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Johann war in dieser Woche in Polen an der ukrainischen Grenze und hat dort Hilfsgüter für die Ukraine hingebracht und auf dem Rückweg sieben Geflüchtete nach Deutschland gefahren. Begleitet wurde er von Markus Jakupak. Organisiert haben das Ganze unsere Hamburger Genoss*innen von praktisch.links. Hier Johanns Statement dazu: „Der russische Angriffskrieg erschüttert mich zutiefst und ich habe schon lange überlegt, wie ich praktisch helfen kann. Als ich von dem Konvoi der Hamburger Genoss*innen hörte, war mir gleich klar: Da fahre ich mit! Vor siebzehn Jahren bin ich einige Wochen in der Ukraine gewesen, in Kiew, auf der Krim, in Odessa und auch in Lwiw, das die nächste größere Stadt jenseits der polnischen Grenze ist. Ich traf damals viele wunderbare Menschen und habe noch viele Erinnerungen an sie: Ich war wandern in den Karpaten und hatte dort einen Deutschlehrer als Bergführer, der mich mit seiner Mutter bekannt gemacht hat. Sie lebte in einer sehr bescheidenen Hütte in den Bergen. Ich war mit einer örtlichen Umweltschutzorganisation Müll sammeln in den Bergen mit Picknick, Wodka und singender Rückfahrt auf der Ladefläche eines Pickup. Ich habe mich bei einer jungen Familie eingemietet, wo die Frau des Hauses gerade ihre Prüfung als Ärztin bestanden hatte. Ihr Bruder wollte eine Rammstein-CD, die ich aus Deutschland geschickt habe. Im gleichen Brief habe ich mich schon damals bei meinen Gastgeberinnen und Gastgebern für den Bau von NordStream 1 in aller Form entschuldigt. In der jetzigen Situation sollten wir durch Nordstream 1 erst recht nichts mehr hindurchleiten - das wäre ein großer Beitrag: Kein Geld mehr für Putins Krieg! Mir ist damals so viel Freundlichkeit entgegengebracht worden. Nun fürchte ich um all diese Menschen. Ich bin froh, heute wenigstens einen kleinen Beitrag leisten zu können."
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