Katja Kipping

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2020 erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Rassismus beginnt bereits schleichend im Alltag mit dem Verbreiten von Stereotypen. Er geht weiter über offene und aggressive Ablehnung einzelner Gruppen und kann am Ende tödlich enden. Die rassistischen Morde in Hanau und Halle sind ein trauriger Beleg. Sie zeigen uns, wie schnell aus Worten Taten werden können. Sie ermahnen uns, Rassismus entschlossen entgegenzutreten und ihm stets zu widersprechen.

Das ist im Alltag nicht immer einfach. Es erfordert die Bereitschaft, auch einmal dagegenzuhalten, sei es im Netz, am Stammtisch oder in der Kaffeepause auf Arbeit. Es erfordert den Mut, die Courage all denen zu widersprechen, die Hass und Hetze verbreiten.

Besonders in Krisenzeiten versuchen geistige Brandstifter, mit rassistischen und antisemitischen Stereotypen und Verschwörungstheorien, Hass und Hetze zu verbreiten. Die Coronakrise bildet dabei keine Ausnahme. Rassistische und antisemitische Verschwörungstheorien erleben weltweit eine traurige Renaissance – im Privaten, wie im Politischen.

Wieder droht, dass Minderheiten zu Sündenböcken werden. Dabei ist so einfach: Der Virus kennt keine Herkunft, keine Hautfarbe und kein Geschlecht. Er trifft uns alle, die gesamte Menschheit gleichermaßen.

Dies zeigt, wie wichtig der Internationale Tag gegen Rassismus ist. Wie wichtig es ist, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass Rassismus keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf. Wie wichtig es ist, Alltagsrassismus zu erkennen und ihm die Stirn zu bieten.

Wir alle sind gefordert, uns Rassismus entgegenzustellen, auf der Straße und in den Parlamenten. Gerade Politik und Medien sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Unsere Solidarität muss stets den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen gelten, die von Rassismus und Ausgrenzung betroffen sind. Gemeinsam müssen wir für eine Gesellschaft der Vielen und der Vielfalt kämpfen. Gemeinsam müssen wir dafür einstehen, dass Rassismus und rechte Gewalt gegen Minderheiten nie wieder salonfähig wird.

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