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DISPUT

»Das freut mich wie Bolle!«

Ein Team aus der Bundesgeschäftsstelle hat auf dem Europaparteitag aktivierend nachgefragt: Wie begrü.t ihr neue Mitglieder in eurem Kreisverband?

VON ROBERT MARUSCHKE  

Das Team auf dem Europaparteitag war vorbereitet. Flyer, Poster, Sticker, Broschüren, Couch, Snacks – und ein Gesprächsleitfaden. Gesprächsleitfaden? Das Team »Stand Bundesgeschäftsstelle« hat sich schon vor dem Parteitag entschieden, aktiv auf Delegierte sowie Vertreterinnen und Vertreter zuzugehen und sie anzusprechen. Wir waren interessiert an der Situation in den Kreisverbänden und die Reaktionen unserer Genossinnen und Genossen waren durchweg positiv. »Das freut mich wie Bolle«, entgegnete uns einer. Er begrü.te es aus vollem Herzen, dass wir unsere Komfortzone verließen und den Kontakt suchten. Und auch wir haben nach jedem Gespräch gemerkt, wieso der persönliche Kontakt so wichtig ist. Denn auch wenn es jedes Mal eine große Überwindung ist, aktiv auf Menschen zuzugehen, erfahren wir fast immer Dinge, die für uns bisher unsichtbar waren. Es sind Einblicke in den Alltag, die uns die Welt verstehen und unsere Strategie besser ausrichten lassen. Wenn wir Menschen mit ehrlichem Interesse begegnen, geht eine politische Tür auf. So erzählten uns viele, dass sie Neumitglieder regelmäßig anrufen und zu verschiedenen Veranstaltungen oder Treffen einladen, dass sie AKTIVIERENDE GESPRÄCHE Aktivierende Gespräche folgen dem einfachen M uster, dass wir wesentlich mehr zuhören, als wir selbst reden. Was bewegt mein Gegenüber, was ist ihr/ihm wichtig? Wir betrachten jedes Gespräch als Beginn einer hoffentlich langen Zusammenarbeit und begegnen den Menschen mit ehrlichem Interesse. Auf diesem Wege bauen wir Vertrauen und ein solides Fundament für LINKE Politik auf. So wie jedes Gespräch mit einer interessierten Frage beginnt, so endet es mit der Frage nach dem Kontakt, schließlich wollen wir mit der Person wirklich zusammenarbeiten. Stellt euch vor, was euer Kreisverband mit 5, mit 10 oder mit 20 neuen aktiven Mitstreiterinnen und Mitstreitern schaffen könnte. Aktivierende Gespräche sind aber nicht nur erfolgreich, sie machen allen Beteiligten auch Spaß. Neele, eine Praktikantin der Bundesgeschäftsstelle, brachte ihre Erfahrungen am Sonntagabend auf den Punkt: »Die vielen Begegnungen haben mich sehr gefreut. Jedes Gespräch hat mir gezeigt, wie gut aktivierende Arbeit ankommt.« Robert Maruschke arbeitet für den Bereich Kampagnen/Parteientwicklung in der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN den persönlichen Kontakt für das Wichtigste in der politischen Arbeit halten und dass sie damit großen Erfolg haben. Andere, egal ob Ost oder West, jung oder alt, berichteten aus ihrer täglichen Praxis. Wir haben von uns bisher unbekannten Erfolgen und einigen Problemen gehört, wir konnten Anregungen für die Praxis geben und auf unsere Angebote verweisen. Wir haben 78 Personen angesprochen, 60 Gespräche geführt und 25 Kontakte für eine weitere Zusammenarbeit ausgetauscht. Eine solch systematische Auswertung ist wichtig, weil sie uns mittelfristig eine Datengrundlage für politische Auseinandersetzungen liefert. Denn letztlich sind persönliche Gespräche kein Selbstzweck. Wir führen sie mit Neumitgliedern, um sie aktiv einzubeziehen und es ihnen zu ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen – damit DIE LINKE ihre Partei wird. Wir führen sie in Kampagnen, in Modellprojekten und im Wahlkampf, um Interessierte zu ermutigen, mit uns zusammen zu kämpfen. Wären aktivierende Gespräche flächendeckend Teil unserer Mitgliederbetreuung, DIE LINKE hätte jetzt schon 100.000 Mitglieder. Sie sind Teil unserer Politik im Stadtteil, im Dorf oder in den Betrieben.