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Feministische Politik

DIE LINKE versteht sich als Partei mit sozialistischem und feministischem Anspruch. Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes, solidarisches Leben ein, in dem Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliches und politisches Engagement für Männer und Frauen miteinander vereinbar werden. Wir treten dafür ein, die sozialen Sicherungssysteme, die Gestaltung der Arbeitswelt, das Angebot an öffentlichen Dienstleistungen und die Rahmenbedingungen für die politische Beteiligung in Wirtschaft und Politik so zu verändern, dass Benachteiligungen beseitigt werden. Alle politischen Entscheidungen und Vorschläge müssen systematisch danach beurteilt werden, welche Auswirkungen sie auf Frauen und auf Männer haben. Weiterlesen

Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit

DIE LINKE will die strukturelle Diskriminierung von Frauen aufheben und streitet für die tatsächliche Herstellung der Geschlechtergerechtigkeit - auch in der LINKEN selbst. weiterlesen

Mentoring Programm

Programm

Das Mentoringprogramm bietet bereits aktiven und engagierten Frauen die Möglichkeit, DIE LINKE und ihre Politik umfassender kennen zu lernen, um zukünftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Bewirb Dich jetzt! weiterlesen

Clara-Zetkin-Frauenpreis 2019

Im Sinne Clara Zetkins würdigt DIE LINKE jährlich ein Projekt, das die Lebensbedingungen von Frauen verbessert, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft befördert oder anderen Frauen auf ihrem Lebensweg ein Vorbild, eine Anregung geworden ist.

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Frauen*streik

Protest

2019 wurde seit vielen Jahren wieder zum Frauen*streik aufgerufen. Am 8. März haben viele Frauen ihre Arbeit niedergelegt, um für ihre Rechte zu kämpfen. Auch nach dem 8. März geht es weiter. Wir halten Dich am Laufenden! 

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BAG Lisa

LISA ist eine autonome Frauenstruktur, in der Frauen die Möglichkeit haben, ihre Politikansätze zu entwickeln, zu diskutieren und zu beschließen. In LISA engagieren wir uns für eine emanzipatorische Gesellschaft, in der jede*r gleiche Möglichkeiten für selbstbestimmte Lebensentwürfe hat. Mach mit!

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Feministische Themen im DISPUT


DISPUT

Die neue feministische Welle

Vom Frauenstreik am 8. März zu einer neuen feministischen Klassenbewegung, die fundamentale Kritik am Kapitalismus übt

VON BIANCA THEIS

Berlin. Es ist 5 vor 12 Uhr und es schüttet wie aus Eimern. An der Charité versammeln sich Frauen und Männer, sie setzen sich auf Stühle, halten Transparente in die Höhe mit der Aufschrift »Unsere Arbeit ist mehr wert«. Heute ist der 8. März und es ist Internationaler Frauentag – oder besser: Frauenkampftag, denn der Weg zur Gleichberechtigung war schon immer ein Kampf und ein Blick in den Himmel lässt vermuten, dass der, der das Wetter macht, kein Feminist ist. Trotz des Regens nutzen viele Empörte diesen Tag, um vor dem größten Krankenhaus Berlins für bessere Arbeitsbedingungen in der Pfl ege zu streiken. Um 16 Uhr startet der LINKEBlock der jährlichen Frauenkampftagsdemo am Alexanderplatz. Der Regen hat aufgehört, die Sonne scheint über den großen Platz und die versammelte Menge ist in bester Laune. Auch im LINKE-Block ist die Stimmung voll kämpferischer, feministischer Energie. Frauen, Queers und solidarische Männer tanzen, halten Plakate, wie »Mehr Zeit für das ganze Leben « und rufen »My body, my choice, let's make noise« (Mein Körper, meine Entscheidung, lasst uns laut sein). Einige haben ein Kreuz auf der Wange, das symbolisch für den Kampf um sexuelle Selbstbestimmung steht. Als Parteivorstandsmitglied Friederike Benda verkündet, dass gerade 25.000 Menschen auf der Demo sind, jubelt die Masse. Um 17 Uhr wird es plötzlich still, alle Frauen holen noch einmal tief Luft und brüllen dann für 100 Sekunden ihre gesamte Wut in die Welt hinaus. Nicht nur in Berlin, auch in Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main, Köln, Freiburg, Kiel und anderen Städten nutzen viele Menschen diesen Tag, um für eine Veränderung der Geschlechterverhältnisse auf die Straße zu gehen. Dass der 8. März dieses Jahr so erfolgreich war, lag vor allem an einer neuen Dynamik der Mobilisierung. Für diesen Frauenkampftag gab es zum ersten Mal nach 25 Jahren auch einen Aufruf zum Streik. Dafür wurde in den vergangenen Monaten ein Frauenstreikbündnis gegründet, das über 35 Ortsgruppen verbindet. Unzählige Komitees und Netzwerke sind entstanden, die sich alle auf unterschiedliche Weise für den Streik vorbereiteten. So konnte lange vor dem Frauenkampftag eine breitere Öffentlichkeit für feministische Themen begeistert werden. Auch auf inhaltlicher Ebene bot der Aufruf zum Streik das geeignete Kampfmittel, um feministische Forderungen wieder stärker mit der Kritik kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse zu verknüpfen, wie unter anderem der Charité-Streik zeigt. Gerade die Diskussion über unbezahlte Hausarbeit, die überwiegend von Frauen gemacht wird, zeigt, dass über feministische Themen eine allgemeine Kritik kapitalistischer Produktionsund Reproduktionsweisen funktionieren kann. Aber auch andere Frauenthemen, wie die Forderung nach einer Entkriminalisierung von Abtreibung, können genutzt werden, um Herrschaftsverhältnisse zu hinterfragen. Vorbilder sind die spanischen und südamerikanischen Protestbewegungen, die auch in Deutschland den Wunsch nach einem verbindenden Frauen- und Queerstreik immer lauter werden ließen. Das zeigt, dass eine neue feministische Bewegung nicht nur die Möglichkeit bietet, anti-kapitalistische Kämpfe in Deutschland zu verbinden, sondern diese auch auf eine internationale Ebene bringen kann und dies auch tut. Auf diesen Erfolgen können wir aufbauen, wenn wir die Impulse nutzen und uns weiter vernetzen und organisieren.

Bianca Theis ist Mitarbeiterin des Bereichs Bürgerdialog, Medien und Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN.

Nachrichten zum Thema


DISPUT

Die neue feministische Welle

Vom Frauenstreik am 8. März zu einer neuen feministischen Klassenbewegung, die fundamentale Kritik am Kapitalismus übt

VON BIANCA THEIS

Berlin. Es ist 5 vor 12 Uhr und es schüttet wie aus Eimern. An der Charité versammeln sich Frauen und Männer, sie setzen sich auf Stühle, halten Transparente in die Höhe mit der Aufschrift »Unsere Arbeit ist mehr wert«. Heute ist der 8. März und es ist Internationaler Frauentag – oder besser: Frauenkampftag, denn der Weg zur Gleichberechtigung war schon immer ein Kampf und ein Blick in den Himmel lässt vermuten, dass der, der das Wetter macht, kein Feminist ist. Trotz des Regens nutzen viele Empörte diesen Tag, um vor dem größten Krankenhaus Berlins für bessere Arbeitsbedingungen in der Pfl ege zu streiken. Um 16 Uhr startet der LINKEBlock der jährlichen Frauenkampftagsdemo am Alexanderplatz. Der Regen hat aufgehört, die Sonne scheint über den großen Platz und die versammelte Menge ist in bester Laune. Auch im LINKE-Block ist die Stimmung voll kämpferischer, feministischer Energie. Frauen, Queers und solidarische Männer tanzen, halten Plakate, wie »Mehr Zeit für das ganze Leben « und rufen »My body, my choice, let's make noise« (Mein Körper, meine Entscheidung, lasst uns laut sein). Einige haben ein Kreuz auf der Wange, das symbolisch für den Kampf um sexuelle Selbstbestimmung steht. Als Parteivorstandsmitglied Friederike Benda verkündet, dass gerade 25.000 Menschen auf der Demo sind, jubelt die Masse. Um 17 Uhr wird es plötzlich still, alle Frauen holen noch einmal tief Luft und brüllen dann für 100 Sekunden ihre gesamte Wut in die Welt hinaus. Nicht nur in Berlin, auch in Hamburg, Leipzig, Frankfurt am Main, Köln, Freiburg, Kiel und anderen Städten nutzen viele Menschen diesen Tag, um für eine Veränderung der Geschlechterverhältnisse auf die Straße zu gehen. Dass der 8. März dieses Jahr so erfolgreich war, lag vor allem an einer neuen Dynamik der Mobilisierung. Für diesen Frauenkampftag gab es zum ersten Mal nach 25 Jahren auch einen Aufruf zum Streik. Dafür wurde in den vergangenen Monaten ein Frauenstreikbündnis gegründet, das über 35 Ortsgruppen verbindet. Unzählige Komitees und Netzwerke sind entstanden, die sich alle auf unterschiedliche Weise für den Streik vorbereiteten. So konnte lange vor dem Frauenkampftag eine breitere Öffentlichkeit für feministische Themen begeistert werden. Auch auf inhaltlicher Ebene bot der Aufruf zum Streik das geeignete Kampfmittel, um feministische Forderungen wieder stärker mit der Kritik kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse zu verknüpfen, wie unter anderem der Charité-Streik zeigt. Gerade die Diskussion über unbezahlte Hausarbeit, die überwiegend von Frauen gemacht wird, zeigt, dass über feministische Themen eine allgemeine Kritik kapitalistischer Produktionsund Reproduktionsweisen funktionieren kann. Aber auch andere Frauenthemen, wie die Forderung nach einer Entkriminalisierung von Abtreibung, können genutzt werden, um Herrschaftsverhältnisse zu hinterfragen. Vorbilder sind die spanischen und südamerikanischen Protestbewegungen, die auch in Deutschland den Wunsch nach einem verbindenden Frauen- und Queerstreik immer lauter werden ließen. Das zeigt, dass eine neue feministische Bewegung nicht nur die Möglichkeit bietet, anti-kapitalistische Kämpfe in Deutschland zu verbinden, sondern diese auch auf eine internationale Ebene bringen kann und dies auch tut. Auf diesen Erfolgen können wir aufbauen, wenn wir die Impulse nutzen und uns weiter vernetzen und organisieren.

Bianca Theis ist Mitarbeiterin des Bereichs Bürgerdialog, Medien und Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN.

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