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Essen

Luftverschmutzung: Schwerpunkt auf „Umstieg“ legen

„Natürlich braucht die Stadt kurzfristige Maßnahmen, die man als ,Modellstadt‘ möglichst schnell umsetzen kann“, so Ratsmitglied Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Hierfür sind Park+Ride-Parkplätze z.B. am Autobahnkreuz Essen-Nord, eigene Busspuren auf Hauptverkehrsstraßen, weitere Mobilstationen, eine bessere Nord-Süd-Radwegverbindung und eine schnellere Verwirklichung des RS 1 in Essen sinnvolle Vorschläge. Wir sind jedoch der Meinung, auch bei den kurzfristig wirkenden Maßnahmen muss es vor allem darum gehen, den Umstieg auf ÖPNV und Fahrrad zu fördern. Entsprechende finanzielle Anreize sind hierfür ebenso wichtig wie Taktverdichtungen in den Morgen- und Abendstunden und am Wochenenden. Und die Stadt sollte symbolische Maßnahmen planen, wie einen ,Tag des Öffentlichen Nahverkehrs‘, an dem das gesamte Angebot der Ruhrbahn kostenlos zur Verfügung steht. Warum sollten hierfür nicht Finanzierungsmöglichkeiten aufgetan werden?“

In Essen kommen Menschen morgens vor 6:30 Uhr nur mit hohem Zeitaufwand zur Arbeit, abends gibt es schon nach 20 Uhr auf vielen Linien nur noch einen Halbstundentakt. Dieses eingeschränkte Angebot zwingt gerade viele jüngere Leute, doch auf das Auto zu setzen – und dann womöglich auf ältere, gebrauchte Fahrzeuge, die vergleichsweise hohe Schadstoffwerte haben.

„Klar ist aber, dass eine Verkehrswende nicht von heute auf morgen zu haben ist,“ so Wolfgang Freye weiter. „Deswegen finden wir es nicht gut, dass auch Oberbürgermeister Thomas Kufen die Idee eines kostenlosen Nahverkehrs beim Treffen der Oberbürgermeister der ,Modellstädte‘‘ beerdigt hat, statt darauf zu drängen, wenigstens längerfristig Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Ein Umlagefinanzierter Nahverkehr ist durchaus eine Option, ebenso wie ein Jahresticket für 365 Euro, wie es Wien vormacht. Aus diesem Grunde werden wir in die nächste Ratssitzung einen Vorschlag einbringen, wie das weitere Verfahren so gestaltet werden kann, dass die politischen Gremien beteiligt werden und nicht der Oberbürgermeister allein entscheidet.“

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