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Beschluss: 2017/025

Konferenz zum "Epochenbruch 1914 – 1923" im Jahre 2018

Der Parteivorstand unterstützt den Vorschlag einer Konferenz zum "Epochenbruch 1914 - 1923" im Jahre 2018 (siehe Anlage) und beauftragt die Historische Kommission in Kooperation mit der Bundesgeschäftsstelle und der Kommission Politische Bildung einen überarbeiteten und präzisierten Plan für die Vorbereitung und Durchführung bis zum Juni 2017 vorzulegen.

 

Anlage:

Vorschlag zur Vorbereitung einer zentralen Konferenz des Parteivorstandes und der Historischen Kommission der Partei DIE LINKE "Epochenbruch 1914 — 1923. Krieg — Frieden — soziale Revolutionen"

Neue Forschungsergebnisse und die Herausforderungen der Gegenwart

Die Historische Kommission schlagt dem Parteivorstand aus gegebenen historischen Anlässen, die sich aus den vielfältigen Jubiläen der Jahre 1914 bis 1923 ergeben, eine zentrale Konferenz vor, in der das geschichtspolitische Profil der Partei, gestützt auf den aktuellen Forschungsstand, markiert wird.

Die Mitglieder der Historischen Kommission sehen auf diesem Gebiet deutlichen Nachholebedarf. Die Stimme der LINKEN sollte in den zu erwartenden medialen Kampagnen hörbar sein.

Die Mitglieder und Sympathisanten der Partei sind in die Lage zu versetzen, zur Ausprägung ihres historischen Selbstverständnisses sich die Erkenntnisse der historischen Forschung, heruntergebrochen auf ihre aktuell-politische Präsenz, aneignen zu können. Für die breite mediale Öffentlichkeit ist das Bild einer modernen linken Partei, die mit ihrem Erbe produktiv und kritisch umgeht, angesichts der verbreiteten Leugnung und Entstellung der bereits erreichten Ergebnisse unverzichtbar.

Die Historische Kommission schlägt dem Parteivorstand vor, die vorgeschlagene Konferenz prioritär in ihre Planung aufzunehmen. Als Termin wird der Februar/März 2018 vorgeschlagen.

Zielstellung

Die Partei DIE LINKE steht in den Traditionen der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung und der progressiven humanistischen Strömungen des Bürgertums. Diese Traditionen reichen zurück bis hin in die bürgerliche Aufklärung, sie umfassen den plebejischen Widerstand gegen feudale Unterdrückung, schließen christliche u.a. religiöse Strömungen ein, die Dienst am Volke leisteten.

Aus dieser Geschichte des Widerstands gegen die Strukturen der Unterdrückung ragt eine Epoche des Umbruchs heraus, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht.

Der erste Weltkrieg, die russische Revolution 1917, die deutsche Revolution 1918, ihre Ausläufer in der revolutionären Nachkriegskrise bis 1923, die revolutionären Eruptionen in Ost- und Mitteleuropa, in Asien und Afrika markieren einen Epochenbruch, der weltgeschichtliche Dimensionen gewann.

Krieg und Frieden, revolutionäre Umbrüche, das Verhältnis von Reform und Revolution, von Radikalismus und Realpolitik stellten sich in dieser Phase neu und auf neue Weise. Mit der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entstand die weltweit erste und größte linkssozialistische Partei, deren Erbe noch weitgehend unerschlossen ist.

Der Epochenbruch, beginnend mit dem ersten Weltkrieg. gebar eine neue Welt. Das lange 19. Jahrhundert endete, das blutige kurze 20. Jahrhundert trat ein. Neue Erfahrungen mit bürgerlich-parlamentarischer Demokratie, aber auch mit Faschismus, Krieg und revolutionären Umwälzungen prägten die Erfahrungen der Zeitgenossen ebenso wie eine anhaltende Phase marktwirtschaftlicher Stabilität und zunehmenden Wohlstands in den kapitalistischen Zentren auf der einen Seite und dem problematischen Versuch einer sozialistischen Alternative, der letztlich scheiterte, jedoch das 20. Jahrhundert maßgeblich mitbestimmte und unverzichtbare Erfahrungen erbrachte.

Auch der Kapitalismus stieß seit den siebziger Jahren an die Grenzen seines Wachstums. Es ist zu fragen, welche Erfahrungen der erste Epochenbruch des 20. Jahrhunderts für den zweiten erbrachte und wie linke Politik und Gesellschaftsanalyse mit diesen umgeht. Langlebigkeit des kapitalistischen Produktionstyps und neuartige Krisenzyklen sind auf dem historischen Hintergrund ebenso zu hinterfragen, wie die Konsequenzen für linke Politik. Die Erfahrungen des ersten Epochenbruchs des vergangenen Jahrhunderts legen es nahe, neben der Option einer langfristigen Transformationstheorie rasche Wendungen nicht auszuschließen. Das Verhältnis von Reform und Revolution stellt sich neu und auf neue Weise.

Die Analyse des Epochenbruchs 1917 bis 1923 vermag in Differenz und Übereinstimmung Anregungen für die Sicht auf gegenwärtige Entwicklungsprozesse geben.

Mögliche Schwerpunkte der Konferenz könnten sein:

  1. Epochenbruch 1914 bis 1923
  2. Krieg und Frieden. Weltgeschichtlich neue Dimensionen
  3. Soziale Revolutionen. Notbremse oder Lokomotive?

Organisatorisches

  • Bildung einer Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen der Historischen Kommission und des Parteivorstandes Termin: erstes Quartal 2017
  • Überarbeitung der Konzeption mit Personalvorschlägen und Finanzkonzept, Termin: erstes Quartal 2017
  • Technische Vorbereitung (Räumlichkeiten, Versorgung, Referentenmanagement etc.)