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Gesundheit und Pflege

Soziale Ungerechtigkeit macht krank. Als Folge eines starken Konkurrenzdrucks nehmen nicht nur psychische Erkrankungen zu. Generell gilt: Wer arm ist, ist häufiger krank und stirbt früher! Die Gesundheitsreformen der letzten Regierungen haben die Ungerechtigkeit im Gesundheitssystem verschärft. Unternehmen wurden entlastet, Versicherte müssen allein für steigende Kosten aufkommen.

Gleichzeitig machen Pharmaindustrie und Krankenhauskonzerne Milliardenprofite mit Versichertengeldern. Gesetzliche Krankenkassen müssen miteinander konkurrieren, dabei müssten der Bedarf und die Versorgung im Mittelpunkt stehen. Leistungen wurden gekürzt, Zuzahlungen und Zusatzbeiträge für die Versicherten eingeführt. Wer heute krank wird, muss oft tief in die Tasche greifen. Allein der Zahnersatz kann zur Existenzfrage werden. In Krankenhäusern gibt es viel zu wenige Pflegekräfte. Seit Jahren werden dringend notwendige Investitionen in den Krankenhäusern zurückgehalten.

Wir wollen ein solidarisches, gerechtes und barrierefreies Gesundheitssystem, in dem die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt steht. Gesundheit darf nicht weiter zu einem Markt verkommen, auf dem die Profite mehr zählen als die Menschen: Statt immer weiter zu privatisieren, muss Gesundheit als Teil des Sozialstaats öffentlich organisiert werden. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens steht nicht nur einer guten Versorgung, sondern auch guten Arbeitsbedingungen der Beschäftigten entgegen. Wir setzen auf eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die alle einzahlen. Die Zwei-Klassen-Medizin wollen wir überwinden.

Gemeinsam gegen Corona

Alle aktuellen Entwicklungen, Hintergründe und Stellungnahmen aus der LINKEN zum Thema Corona auf unserer Themenseite. 

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Unsere wichtigsten Forderungen

  1. 1

    Solidarische Gesundheitsversicherung: Alle zahlen mit allen Einkommen ein. Paritätische Finanzierung der Beiträge.

  2. 2

    Aufwertung und gesetzliche Personalbemessung in Gesundheit und Pflege: 100 000 Pflegekräfte mehr in den Krankenhäusern.

  3. 3

    Pflegevollversicherung: Alle Leistungen werden übernommen. Alle zahlen mit allen Einkommen ein, auch privat Versicherte, Beamte, Abgeordnete und Selbständige.

  4. 4

    Wir wollen Krankenhäuser bedarfsgerecht finanzieren und den Personalmangel bekämpfen.

  5. 5

    Zuzahlungen und Leistungsausschlüsse wie etwa bei Brillen und beim Zahnersatz, bei Arzneimitteln und im Krankenhaus oder bei der Physiotherapie müssen wegfallen. Notwendige Leistungen müssen gewährt werden - ohne Zuzahlung.

  6. 6

    Der Einfluss der Pharmaindustrie muss zurückgedrängt werden. Medikamentenpreise wollen wir begrenzen.

  7. 7

    Ambulante Versorgung in Stadt und Land verbessern – kürzere Wartezeiten!

  8. 8

    Die beste Gesundheitspolitik ist die, die Gesundheit fördert und Krankheit verhindert. Darum: Gesundheitsförderung statt Wettbewerbsdruck.

  9. 9

    Wir wollen das Gesundheitswesen von Barrieren befreien - von Hindernisse beim Zugang zu Arztpraxen und Krankenhäusern aber auch von Hindernissen in der Kommunikation: leichte Sprache und verständliche Patienteninformationen müssen selbstverständlich werden.

102.137 Unterschriften gegen Pflegenotstand

Kampagne

Das Volksbegehren "Stoppt den Pflegenotstand an Bayerns Krankenhäusern" fordert deshalb verbindliche Personalvorgaben und verbesserte Hygienevorschriften. DIE LINKE. Bayern unterstützte das Volksbegehren und gehört zu den Initiatorinnen.

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Unterwegs mit Petra

DISPUT

Ein schöner Bericht über unsere Sommerpflegetour durch Nordrhein-Westfalen. Was in Erinnerung bleibt sind die Geschichten der vielen Menschen und der Satz: "Wo kann ich hier unterschreiben?" 

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Paragraphen 218 und 219 streichen!

Statement

"Die Paragraphen 218 und 219 gehören ersatzlos gestrichen. Ich hoffe sehr dass sich im Bundestag diejenigen Abgeordneten verbünden, die das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung über ihren Körper verteidigen.", so Katja Kipping

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"Das bisschen Pflege"

Hintergrund

In dieser Broschüre zeigt Hannah Schurian, was in der Pflege alles falsch läuft und was es für alternative Vorschläge und konkrete Forderungen es gibt. 

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Pressemitteilungen zum Thema


Bernd Riexinger

Pflegenotstand: Personalmangel tötet

Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 36.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt, schreibt das Bundesgesundheitsministerium auf die Anfrage der grünen Bundestagsfraktion. Dazu der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Bernd Riexinger:

Der Personalmangel in der Kranken- und Altenpflege ist wesentlich dramatischer. Wer von unbesetzten Stellen in der Pflege spricht verschweigt, dass der Personalmangel in Wirklichkeit mehr als doppelt so groß ist. Um die zum Teil lebensgefährlichen Zustände in der Pflege zu beenden braucht es 100.000 Stellen in den Krankenhäusern und 40.000 Stellen für die Altenpflege zusätzlich.

Die Anzahl von Ausbildungsplätzen für Kranken- und Altenpflegepersonal muss - knapp formuliert - verdoppelt werden, um den dringenden Bedarf in den kommenden Jahren annähernd zu decken.

Dass so viele Stellen unbesetzt sind, dürfte niemanden überraschen. Niemand hält unter den bestehenden Arbeitsbedingungen lange durch - der Personalmangel schafft Personalmangel. Diesen Teufelskreis muss die Bundesregierung endlich durchbrechen.

Jens Spahn muss einen Plan für eine Ausbildungsoffensive vorlegen - für mehr Personal. Pflege von Menschen ist wertvolle und harte Arbeit.

Wer ernsthaft darüber nachdenkt, Roboter durch menschliche Pflege zu ersetzen, hat den Schuss nicht gehört. Pflegebedürftige brauchen menschliche Zuwendung und die Beschäftigten mehr Kolleginnen und Kollegen sowie anständige Löhne.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollte endlich seine Arbeit machen und könnte sich ein Beispiel an seiner Kollegin Ursula von der Leyen nehmen: Das Bundesverteidigungsministerium plant Waffenkäufe in Milliardenhöhe. Anstatt einer Liste mit Kriegsgerät muss der Bundestag eine detaillierte Aufstellung mit Maßnahmen gegen den Pflegenotstand erhalten. Dann können die Bundestagsabgeordneten entscheiden, ob sie Raketenwerfer oder Altenpfleger für eine bessere Investition in die Gesellschaft halten.

Hinweis: DIE LINKE startet am 12. Mai, dem Tag der Pflege, eine bundesweite Kampagne für mehr Personal für Pflege und Gesundheit.