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AG Christinnen und Christen

Wir konnten uns im Mai 1990 gründen, nachdem die PDS im März ihre neuen Positionen zu Gläubigen, Kirchen und Religionsgemeinschaften dargelegt hatte. Dabei benannte die PDS ihre "Mitverantwortung an einer verfehlten Politik der SED, die tragische Schicksale, Benachteiligung, Verdächtigung und ohnmächtige Betroffenheit auslöste". Sie bekannte ihre "Mitschuld an der bisherigen Politik" und bat "die Gläubigen, die Kirchen und Religionsgemeinschaften um Versöhnung".

Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden, Musliminnen und Muslime sowie anderen Religionsgemeinschaften Zugehörige sind weder eine soziale Gruppe noch eine politische Partei. Sie gehören vielmehr allen sozialen Gruppen an und können Mitglieder oder Wählerinnen und Wähler aller humanistisch orientierten politischen Parteien sein. Sie haben ein jeweils individuelles Verständnis ihres Glaubens und können nicht gemäß ihrer Konfession weltanschaulich festgelegt werden. DIE LINKE versteht sich als plurale und nicht als Weltanschauungspartei.

Das den Juden in der Thora gegebene und von den Christen übernommene Gebot der Nächstenliebe stimmt überein mit dem Eintreten unserer Partei "für eine friedliche, humane und solidarische Gesellschaft, in der sich jeder Mensch in der Gemeinschaft mit anderen frei entfalten" kann. Und DIE LINKE "versteht sich selbst als einen Zusammenschluss unterschiedlicher linker Kräfte. Ihr Eintreten für einen demokratischen Sozialismus ist an keine bestimmte Weltanschauung, Ideologie oder Religion gebunden."

Deshalb halten wir es selbstverständlich, keineswegs für spektakulär oder nur ausnahmsweise möglich, wenn einer Religionsgemeinschaft Zugehörige sich auch in der LINKEN politisch organisieren und engagieren oder sie unterstützen und genauer kennen lernen wollen. Warum dann unsere Arbeitsgemeinschaft? - Weil sich unter der Bürde von Lasten aus der Geschichte nicht alles, was eigentlich selbstverständlich ist, auch für alle von selbst versteht.

Wir möchten zur weiteren Entwicklung unserer Partei beitragen und uns einem spezifischen Gebiet ihrer geschichtlichen Herkunft aus DDR und früherer Bundesrepublik kritisch zuwenden. Indem wir miteinander und in thematischen Veranstaltungen auch mit Gästen sprechen, wollen wir neue Einsichten gewinnen, alte und neue Vorurteile abtun, bedauerliche Ignoranz und ideologische Barrieren zu überwinden helfen. Gegen dogmatische Entstellung und "orthodoxe" Unbeweglichkeit, die neues Denken diffamierte, anstatt die Theorie von Karl Marx - auch seine Religionskritik - zeitgemäß weiterzuentwickeln, möchten wir miteinander über aktuelle Religionswissenschaft, über modernes christliches, jüdisches und muslimisches Selbstverständnis reden. Uns scheint es dringend geboten, überholte Anti-Positionen abzubauen und daran zu erinnern, wie Marx mit seinem emanzipatorischen Ansatz, seiner Theorie und Zielstellung auch aus jüdischem, christlichem und humanistischem Denken geschöpft hat.

Die biblischen Forderungen nach "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" sind für uns politisch verpflichtend.

  • Christinnen und Christen sowie anderen Religionsgemeinschaften Angehörende, die Mitglieder der Partei DIE LINKE sind oder ihr nahe stehen,
  • sozialistisch – auch marxistisch – Orientierte innerhalb und außerhalb unserer Partei DIE LINKE, die sich zugleich als Christinnen und Christen verstehen,
  • Mitglieder oder Freundinnen und Freunde der LINKEN, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, aber offen sind für Anliegen, Geschichte, Traditionen, Kultur und Ethos jüdischer, christlicher, muslimischer und weiterer religiösen Bewegungen und mit dort tätigen Linken politisch zusammenarbeiten möchten.

Wir kooperieren mit den christlichen Arbeitsgemeinschaften in den Landesverbänden der LINKEN.

Jeweils am 2. Sonnabend der Monate März, Juni, September und Dezember beraten wir uns ab 10.30 Uhr im Karl-Liebknecht-Haus, 10178 Berlin, Kleine Alexanderstraße 28.

auch mit Altbischof Schönherr und dem ehemaligen Generalsuperintendenten Günter Krusche, haben wir u. a. über folgende Themengebiete gesprochen:

  • Antifaschismus in der DDR und heute; Antijudaismus, Antisemitismus und Antizionismus; Asyl in der Kirche; Bekennende Kirche; Christentum und Marxismus; Christliche Friedenskonferenz; Christlicher Glaube und Feminismus; Ethik im Judentum; Fundamentalismus; Israel heute; Kirchenpolitik der SED; Kirche und Verfassungsschutz; Ökumenischer Rat der Kirchen; Pazifismus; Rationalität – Spiritualität; Religiöser Sozialismus; Soziallehre der Päpste; Dietrich Bonhoeffer; Bertolt Brecht; Helmut Gollwitzer; Rosa Luxemburg; Karl Marx; Albert Schweitzer...
  • Wiederholt berieten wir über Fragen von Parteistatut und Parteiprogramm, über Wahlprogramme, die strategische Orientierung unserer Partei, konkrete Themen von Parteitagen; diskutierten mit Pfarrern, die als Abgeordnete unserer Partei im Bundestag, in Landtagen oder im Europaparlament arbeiten oder gearbeitet haben.

Wir und die Arbeitsgemeinschaften in Landesverbänden unserer Partei haben in Regional- und Basisorganisationen, bei Parteiveranstaltungen sowie publizistisch über unsere Anliegen unterrichtet und viele diesbezügliche Anfragen beantwortet. Ebenso halten wir rege Verbindung mit anderen bundesweiten Arbeitsgemeinschaften.

  • Für Rechte von Minderheiten und Sympathisierenden in der PDS
  • Beachtung der ethischen Relevanz der Problematik von § 218
  • Beschluss des 2. Parteitags zur kritischen Auseinandersetzung mit der Sicherheitspolitik der SED
  • Formulierung im Parteiprogramm, dass die PDS an keine bestimmte Weltanschauung, Ideologie oder Religion gebunden ist
  • Gleichberechtigte Behandlung von Ethik- und Religionsunterricht
  • stärkere Beachtung von Ökologie
  • Aufnahme eines Abschnitts zu Religionsgemeinschaften ins Parteiprogramm.

Wir unterstützten Hilfs- und Solidaritätsaktionen, u. a. für Kuba und für die Rehabilitierung aller Opfer des Kalten Krieges.

Wir bezogen öffentlich Stellung gegen Bombenangriffe der USA und gegen die Angriffe der NATO auf Jugoslawien; für das Gedenken an den 11. September 1973, an dem in Chile die erstmalig begonnene Gestaltung einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaft brutalem Terror zum Opfer fiel.

Ihm gehören jetzt an: Pfarrerin i. R. Ilsegret Fink (federführend), Dr. Friederun Fessen, Norbert Koenig, Werner Schwerdtfeger, Christian Sperling, Dr. theol. habil. Hannelis Schulte († 2016).

Kontakt

AG Christinnen und Christen
Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin
Telefon: +49 30 24009503
ag.christinnenchristen@die-linke.de
www.fa...ok.com/.../agchristenbeiderlinken