Jörg Schindler

25 Jahre Massaker von Srebrenica

Am 11. Juli 1995, vor 25 Jahren, begann das Massaker von Srebrenica. Im Umkreis der bosnischen Stadt wurden mehr als 8.000 bosnische Männer und Jungen im Alter zwischen 13 und 78 Jahren ermordet und in Massengräbern verscharrt. Dazu sagt Jörg Schindler, der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE:

Das Gedenken an die Opfer ist uns eine Mahnung, wie abgründig Ethno-Nationalismus und Rassismus enden können. Dieses Massaker, das die UN zutreffend als Genozid einstufte, war das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Und dieser Genozid passierte nicht etwa spontan. Es ist eines der Kriegsverbrechen, dass im Nachhinein sehr detailliert am Internationalen Menschenrechtsgerichtshof in Den Haag aufgearbeitet wurde. Dadurch wissen wir: Die Taten waren von Soldaten und Paramilitärs geplant. Mord und auch Vergewaltigungen wurden gezielt eingesetzt. Solchen Taten gehen Worte voraus. Ein Genozid wird politisch und in öffentlichen Verlautbarungen vorbereitet. Den Opfern gedenken muss deshalb auch heißen: Widersprechen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechte und Faschisten heute erneut versuchen, mit nationalistischen Erzählungen Gewalt und brutale Unterdrückung zu normalisieren. Stattdessen muss gelten: Wo Menschen leben, haben sie gleiche Rechte, unabhängig von ihrer Nationalität. Denn die Souveränität gehört dem Volk - nicht den Völkern.

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