Rationalität und Kontrolle in der digitalisierten Gesellschaft

veranstaltet von DIE LINKE.SDS

Der Vortrag verfolgt in einem ersten Schritt das Ziel, Digitalisierung gerade in einer gesellschaftstheoretischen Perspektive genauer zu bestimmen, indem Datafizierung als Kern der Digitalisierung ausgewiesen wird. Datafizierung wird dabei als grundlegender Eingriff in die Art und Weise verstanden, wie Gesellschaft wahrgenommen, dargestellt und hervorgebracht wird: zunehmend in Form von Daten. In einem weiteren Schritt wird der Zusammenhang von einer spezifischen Form der Rationalität mit Wandel sozialer Kontrolle rekonstruiert. Insbesondere anhand der Felder der Arbeit und der Selbstbildung lassen sich Rationalität und soziale Kontrolle der digitalisierten Gesellschaft veranschaulichen. Abschließend wird der Vortrag kritisch beleuchten, inwiefern Digitalisierung als funktionales Moment des neoliberalen Regierens verstanden werden kann.

Zur Person:
Die Schwerpunkte der Forschung von Dr. phil. Markus Baum liegen in den Bereichen der Sozial- und Politischen Philosophie, der Gesellschaftstheorie, der Theorie und Philosophie der Geschichte sowie in den Methoden normativer Theorien. Insbesondere die Verhältnisse von Subjektivierung, Ästhetisierung, Digitalisierung, Demokratie und Kapitalismus sowie raum-, stadt- und architektursoziologische Fragen interessieren ihn in historischer und systematischer Perspektive. Zu deren Beantwortung kann er auf qualitative Methoden und Methoden der sozialen Netzwerkforschung zurückgreifen. Seinen Interessen verleiht er in theoretisch orientierten Texten sowie inszenierter und abstrakter Fotografie Ausdruck.
2016 wurde er an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen im Bereich der Politischen Wissenschaft mit einer Arbeit zum Ausschluss von Ästhetik und Hermeneutik im Werke Habermas‘ promoviert. Er arbeitete als wissenschaftlicher Angestellter sowohl am Lehrstuhl Technik- und Organisationssoziologie an der RWTH Aachen als auch im IT Center der RWTH im Kontext des Qualitäts- und Wissensmanagement. Seit 2018 verritt er im Rahmen der vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten „Karrierewege FH-Professur“ eine Professur an der Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen und ist zugleich als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen tätig.

Der Vortrag findet Online statt. Ihr könnt ihn euch unter folgendem Link anschauen: https://us02web.zoom.us/j/89533616743

Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe 'Another World ist possible - Wie und warum sollten wir sie möglich machen?'.

Den Slogan ‘Another world is possible’ haben bestimmt einige schon einmal gehört, aber was kritisieren wir überhaupt an dieser Welt?
Häufig werden in diesem Zusammenhang Kapitalismus und Neoliberalismus für die Missstände in unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht, doch welche Bereiche in unserem Leben werden eigentlich davon beeinflusst?
In dieser Veranstaltungsreihe bekommt ihr linke Basics an die Hand gegeben, die euch helfen, verschiedenste Aspekte der Gesellschaft zu hinterfragen und lernt Lösungsansätze für eine bessere Welt kennen.

Die Reihe umfasst folgende Vorträge:

5.5.: 

Einführung in die marx'sche Kapitalismuskritik


7.5.: 

Rationalität und Kontrolle in der digitalisierten Gesellschaft


12.5.: 

Grüner Kapitalismus: Antwort auf die Klimakrise


19.5.: 

Die Kategorie 'Behinderung im Kapitalismus


22.5.: 

Gentrifizierung: Von neuen Gesichtern und Verdrängung


29.5.: 

Ideologiekritik für Einsteiger*innen nach Žižek


2.6.: 

Linke Kommunalpolitik


9.6.: 

Die Hochschule: Zwischen Bildungsideal und Wirtschaftsinteressen

 

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