DISPUT

Arbeit 4.0 – Gute Arbeit stärken!

Von Jessica Tatti

Der Wandel der Arbeitswelt durch den technischen Fortschritt ist nicht neu. Das Bestreben von Unternehmen, die Produktion durch Automatisierung effizienter und damit gewinnträchtiger zu machen, ist so alt wie die Industrialisierung selbst. In Kombination mit der globalisierten Arbeitsteilung bildet die Technisierung das Kernstück des Kapitalismus.

Eine Vielzahl von Maschinen erleichtert uns den Alltag und schafft wertvolle Zeit für angenehmere Dinge. Daher liegt für manche der Gedanke nahe, dass uns Maschinen endgültig von der Erwerbsarbeit befreien – sei es als Schreckensszenario oder als Wunschvorstellung. Fakt ist: Ein Ende der Erwerbsarbeit ist nicht in Sicht. Das Arbeitsvolumen ist heute auf dem gleichen Niveau wie noch vor 30 Jahren. Aber: Am Arbeitsmarkt kommt es zu gravierenden Verschiebungen. Die Digitalisierung bringt neue Geschäftsmodelle mit sich. Plattformarbeit wie bei MyHammer, Lieferando, helpling und das Crowdworking bewegt sich in rechtlichen Grauzonen und wird ohne Regulierung zum Einfallstor neuer prekärer Arbeitsformen und sozialer Entsicherung. Viele Beschäftigte leiden unter Arbeitsverdichtung und zunehmendem Stress im Berufsalltag. Homeoffice und mobile Arbeit führen zur Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben. Die konstante Überwachung und Erfassung von Arbeitsschritten ermöglichen eine lückenlose Verhaltenskontrolle und Leistungsbewertung von Beschäftigten, was eine neue Form der Disziplinierung zur Folge haben kann.

Anspruch linker Politik muss es sein, Digitalisierungs- und Arbeitszeitgewinne gerecht zu verteilen. Risiken müssen durch klare gesetzliche Leitplanken eingedämmt werden. So können Gute Arbeit, Mitbestimmung und soziale Sicherheit auch in Zeiten der Digitalisierung gewährleistet und gestärkt werden! 

Jessica Tatti ist Sprecherin für Arbeit 4.0 der Fraktion DIE LINKE im Bundestag