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Christoph Timann (Hamburg)

Liebe Genossinnen, liebe Genossen!

Die Corona-Pandemie ist und bleibt außer Kontrolle. Mehr als 100 Millionen Infizierte und 2,3 Millionen Tote sind die traurige weltweite Bilanz. Das Virus ist so weit verbreitet, dass es durch Mutationen ansteckender wird und damit noch gefährlicher. Es droht eine dritte Infektionswelle. "Augen zu und durch" kann und darf nicht unsere Lösung sein. Wir brauchen eine linke Strategie gegen die Pandemie.

Auf der anderen Seite leiden wir alle unter den Bedingungen der wiederholten Lockdowns. Große Teile des öffentlichen Lebens sind lahmgelegt. Gerade für Kinder und ihre Eltern ist das permanente Homeschooling eine Belastung. Die soziale Ungleichheit nimmt in der Krise zu. Und zahlreiche Künstler und kleine Betriebe haben Angst um ihre pure Existenz. Für Menschen in sehr großer Not wird gerade alles noch viel schlimmer.

Die Folgen der Pandemie-Bekämpfung müssten nicht so verheerend sein. Eine massive Umverteilung des Reichtums mit zum Beispiel einer Vermögensabgabe würde die Folgen deutlich reduzieren.

Aber vor allem brauchen wir dringend eine Perspektive, wie wir die Corona-Krise hinter uns bringen. Die Perspektive kann nicht darin bestehen, das Virus zu ignorieren oder kleinzureden. Das tut die politische Rechte, aber sie ist damit auf dem Holzweg. Denn eines ist klar: Jede Woche, in der Corona nur halbherzig bekämpft wird, verlängert doch nur das Problem. Jede Woche, in der zwar Schule und Fußballtraining ausfallen, das Virus aber in Großraumbüros und Amazon-Verteilzentren freie Fahrt hat, ist eine verlorene Woche.

Wir können Corona besiegen - aber wir können Corona nur gemeinsam und solidarisch besiegen. Drastische Maßnahmen - auch Lockdowns - sind nötig, um eine Pandemie zu stoppen. Aber die Bundesregierung zielt immer nur auf den privaten Bereich. Profite sind der Regierung wichtiger als unsere Gesundheit. Daher kommt die zynische Strategie, das Virus nicht zu eliminieren, sondern nur so weit kleinzuhalten, dass die Krankenhäuser mit den Folgen gerade so am Limit zurecht kommen. Auch die Impfkampagne folgt am Ende dieser Logik. Impfen ist wichtig und richtig, aber es kann nur ein Baustein sein.

Wir werden Corona nur überwinden, wenn das Ziel lautet: "Inzidenz Null". Einen Großbrand würde ja auch niemand so bekämpfen, dass es überall ein bisschen brennt - nein, das Feuer muss gelöscht werden. Und es kann wieder ausbrechen, und dann muss es wieder gelöscht werden. Je lokaler eingegrenzt, desto besser - aber ohne Feuerwehr geht es nicht.

Ich bin froh, dass wir uns in unserem Leitantrag für eine solidarische Pandemie-Bekämpfung aussprechen.

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