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Katja Kipping

Welt-AIDS-Tag: Generikaproduktion unterstützen

Zum heutigen Welt-AIDS-Tag äußert sich die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Katja Kipping:

Die AIDS-Forschung macht große Fortschritte, dennoch fehlt vielen Menschen der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten.

Seit einem Jahr ist es in Deutschland möglich, sich mit der sogenannten PreP-Pille präventiv vor einer HIV-Infektion zu schützen, wenn man zu einer bestimmten Risikogruppe gehört. Davon Gebrauch können nur sehr wenige Menschen machen, denn das bis vor kurzem noch patentierte Medikament Truvada kostet ca. 800 € im Monat. Hinzu kommen die Behandlungskosten. Menschen, die sich das nicht leisten können, bestellen sich oftmals Medikamente aus dem Ausland über das Internet und werden bei der Einnahme nicht ärztlich begleitet. Eine solche unsachgemäße Anwendung birgt ein enormes gesundheitliches Risiko.

Seit dem Ablauf des Patents von Truvada gibt es auch auf dem deutschen Markt Generika. Doch auch die Kosten von 500 € im Monat sind für viele Menschen nicht tragbar. Dank eines Pilotprojektes gibt es seit September diesen Jahres einige Apotheken, die das Medikament für 50 € monatlich anbieten dürfen. Dieser Erfolg ist dem Engagement des Apothekers Erik Tenberken aus Köln zu verdanken, aber es ist nur ein erster Schritt. Die Deutsche AIDS Hilfe fordert zurecht, dass die PreP-Behandlung von den Krankenkassen übernommen wird. Eine vernünftige Vorsorge verhindert Neuansteckungen und spart damit die Kosten einer lebenslangen Behandlung. Laut einer Studie der Erasmus-Universität in Rotterdam könnte die PrEP in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 9.000 HIV-Infektionen verhindern.

Deutlich wird, dass es möglich ist, Medikamente zur Prävention oder Behandlung einer HIV-Infektion kostengünstig herzustellen. Trotzdem haben weltweit nur die Hälfte der ca. 36,7 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu Medikamenten. Firmen wie Gilead, die nach dem Patentablauf von Truvada  sich nun das nächste überteuerte Medikament haben patentieren lassen, nehmen den Tod von Millionen von Menschen billigend in Kauf.

In den letzten Jahren kam es in Osteuropa zu einer erheblichen Zunahme von Neuinfektionen. Prävention findet hier kaum statt, Behandlungsprogramme sind völlig unzureichend, internationale Mittel werden zurückgefahren. Hier muss dringend etwas getan werden. Firmen wie Gilead muss ein rechtlicher Riegel vorgeschoben, und die Generikaproduktion unterstützt werden. Außerdem müssen Gelder in die Prävention und Behandlung fließen.

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