Bonn

Verwaltung kann effektive Kontrollen nicht sicherstellen: Linksfraktion gegen Pferde im Bonner Rosenmontagszug

Dass der Einsatz von Pferden in Karnevalsumzügen hochproblematisch ist, haben wir in Bonn beim Unfall mit einem durchgegangenen Pferdegespann beim Rosenmontagszug 2017 hautnah erfahren – Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass dies kein Einzelfall war. Jetzt hat die Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der Linksfraktion eingeräumt, dass sie vor Ort lediglich stichprobenartige Kontrollen durchführen und ansonsten nur auf Anforderung eingreifen wird. Hintergrund ist, dass die Veterinärverwaltung in der Vergangenheit nicht in der Lage war, vor Ort am Zug die Gesundheit der Tiere und die reiterlichen Voraussetzungen der Teilnehmer effektiv zu kontrollieren. So waren eingehende Überprüfungen der Tiere nicht möglich, weshalb auch mögliche Sedierung der Pferde nicht ausgeschlossen werden konnten.

Die Sicherheit beim Rosenmontagszug muss aber unbedingt gewährleistet sein. Kann die Verwaltung die Sicherheit nicht selbst gewährleisten, dürfen Pferde beim Zug nicht zugelassen werden. Vor diesem Hintergrund beantragt die Linksfraktion für die Ratssitzung am Donnerstag per Dringlichkeitsantrag, dass der nächste Rosenmontagszug in Bonn ohne die Beteiligung von Pferden stattfindet. Die Stadt soll die nötige Zustimmung zum Sicherheitskonzept des Veranstalters nicht geben, solange darin den Zuggruppen die Mitführung von Pferden erlaubt wird. Die Linksfraktion hält das für den einzig richtigen Schritt, um eine Gefährdung von Menschen und Tieren auszuschließen.

Dabei erkennen wir durchaus an, dass der Festausschuss Bonner Karneval als Veranstalter inzwischen die Auflagen für die Beteiligung von Pferden geändert hat und nun höhere Ansprüche an die Qualifikation von Reiterinnen und Reitern stellt. Dass die Einhaltung vor Ort durch die Verwaltung auch effektiv kontrolliert werden kann, ist aus Sicht der Linksfraktion aber unabdingbar. Der Rosenmontagszug verursacht als laute Massenveranstaltung Stress für die Tiere, was schon aus Tierschutzgründen vermieden werden sollte. Hinzu treten angesichts der engen Streckenführung etwa in der Innenstadt und der Altstadt mit tausenden Passanten und Kindern am Straßenrand Sicherheitsbedenken, die hier den Ausschlag geben sollten. Die Linksfraktion ist davon überzeugt, dass der Rosenmontagszug auch ohne Pferde in Bonn ein rauschendes Fest wird!

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