DISPUT

Ins Zentrum linker Politik

Kate Cahoon und Steffen Kühne sprechen über die BAG Klimagerechtigkeit in und bei der Partei DIE LINKE, die am 26. Oktober 2019 in Leipzig gegründet wurde.

 

Wieso braucht es eine BAG Klimagerechtigkeit in der LINKEN beziehungsweise darüber hinaus?

Die Ursachen und verheerenden Auswirkungen der Klimakrise sind mittlerweile nicht mehr wegzureden. Dabei treffen die Folgen der menschengemachten Erderwärmung die am härtesten, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Wir sehen im Kampf gegen den Klimawandel und in der Aushandlung einer Gesellschaft jenseits von Kapitalismus und fossilen Energien die zentrale Gerechtigkeitsfrage der Zukunft – und wir finden viele Antworten, die von links auf diese enorme Herausforderung gegeben werden, noch ziemlich unzureichend. Unser Zusammenschluss soll dazu beitragen, sozialgerechte Klimapolitik zu einer glaubwürdigen Kernkompetenz der LINKEN zu entwickeln.

Es gibt doch schon die Ökologische Plattform – reicht das nicht?

Die Arbeit zu ökologischen Themen, die etliche in der LINKEN schon seit vielen Jahren leisten, hat lange zu wenig Anerkennung gefunden. Dabei verfügen wir nicht nur auf dem Papier über viele gute Positionen, sondern auch über jede Menge Kompetenz und sehen die BAG als Ergänzung zu den schon bestehenden Zusammenschlüssen im ökologischen Feld.

Wer war beim Gründungstreffen dabei, über welche Themen wurde gesprochen?

Dass schon an unserer Gründung mehr als 60 Interessierte teilnahmen, hat uns selbst überrascht. Nach mehreren starken Inputs aus Klimawissenschaft, Bewegungen und Politik diskutierten wir über aktuelle Proteste, über das erbärmliche Klimapaket der Bundesregierung und die enormen Potenziale für eine linke Politik, die sich des Themas entschlossen annimmt. Vieles davon ist in unsere Gründungserklärung eingeflossen. Aus einer Workshopphase gründeten sich außerdem erste Arbeitsgruppen, die künftig die eigentliche Basis unserer Struktur bilden werden.

Wie wollt ihr zusammenarbeiten?

Unsere BAG hat sich als Netzwerk von Linken innerhalb und außerhalb der Partei gegründet. Damit möglichst viele eingebunden werden können, soll die Arbeit zwischen den Mitgliederversammlungen in thematischen und Projektgruppen stattfinden, wir kommunizieren über einen Mailverteiler und haben eine digitale Arbeitsplattform eingerichtet. Unsere Satzung sieht vor, dass wir Entscheidungen im Konsens treffen.

Was sind die nächsten Schritte und was wollt ihr langfristig erreichen?

Wir wollen in Debatten eingreifen und darauf hinwirken, dass DIE LINKE ihrem Anspruch als moderne, sozialökologische Partei auch in der Praxis gerecht wird. »System Change not Climate Change« ist kein bloßer Zeitgeistslogan, sondern ein Versprechen – und der rote Faden unserer Politik, mit dem wir vor allem jungen Menschen konkrete Organisierungsangebote machen. In den nächsten Monaten wollen wir in der BAG vor allem mehr werden, die Themengruppen zum Laufen bringen und die Vernetzung unserer Mitglieder auf lokaler und regionaler Ebene vorantreiben. Wir freuen uns dabei über Verstärkung!

 

Interview: Nina Rink

 

Die Gründungserklärung könnt ihr hier lesen: gleft.de/3cz