Spurwechsel: Transformation der Autoindustrie als internationales Projekt

Wie kann eine ökologische Mobilitätswende gelingen? u.a. mit Martin Schirdewan, Fraktionsvorsitzender der linken Fraktion GUE/NGL im Europaparlament. Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung

Die Autoindustrie ist ein globales Schwergewicht: 2019 sind weltweit 65 Millionen Autos neu verkauft worden, Millionen Menschen arbeiten in der Autoindustrie und ihren dazugehörigen Zulieferern. Die Wertschöpfungsketten verteilen sich über viele Länder der Erde und stellen für die jeweiligen lokalen Ökonomien einen wichtigen Anteil des verarbeitenden Gewerbes dar. Deshalb haben wir Referent*innen sowohl aus der EU als auch den USA eingeladen. Und die Autoindustrie ist in der Krise – schon vor der Coronakrise sanken die Absatzzahlen, schlicht aufgrund der Überproduktion im Markt. Uns zeigt der fortschreitende Klimawandel, dass Teile der Autoindustrie auf andere, klimafreundliche Mobilitätsgüter umschwenken müssen – hin zu Schienenfahrzeugen für Passagiere und Frachtgüter, und hin zu Fahrzeugen für den Nahverkehr, denn der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem seit Jahren die Treibhausgasemissionen steigen. Wir brauchen also einen globalen Green New Deal für den Verkehrssektor, mit einem Investitionsprogramm in den ÖPNV und den Schienenverkehr – für eine solidarische Mobilität für Alle.

Im Rahmen dieser Online-Konferenz möchten wir diskutieren, vor welchen Herausforderungen die europäische und nordamerikanische Automobilindustrie stehen und welche möglichen Ansatzpunkte für eine Transformation der Automobilindustrie existieren. Welche gesellschaftlichen Bündnisse können wir schmieden, um diese Transformation voranzutreiben? Wie kann der Zugang zu solidarischer, ökologischer Mobilität für Alle gesichert werden? Wie kann ein Umstieg auf ökologische Mobilitätsgüter wie Schienenfahrzeuge, Fahrzeuge für den ÖPNV, Lastenfahrräder und elektrische Fahrräder gelingen? Welche Art von Industriepolitik brauchen wir, um den Umbau der Autoindustrie zu ermöglichen? Wie kann dabei Beschäftigung gesichert werden? Welche Rolle können hier die Gewerkschaften spielen? Wie müssen die politischen Rahmenbedingungen in der internationalen Handelspolitik, Klimaschutzgesetzgebung und Wirtschaftspolitik gestaltet werden, um die Konversion der Automobilindustrie zu unterstützen? Wie kann der Green New Deal im Verkehrssektor, dem einzigen Sektor, wo in den letzten Jahren die CO2-Emissionen gestiegen sind, nutzbar gemacht werden?

Programm:

Einleitung: Andreas Thomsen, Büroleiter Büro Brüssel der Rosa-Luxemburg-Luxemburg-Stiftung

-       Martin Schirdewan, Fraktionsvorsitzender der linken Fraktion GUE/NGL im Europaparlament

-       Richard Feldman, James and Grace Lee Boggs Center to Nurture Community Leadership, USA

-       Fridays for Future, USA (angefragt)

-       Frederic Speidel, Referent bei IG Metall Vorstand in Niedersachsen, Deutschland

-       Carsten Hübner, Transatlantic Labor Institute, Tennessee, USA

Moderation: Manuela Kropp, Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel

Es wird Übersetzungen ins Deutsche, Englische und Spanische geben. 

Anmeldung erforderlich unter https://www.rosalux.eu/de/topic/66.veranstaltungen.html?id=1209

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