Kapitalismus, Krise, Korona

Kapitalismus, Krise, Korona

Binnen weniger Wochen sind alle Selbstverständlichkeiten durcheinander gewirbelt worden. Ende der Schwarzen Null? Aushebelung des Rechts auf Versammlungsfreiheit? Aussetzung von Hartz IV-Sanktionen? Verstaatlichung? Was früher undenkbar schien, ist auf einmal Realität. Für uns Linke heißt das, die neue Situation verstehen und zu analysieren. Dabei können bereits vorhandene Theorien, wie die von Karl Marx, Stuart Hall oder Antonio Gramsci, durchaus hilfreich sein, die Krise zu verstehen und vielleicht auch Chancen für linke Perspektiven darin zu sehen.

In dieser mehrteiligen Webinar-Reihe wollen wir den neuen Ereignissen auf den Grund gehen und uns mit Interessierten gemeinsam weiterbilden. Vorwissen ist nicht nötig, wohl aber ein funktionierender Rechner oder Smartphone und Lust, sich in neue Fragen einzudenken.

Wir verwenden die Software GoToWebinar – man kann sie sich vorher runterladen, kann aber auch ohne am Webinar teilnehmen. Um den Teilnahmelink per Mail zugeschickt zu bekommen, ist die Anmeldung über den Anmeldelink vorher notwendig.

Die Webinare

Dienstag, 31.März, 19:30–21:30 Uhr

Anmeldung zum Webinar: register.gotowebinar.com

Die Corona-Pandemie hat unsere Gesellschaft im Griff. Allerorten wird nach Antworten gesucht, wie das Virus erfolgreich bekämpft werden kann. Aber wie und wo entstehen Erreger wie das SARS-CoV-2 eigentlich, welche Entwicklungen begünstigen ihre Übertragung auf den Menschen? Welche Rolle spielen industrielle Landwirtschaft, Urbanisierung, Entwaldung und globale Warenströme? Kurz: Auf welche Weise bedingt die kapitalistische Produktionsweise die aggressive Ausbreitung von Viren? Wir begeben uns an die Schnittstelle von Ökonomie und Epidemiologie und diskutieren, welche Schlüsse lassen sich aus der Krise für eine ökologisch und sozial nachhaltige Gesellschaft ziehen lassen.

Textgrundlagen:

Freitag, 3. April, 19:30–21:30 Uhr

Anmeldung zum Webinar: register.gotowebinar.com/register

Die Weltwirtschaft kommt wegen des Corona-Virus' zum Erliegen. Ähnlich wie 2008 schnüren die Regierungen nun ein Maßnahmenpaket nach dem anderen, um die Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren. Wir wollen uns in diesem Webinar die Fragen stellen: Was passiert hier eigentlich genau? Welche Teile der Arbeiterklasse und Unternehmerklasse profitieren und welche verlieren in der Krise? Was hat die drohende Rezession mit den zentralen Funktionsweisen des Kapitalismus zu tun? Und vor allem: welche Ansatzpunkte für linke Politik drängen sich nun auf?

Dienstag, 7. April, 19:30–21:30 Uhr

Anmeldung zum Webinar: register.gotowebinar.com/register

Ob im Supermarkt, im Hotel, im Bus, an der Uni oder auf der Straße: Menschen "asiatischer Herkunft" erleben zutage immer mehr rassistische Beleidigungen, Ausgrenzung bis hin zu physischen Angriffen. Die Corona-Pandemie​ begünstigt rassistisches Denken (‚chinesisches Virus‘). Same time: An den europäischen Außengrenzen verharren weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen hunderttausende von Menschen in Lagern, denen die Einreise nach Europa auch wegen der Pandemie untersagt bleibt. Hier strenge Maßnahmen gegen Corona, in griechischen Geflüchteten-Hotspots fehlt Wasser zum Händewaschen. Da die kommende Zeit von großer Verunsicherung geprägt ist, lohnt es sich einen antirassistischen Blick auf die aktuelle Pandemie zu werfen.

Donnerstag, 9. April, 19:30 Uhr–21:30 Uhr

Anmeldung zum Webinar: register.gotowebinar.com/register

Die Corona-Pandemie rückt jene Arbeiten in den Mittelpunkt, die unser Leben und unsere Gesellschaft permanent am Laufen halten, sonst aber wenig Beachtung finden. Als „systemrelevant“ gelten nun u.a. Jobs im Gesundheitswesen, in der Pflege und im Einzelhandel. Auffällig ist, dass genau diese Tätigkeiten unterdurchschnittlich entlohnt werden. Hinzukommt, dass 75 Prozent der Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen Frauen sind. In diesen Tagen wird ihnen von allen Seiten gedankt. Auch Wolfgang Schäuble lobte den Einsatz dieser Arbeiter in der Krise und sorgte für Standing Ovations im Bundestag. Dabei war es gerade die von Schäuble vorangetriebene Kürzungspolitik, die in Europa das Zusammenkürzen des Gesundheitssektors gefordert hat. Statt also zu klatschen, müssen diese Arbeiten endlich die gesellschaftliche Anerkennung und entsprechende Entlohnung bekommen, die sie verdienen – nicht nur in der Krise, sondern auch in Zukunft. Warum gerade die Sorgetätigkeiten so schlecht entlohnt werden und welche Weichen wir jetzt stellen müssen, damit wir nach der Corona-Krise nicht in die nächste stürzen, darum soll es in diesem Webinar gehen.

Textgrundlagen:

Donnerstag, 16. April, 19:30–21:30 Uhr

Anmeldung zum Webinar: register.gotowebinar.com/register

Die Welt steht Kopf. Was gestern noch unantastbar galt, wird heute über den Haufen geworfen: Der heilige Markt erlebt staatliche Eingriffe ohnegleichen, Privatisierungen werden zurückgenommen, Schuldenbremse und Schwarze Null sind Geschichte. Zugleich bricht sich Forderung nach einem Corona-Grundeinkommen Bahn. Automobilkonzernen wird nahegelegt, in die Produktion von Beatmungsgeräten einzusteigen. Zugleich werden Bürger*innen- und Menschenrechte drastisch beschnitten, während sich in den Nachbarschaften und Betrieben neue Formen der Solidarität entwickeln. Was jetzt (noch) im Fluss ist, wird vor allem die Zeit nach Corona prägen. Es ist an uns, die geschichtlich offen Situation in politische Forderungen zu übersetzen und die Chancen, die aus der Krise erwachsen, weiter voranzutreiben.

Textgrundlagen: