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Feministisch-sozialistisch

Newsletter Frauen- und Genderpolitik

Dienstag, 03. Dezember 2019

Foto: Beate Klarsfeld, Esther Bejarano, Gesine Lötzsch bei der Clara-Zetkin-Preisverleihung 2012

Advent, Advent, die Zeit, sie rennt! Das Jahr ist schon wieder fast rum, Weihnachten steht vor der Tür. Der Advent ist die Zeit, um sowohl das politische als auch das persönliche Jahr noch einmal bei einer heißen Tasse Glühwein Revue passieren zu lassen.

Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit unserer neuen Fraktionsvorsitzenden Amira Mohamed-Ali, die wir Ihnen in diesem Newsletter kurz vorstellen. Einen herben Rückschlag musste dieses Jahr der VVN–BdA hinnehmen. Der gemeinnützigen Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes wurde im November von einem Berliner Finanzamt die Gemeinnützigkeit aberkannt. In diesem Newsletter lassen wir darum Esther Bejarano, die Ehrenvorsitzende des VVN-BdA  zu Wort kommen.

Nicht vergessen: Im März jährt sich die Verleihung des Clara-Zetkin Frauenpreises zum 10. Mal und wir freuen uns über jede Bewerbung!

Sollte Ihnen beim Gedanken an Weihnachten vor Schreck der Glühwein aus der Hand fallen, weil Sie sich noch keine Gedanken um Weihnachtsgeschenke gemacht haben, können wir Sie beruhigen. Wir haben für Sie eine schöne Auswahl an feministischen Geschenkideen zusammengestellt, mit denen Sie garantiert nichts falsch machen und zusätzlich noch kleine und unabhängige Verlage unterstützen.

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein feministisches, spannendes und glückliches Jahr 2020.

Eure Redaktion Judith Benda, Claudia Gohde, Bettina Gutperl, Katharina Kirchhoff, Nina Rink, Antje Schiwatschev, Vera Vordenbäumen, Uta Wegner, Julia Wiedemann, Nadia Zitouni

 
Aktuelles Aus der Partei Internationales Lesenswert Termine
 

Aktuelles

 

Was ist gemeinnützig? Zur Entscheidung eines Finanzamtes

Sie überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück und kämpft seit vielen Jahrzehnten gegen Faschismus, Rassismus, Ausgrenzung von Minderheiten und die wieder erstarkende Rechte in Deutschland. In unzähligen Veranstaltungen, Schulbesuchen und Veröffentlichungen berichtet Esther Bejarano als Überlebende und Zeitzeugin des Holocaust, über die Schrecken, die sie selbst mit viel Glück überlebte. In Auschwitz spielte Ester Bejarano  im Lagerorchester Akkordeon, nach dem Krieg machte sie in Israel eine Ausbildung als Sängerin. Seit 1960 lebt Esther Bejarano wieder in Deutschland. In den 1970er Jahren betrat Esther Bejarano mit ihrer ersten Musikgruppe Siebenschön die Bühne, in den 1990er Jahren gründete sie mit ihrer Tochter und ihrem Sohn die Gruppe Coincidence. Seit 2009 tritt sie mit der Hip-Hop-Gruppe Microphone Mafia auf, in der drei Generationen mit drei verschiedenen Religionen zusammen spielen und durch gelebtes Miteinander nicht nur gegen Faschismus antreten, sondern auch für Toleranz. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde  Bejarano 2008 das Bundesverdienstkreuz verliehen. DIE LINKE hat Esther Bejarano 2012 den Clara-Zetkin-Preis verliehen. Seit 2008 ist sie die Ehrenvorsitzende der VVN–BdA, der gemeinnützigen Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, gegründet 1947 von Überlebenden der Konzentrationslager und NS-Verfolgten. Der VVN–BdA wurde nun von einem Berliner Finanzamt die Gemeinnützigkeit aberkannt. Esther Bejarano protestiert in einem Offenen Brief an Finanzminister Olaf Scholz gegen diese Entscheidung und spricht in einem lesenswerten Interview im Spiegel über diese Unverschämtheit. 

Am 15. Dezember feiert Esther Bejarano ihren 95. Geburtstag und wir gratulieren an dieser Stelle schon sehr herzlich. Ein gutes Geschenk für Esther Bejarano und den Kampf gegen Faschismus wären viele neue Mitgliedschaften in der VVN-BdA.

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Verbot von Konversionstherapien

Die (geschlechtliche) Identität einer Person oder deren sexuelle Orientierung sind keine Krankheiten und auch nicht therapiebedürftig. Das Gesundheitsministerium hat im November zwei neue Gutachten vorgestellt, die ein Verbot von Konversionstherapien stützen und unterbreitet in einem Referentenentwurf die Änderung der bisherigen Rechtsgrundlage. Die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb), Prof. Dr. Maria Wersig, erklärt dazu: „Ein wirksamer gesetzlicher Schutz muss deshalb alle Maßnahmen untersagen, die darauf gerichtet sind, von außen gezielt auf die geschlechtliche Identität oder die sexuelle Orientierung einzuwirken. Derartige Maßnahmen greifen sowohl in die seelische und körperliche Integrität, als auch in die – auch sexuelle – Selbstbestimmung sowie das Persönlichkeitsrecht ein.“ Der Deutsche Juristinnenbund sieht allerdings Änderungsbedarf. Doris Achelwilm, Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Gleichstellungs-, Queer- und Medienpolitik, erklärt dazu: „Wir sehen kritisch, dass laut Gesetzentwurf eine Zustimmung zu einer Konversionstherapie möglich werden soll: ab dem 16. Lebensjahr durch die Sorgeberechtigten und ab dem 18. Lebensjahr durch die volljährige Person selbst. An dieser Stelle muss der Gesetzentwurf zwingend nachgebessert werden." DIE LINKE hat dazu einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

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Aus der Partei

 

Clara-Zetkin-Frauenpreis 2020 - Jetzt bewerben!

DIE LINKE lobt anlässlich des Frauentages 2020 zum zehnten Mal einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden. Mit dem Preis wird ein aktuelles Projekt oder eine Initiative einer Frau ausgezeichnet. Es können sich Fraueninitiativen oder Projekte für den Frauenpreis selbst bewerben oder von Parteimitgliedern der LINKEN vorgeschlagen werden. Jetzt bewerben!

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Amira Mohamed Ali - Unsere neue Fraktionsvorsitzende

"Guten Tag, mein Name ist Amira Mohamed Ali. Ich stehe heute zum ersten Mal hier." So stellte sich unsere neue Fraktionsvorsitzende am 12. November der Presse vor. Wir antworten gerne: "Herzlich willkommen, Amira!" Sie kennen Frau Mohamed Ali noch nicht? Kein Problem, wir fassen Ihnen gerne ein paar kurze Informationen zusammen.

Amira Mohamed Ali wurde 1980 in Hamburg geboren. Sie ist die Tochter eines Ägypters und einer Deutschen und die erste Muslima, die zu einer Fraktionsvorsitzenden im Bundestag gewählt wurde. Seit 2008 ist sie zugelassene Anwältin und lebt in Oldenburg. 2017 wurde Amira Mohamed Ali Mitglied des Deutschen Bundestages für die Bundestagsfraktion DIE LINKE. Bislang war sie Sprecherin für Verbraucherschutz und Sprecherin für Tierschutz. In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Sängerin: Mit ihrem Akkustik-Duo "Brookly Baby" spielt sie Songs, unter anderem von Lana Del Rey, Johnny Cash, David Bowie, The Beatles, Beyoncé, Joe Bonamassa. 

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Internationales

 

Bolivien: Jetzt ist der richtige Moment für eine kritische Reflexion

Die argentinische Feministin Rita Segato lehrt an der Universidade de Brasília Anthropologie. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Untersuchung geschlechtsspezifischer Gewalt. Im folgenden Beitrag setzt sie sich mit der aktuellen Situation in Bolivien nach dem Staatsstreich auseinander.  

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Lesenswert

 

Wir Frauen - Das Feministische Blatt

Warum nicht mal ein Abo verschenken und für ein ganzes Jahr Freude bereiten? "Wir Frauen" publiziert seit 1982 "Das feminitische Blatt": unabhängig, radikal und solidarisch. Ein Redakteurinnen-Kollektiv schreibt hier gegen den Mainstream, der die vielfältigen Realitäten von Frauen* nicht wiederzugeben vermag, um einen Beitrag zur Gegenöffentlichkeit zu leisten. Sie publizieren unter dem Motto des "solidarischen Wir" - ohne dabei die Debatten- und Disputkultur aus den Augen zu verlieren.

Kosten: Jahresabo 16€, oder als Förderabo für 26€.

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Wir Frauen - Taschenkalender

Sie zählen auch schon die Tage bis zum nächsten Frauenkampftag? Mit diesem Kalender macht das sogar richtig Spaß. Gefüllt mit zahlreichen Porträts und Infos über vergangene und aktuelle Frauenkämpfe, einem "Kleinen Lexikon", das Schriftstellerinnen und Schauspielerinnen im Exil 1933-45 gewidmet ist, sowie beeindruckenden Bildern, Prosa, Gedichten und klugen Sprüchen zum Schmunzeln und Nachdenken im feministischen Alltag. Eine kleine Chronik erinnert an wichtige Ereignisse der Frauenbewegung und im Anhang finden sich praktische Übersichten.

Kosten: 11,90€.

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Queerfeministischer Taschenkalender

Nicht nur das Faultier auf dem Cover hat uns vom Queefeministischen Taschenkalender überzeugt. Auch, dass er sich mit den Fragen zu Norm/ Normalität/ Normativität auseinandersetzt, eines der zentralen Themen im Queerfeminismus. Denn jeden Tag werden wir mit Erwartungen konfrontiert, wie wir oder die Dinge zu sein haben. Und mit einem Blick in den Taschenkalender wissen wir: Wir sind nicht alleine damit. So stellt der Kalender Fragen, versucht zu erklären und Antworten zu geben und setzt sich hartnäckig gegen sexistisches, homo- und transfeindliches Verhalten zur Wehr. Vor allem aber gibt er Mut, denn auch das Faultier kommt irgendwann ans Ziel. Und zwar entspannt und langsam.

Kosten: 7,80€.

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Missy Magazine

Das Missy Magazine ist ja schon lange kein Geheimtipp mehr. Missy ist bunt, Missy ist laut, Missy ist aufregend. Darum ist ein Abo des Magazins besonders auch für die jüngeren unter den zu Beschenkenden attraktiv, die sich sonst wohl eher in der Cosmopolitan Tipps für das perfekte Silvesterparty-Outfit holen. Missy ist das Magazin für Pop, Politik und Feminismus - aber immer mit einer süffisanten Art, die den Status Quo in Frage stellt. Lohnt sich, denn es macht Spaß!

Kosten: Jahresabo 30€.

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Naturtrüb Magazin

Naturtrüb ist nicht nur oft das Wetter zu Weihnachten, sondern auch eine absolut empfehlenswerte Neuerscheinung in der Magazin-Landschaft. Naturtrüb ist ein feministisches Magazin von Frauen* für alle, in dem Texterinnen* und Zeichnerinnen* ihre verschiedenen Blickwinkel auf ein gemeinsames Thema beleuchten. Entstanden aus dem Drang und dem Wunsch, eine Platform zu haben, auf der kreative Frauen* ihre Kunst veröffentlichen, haben sie die erste Ausgabe durch Crowdfunding finanziert. Das Ergebnis steht unter dem Motto "Suchen und Finden" und bietet 247 Seiten Text und Zeichnungen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen. Von dem Wunsch einer Frau, einen LKW zu kaufen und den dazugehörgen männlichen Reaktionen, bis hin zu der Suche nach der Feministin in sich, wird es nie langweilig, ist unterhaltsam und wunderschön inszeniert.

Kosten: 20€

Bestellung über E-Mail: info@naturtrueb-magazin.de, oder in ausgewählten Buchläden in Bielefeld.

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Prinzessin Grünerbse schlägt drei Purzelbäume auf dem Misthaufen

Normalerweise halten wir ja nichts von Spin-Offs, aber dieses Kinderbuch ist einfach zu schön. Prinzessin Grünerbse ist nämlich eine Nachkommin der legendären Prinzessin auf der Erbse. Doch anders als ihre Vorfahrin ist Prinzessin Grünerbse ziemlich vorlaut, robust, neugierig und übermütig. Nachdem ihr Vater, der König, das Land vor die Wand gefahren hat, soll seine Tochter Grünerbse die Geschäfte übernehmen. Die hat aber so übehaupt keinen Bock darauf und verlässt kurzerhand das Schloss, um in der Welt Abenteuer zu erleben. Dabei begibt sie sich auch auf eine Reise zu sich selbst. Wird sie am Ende doch noch Königin und macht die Dinge deutlich besser als ihr Vater?

Ab 7 Jahren.

Kosten: 12€.

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Termine

 

6. Dezember 2019, "Where do feminists draw the line", Mainz. Mehr

7. Dezember 2019, (K)eine automatische Revolution, Berlin. Mehr

11. Dezember 2019, Autoritärer Charakter und Geschlechterverhältnisse, Trier. Mehr

11. Dezember 2019, Marx auf Feministisch. Bitte anmelden!, Düsseldorf. Mehr

 

 

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