfristig von wesentlichen administrative Aufgaben entlasten und damit Kapazitäten für die organisierende Arbeit schaffen. 

Zentrale Unterstützungsstruktur Linke-hilft: Die bundesweit bestehenden ehrenamtlichen „Linke hilft“-Strukturen bieten Beratung, Vernetzung, Weiterbildung und fachliche Unterstützung. Damit werden konkrete Angebote in den Stadtteilen geschaffen und darüber hinaus ist es ein konkretes Aktivitätsangebot für unsere Mitglieder. 

Unsere Vorhaben:

  • Aufbau digitales Campaigning und Fundraising: Um die beschriebene Infrastrukturlücke zu schließen, wird der Aufbau der notwendigen technischen Systeme und der personellen Infrastruktur für digitales Campaigning und Fundraising zum Schwerpunkt. Ziel ist der systematische Aufbau des beschriebenen Trichters – vom ersten Kontakt über Social Media oder Petition bis zum aktiven Mitglied –, um das bislang ungenutzte Potenzial der Millionen Menschen zu heben, die unsere Inhalte bereits sehen.
  • Weiterentwicklung unserer Wahlkampfarbeit: Im Zentrum der Weiterentwicklung unserer Wahlkampfarbeit steht der Aufbau einer Wahlkampfmaschine für die Länder: eine zentrale Struktur, die die Landesverbände mit technischer, personeller und strategischer Infrastruktur unterstützt , um Wahlkämpfe noch schlagkräftiger und einheitlicher zu führen.
  • Parteiweite Einführung von „Meine Linke“ als Identitätsmanagementsystem: Es ist einerseits ein Portal, in dem jedes Mitglied Zugang zu allen parteiweiten Diensten findet (Aktivisti, Cloud, Kiosk, Lissi, Loomio, Open Slides, Archiv der Wahlprüfsteine etc.) und sich innerhalb seiner/ihrer Gliederung verorten kann (Wo bin ich organisiert, wer sind meine Ansprechpartner und Kontaktdaten). Vor allem aber ist es ein zentraler Login, so dass zukünftig jedes Mitglied nur noch einen zentralen Login zu allen Parteidiensten benötigt.  Dadurch wird es möglich, schnell und direkt neue technische Systeme einzuführen, weil die Zugangsberechtigung zentral aufgeschaltet oder entfernt werden kann.
  • Um das „Linke-hilft“ Angebot weiterzuentwickeln und auszubauen, braucht es eine verlässliche Schnittstelle zur Bundesgeschäftsstelle. Sie soll dort strukturelles Backup leisten, wo ehrenamtliche Kapazitäten an Grenzen stoßen – insbesondere bei Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederbetreuung, Bildungsangeboten sowie Website- und Materialpflege – und zugleich den Wissenstransfer zwischen Haupt- und Ehrenamt sicherstellen. So werden bestehende Angebote und Kompetenzen auch innerhalb der Partei sichtbar und neue Aktive können gezielt beim Aufbau und der Mitarbeit in Beratungsangeboten unterstützt werden. Nach dem Prinzip gewerkschaftlichen Organizings stärkt die hauptamtliche Struktur die Ehrenamtlichen darin, ihre Arbeit vor Ort bestmöglich umzusetzen und strategisch weiterzuentwickeln.