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Jens Jansen

Die »kalte Lötstelle«

Als Frau Merkel am Jahresende zum wichtigsten Gipfel der Europa-Union nach Argentinien eilen wollte, musste ihr Regierungs-Airbus umkehren und notlanden. Sie kam dann mit einer Linienmaschine zu spät an. Das war peinlich, denn es ging um die Klimakrise, die Brexitkrise, die Eurokrise und Handelskrise. Und die deutsche Kanzlerin war doch als »mächtigste Frau der Welt« lange Zeit der Mast in der Manege der EU. Wie ihr Sicherheitsstab später mitteilte, lag aber keine islamistische Sabotage vor. Es gab nur eine »kalte Lötstelle« in einem kleinen Transformator. So war durch Pfusch und fehlende Kommunikation der Weiterflug unmöglich. Ähnliche Gründe ließen im Frühjahr 2018 ja auch »Stahlhelm-Uschi« von der Leyen mit einem Frachtgut-Transporter weiterreisen. Beide Damen mussten lernen, dass auch über den Wolken die Freiheit nicht grenzenlos ist, weil die Angst immer mitfliegt.
Die schlimmsten Ängste verbreitet weltweit immer noch US-Präsident Trump. Der hat in zwei Dienstjahren drei Staaten mit der »Ausrottung« gedroht. Doch nun kam als »Wunderkerze« eine Friedenserklärung über seine Twittertasten: Die islamistischen Ultras in Syrien seien besiegt. Er werde deshalb seine Truppen dort abziehen und in Afghanistan halbieren! Worauf sein ahnungsloser Stabschef wegen »kalter Lötstelle« bei Trump abtrat. Nun muss man bei Mister Trump aber immer den nächsten Tweet abwarten. Promt drohte er tags darauf, den Iran »in Staub zu verwandeln«, wenn der nicht zu Kreuze kriecht. Und Putin möge sich warm anziehen, nachdem nun eine neue Runde im Wettrüsten eingeläutet ist! Worauf Putin antwortete, dass seine Spezis weder faul noch doof sind und eine »Hyper-Schall-Rakete« gebastelt haben – ohne kalte Lötstellen.
Neuer Funkenflug droht auch von der britischen Insel. Nachdem endlich klar wird, was der britische Austritt aus der Europäischen Union für Folgen für ganz Europa hat, könnte es zu einem Brexit aus dem Brexit durch ein zweites Referendum kommen. Merke: Wer dem Volk die Gesetze nicht plausibel begründen kann oder will, produziert eine »kalte Lötstelle«, die bricht!
Die deutsche Kriegsministerin glaubt aber noch immer, dass unsere Freiheit am Hindukusch in Afghanistan verteidigt werden muss. Obwohl dort die stärkste USA der Welt nach 18 Jahren Kriegsführung die Fahne sieglos einrollen muss. Die Taliban haben bereits 60 Prozent des abgebrannten Landes unter Kontrolle. Der Drogenhandel blüht. Die Korruption lähmt Regierung und Wirtschaft. Die Soldatengräber sind unübersehbar. Aber die Bundeswehr wird wohl zur Entlastung von Mr. Trump nachrüsten – für seine innere Freiheit im Wahlkampf.
Warum kratze ich hier den »Sperrmüll« der gewaltsamen Konfliktlösungen zusammen? Weil ich weder kapieren noch akzeptieren kann, warum alle Kriegsparteien in Europa und der Welt Zuschüsse erhalten und alle Friedens-Fanatiker in die Ecke gedrängt werden. Trotz der ruinierten amerikanischen Autobauer und Farmer, der ernüchterten Briten, der gelben Westen in Frankreich, der betrogenen Hartz-IV-Opfer, Dieselfahrer und Antifas in Deutschland. Wann begreifen wir endlich in ausreichender Mehrheit, dass das systembedingte Streben der Finanzoligarchie und Monopole nach Macht und Besitz und das Streben der Völker nach Frieden und Wohlfahrt nicht unter einen Helm passen? Das ist doch eine »kalte Lötstelle«! Da gibt es keinen Kontakt, der uns Sicherheit garantiert. Da rettet keine Neujahrsandacht und keine Hysterie bei der Systemverteidigung. Wenn eine Ordnung nicht in Ordnung ist, ist es in Ordnung, sie ordentlich zu verändern! Anders kann die Menschheit keine Notlandungen vermeiden.