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Christine Buchholz

Gedenken an rassistischen Mord an Marwa El Sherbini

Vor zehn Jahren wurde die muslimische Apothekerin und Sportlerin Marwa El-Sherbini von einem Neonazi und NPD-Anhänger im Dresdner Landgericht erstochen. Christine Buchholz, Mitglied des Geschäftsführenden Parteivorstand und religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag erklärt:

Wir gedenken Marwa El Sherbini. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden. Wir weisen antimuslimischen Rassismus und Ausgrenzung in jeder Form zurück. Ihr Tod steht im Zusammenhang mit dem zunehmenden Hass gegen Muslime in den letzten zwei Jahrzehnten.

In den 2000er Jahren hetzte die NPD bereits gegen den Islam und gegen Muslime, um so am bürgerlichen Mainstream anknüpfen zu können. Denn Politiker aus dem rechten Flügel der CDU hetzten damals gegen eine vermeintliche "Islamisierung Deutschlands". Die CDU brach eine Leitkulturdebatte vom Zaun, Thilo Sarrazin (SPD) veröffentlichte sein Buch, in dem er Rassismus gegen Muslime schürt.

Der Rassismus gegen den Islam ist zum Kernbestandteil der extremen Rechten, der AfD und der rassistischen Pegida-Bewegung geworden, die ihren Ausgangspunkt ebenfalls in Dresden hat. Sie können damit an in der Bevölkerung weit verbreiteten Ressentiments gegen Muslime anknüpfen, wie sie die Autoritarismus-Studie der Universität Leipzig gezeigt hat.

Wer den Aufstieg der extremen Rechten stoppen will, muss sich klar und deutlich gegen antimuslimischen Rassismus stellen.

Marwa El-Sherbini wurde ermordet, weil sie sich gegen einen Rassisten gewehrt hat. Sie zeigte den Mann an, der sie wegen ihres Kopftuchs als "Islamistin", "Terroristin" und "Schlampe" beschimpft hatte. Als sie als Zeugin bei Gericht gegen ihn aussagen sollte, erstach er sie. Ihr Mann überlebte schwer verletzt. Ihr Mann und ihr dreijähriger Sohn mussten zu sehen, wie sie im Gerichtssaal verblutete.

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