Zurück zum normalen Wahnsinn?! Kämpfe fürs Gesundheitswesen

eine Veranstaltung von DIE LINKE. Freiburg

*Fr, 1. Mai
*19 Uhr (Einwahl ab 18.30)
*Livestream: https://www.facebook.com/linkelistefreiburg/live/

Mit Applaus an Fenstern zeigen Bürger*innen ihre Wertschätzung für Pfleger*innen, das Attribut „systemrelevant“ symbolisiert eine politische Anerkennung der Berufe. Von Betroffenen wird diese Art von Sympathiebekundung aber oft als Hohn empfunden, denn seit Jahrzehnten schon weisen Pflegende in allen Sparten und politische Gruppen deutlich darauf hin, dass die Ökonomisierung und Ausrichtung des Gesundheitswesens auf Profit, eine patient*innenorientierte Pflege unmöglich macht. Die Einführung der Fallpauschalen, die Privatisierung von Pflegeeinrichtungen, Krankenhausschließungen etc. führt dazu, dass Pflegende ihrer Arbeit nicht fachgerecht nachkommen können. Aber nicht nur das ist für Pflegende belastend: Schlechte Bezahlung, Unterbesetzung, Überbelastung und fehlende Wertschätzung sind Normalität in den Pflegeberufen, obwohl diese äußerst anspruchsvoll und zentral für unsere Gesellschaft sind. Trotz langjähriger und zahlreicher Proteste schien das Thema Pflege bisher eher ungeliebt: nicht nur die Kritik des Pflegepersonals wird ignoriert, sondern auch Angehörige werden oft alleine gelassen. Die unbezahlte Care-Arbeit wird als quasi „natürlicher“ Teil weiblicher Biographien gesellschaftlich identifiziert und so individualisiert. Doch dagegen hat sich schon lange Widerstand formiert und sich viefältigen Ausdruck verschafft.

Auf unserem Podium wollen wir mit Vertreter*innen aus verschiedenen Bereichen des politischen Kampfs um eine Anerkennung der Care-Arbeit, ein solidarisches Gesundheitswesen und um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen diskutieren. Welche Kämpfe führen wir und welche Erfolge haben wir erzielt? Wie können wir die neu gewonnene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nutzen? Wie lassen sich die Bewegungen und Kräfte bündeln, um gemeinsam die Ungerechtigkeiten in den Arbeitsbedingungen und die bessere Versorgung aller im Gesundheitswesen zu erkämpfen? Können wir die durch Corona neu entdeckten Wege der Vernetzung nutzen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat die Kommune?

Die Corona Pandemie zeigt, dass das Primat der Ökonomie im Gesundheitswesen lebensgefährlich ist. Lebensgefährlich vor allem für Menschen mit geringem Einkommen und für Gesellschaften mit wirtschaftlichen Defiziten. Wie stellen wir unseren Kampf für ein solidarisches Gesundheitswesen neu auf? Wie entreißen wir die Gesundheit aller dem Klammergriff der Ökonomie?

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Gästen vom Netzwerk solidarische Gesundheit, Verdi, Corona Solidarität Freiburg und Pfleger*innen aus Freiburg
 

 

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