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Zur Auflösung der Historischen Kommission der SPD

Erklärung des Sprecherrates und weiterer Mitglieder der Historischen Kommission der Partei DIE LINKE

Laut Medienberichten hat der Parteivorstand der SPD beschlossen, die Historische Kommission der Partei »aus Kostengründen« aufzulösen. Sollten diese Berichte zutreffen, wäre das ein bedauerlicher und in höchstem Maße verantwortungsloser Schritt. In einer Zeit, in der rechtspopulistisches und rechtsextremistisches Denken und Handeln Konjunktur hat und in wachsenden Teilen der Gesellschaft das Geschichtsbild prägt, kommt der geschichtspolitischen und geschichtswissenschaftlichen Arbeit eine ganz besondere Rolle zu. In einer solchen Situation ein bewährtes und durchaus erfolgreiches Gremium wie die Historische Kommission aufzulösen, deren Gründung von einem der großen Vorsitzenden der Partei, Willy Brandt, initiiert wurde, zeugt von einer Geschichtsvergessenheit, die einer traditionsverpflichteten Partei wie der SPD schlecht zu Gesicht steht.

Nicht nur die Tatsache der Auflösung der Historischen Kommission an sich, auch der gewählte Zeitpunkt verstören: Die Entscheidung gegen die Fortsetzung einer eigenen geschichtspolitischen Arbeit des Parteivorstandes der SPD fiel wenige Wochen vor dem ersten einer Reihe von hundertsten Jahrestagen, zu denen von der SPD eine Antwort auf die Frage nach ihrer Rolle und Verantwortung  in der Geschichte erwartet wurde: Novemberrevolution, Ausrufung der Republik und Verabschiedung der Weimarer Verfassung, aber auch der Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Der Gedanke liegt nahe, dass sich die offizielle SPD vor eben dieser Antwort drücken wollte. Es bleibt zu hoffen, dass es innerhalb und außerhalb  der SPD genügend Protest und Widerstand gegen die Auflösung der Historischen Kommission gibt.

Die Historische Kommission der LINKEN würde das ausdrücklich begrüßen, nicht zuletzt, weil es in jüngster Zeit einige bemerkenswerte Ansätze zur Entwicklung informeller Kontakte zwischen beiden Gremien gegeben hat.