Clara-Zetkin-Frauenpreis 2014

Gruppenfoto Preisträgerinnen und Nominierte Clara-Zekin-Frauenpreis 2014
Preisträgerinnen und Nominierte Clara-Zekin-Frauenpreis 2014. Foto: Christian Mang

DIE LINKE lobt anlässlich des Frauentages 2014 zum vierten Mal einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden.

Dieser Preis ist nach Clara Zetkin benannt. Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen zusammen mit Käte Duncker die Einführung eines internationalen Frauentages. Inspiriert von US-amerikanischen Feministinnen, einen Kampftag für das Frauenstimmrecht einzuführen, beschlossen die Frauen einen jährlichen Frauentag, der zunächst das Frauenwahlrecht einforderte. Bis zu diesem Beschluss hatte Clara Zetkin einen weiten Weg zurückgelegt. Noch 1889, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen, erkannte sie "keine besondere Frauenfrage an". Politische Rechte galten ohne ökonomische Freiheit als wertlos. Zetkin setzte sich beharrlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ein, dies auch gegen die eigenen Genossen, die gegen die Frauenarbeit kämpften. 1892 wurde sie als Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" aktiv. Am Vorabend des neuen Jahrhunderts vertrat sie inzwischen konsequent die Unteilbarkeit politischer und sozialer Rechte für Frauen. weiterlesen

Preisträgerinnen

DIE LINKE verlieh am Vorabend des Internationalen Frauentages am 8. März zum vierten Mal den Clara-Zetkin-Preisden an "Women in Exile" und den Ehrenpreis an die Hartz-IV-Rebellin Inge Hannemann. Mit ihm werden herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden.

"Women in Exile" ist eine In­itia­ti­ve von Flücht­lings­frau­en, die sich 2002 in Bran­den­burg zu­sam­men ge­fun­den haben, um für ihre Rech­te zu kämp­fen. Die Initiative hat ent­schie­den, sich als Flücht­lings­frau­en­grup­pe zu or­ga­ni­sie­ren, weil sie die Er­fah­rung ge­macht hat, dass Flücht­lings­frau­en dop­pelt Opfer von Dis­kri­mi­nie­rung sind: Sie wer­den als Asyl­be­wer­be­rin­nen durch ras­sis­ti­sche Ge­set­ze aus­ge­grenzt und als Frau­en dis­kri­mi­niert. Der Kampf da­ge­gen wird von ge­schlech­ter­ge­misch­ten Flücht­lings­selbst­or­ga­ni­sa­tio­nen – nach Ansicht der Initiative - zu wenig mit­ge­tra­gen, sie sind häu­fig von Män­nern do­mi­niert, die an­de­re The­men als wich­ti­ger an­se­hen. "Women in Exile e.V." wurde 2011 in Pots­dam ge­grün­det und ist als ge­mein­nüt­zig an­er­kannt.

Weitere Informationen

Den Ehrenpreis 2014 erhält die Hartz-IV-Rebellin Inge Hannemann. Sie wurde dadurch bekannt, dass sie die Sanktionspraxis der Jobcenter offen kritisiert und sich klar für die Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen ausspricht. Sie war die erste Job-Center-Mitarbeiterin, die damit öffentlich Stellung bezog gegen die Arbeitsmarktpolitik der Agenda 2010. Ihr Mut und ihr Kampf sind beispielgebend dafür, dass Widerstand gegen Unrecht sich lohnt, andere Menschen aufrüttelt und gemeinsam viel zu erreichen ist. So initiierte sie die Petition "Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII)" beim Deutschen Bundestag. Ihre Petition erreichet Ende 2013 die notwendige Anzahl an Unterstützerinnen und Unterstützern.

Weitere Informationen:

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