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DISPUT

Schüttelfrost bei Tropenhitze

Feuilleton

Von Jens Jansen

Der Goldpreis hat an der Börse ein neues Jahreshoch erklommen. Wenn die Reichen und Mächtigen in »dauerhafte Werte« flüchten, dann ist dicke Luft in der Weltarena. Wo kommt die her? Die Hauptströmung kommt aus dem Pentagon der USA und von seinen industriellen Zulieferern. Nun juckt den härtesten Generalen der Finger am Abzug. Drum hat Präsident Trump schon etlichen Staaten den Untergang angedroht: Dem Iran, Nordkorea, Venezuela, Syrien … Und warum? Dort regieren populistisch-absolutistische Herrscher – wie in etlichen NATO-Staaten auch. Die beten andere Götter an – wie auch Mister Trump. Und die haben eine kritische Haltung zu der erpresserischen Außen-, Handels- und Militärpolitik der USA, die von einigen Hauptverbündeten in der NATO unterstützt wird.
Zwar quälen und ruinieren die Exportsperren, Ölpreise und Zolltreibereien
die eigenen Betriebe und deren Zukunftschancen, denn die angefeindeten Staaten lernen schnell, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Aber das kümmert den »Rat der Götter« im Weißen Haus wenig. Er wittert die Chance zu einem erneuten Golfkrieg. Wie soll das gehen? Na, wie immer: In ausgetüftelten Eskalationsstufen wird der Gegner verteufelt. Die Spannung steigt. Die Truppen gehen in Stellung. Dann muss nur noch ein Funke her. Der Geheimdienst hat das zu organisieren. Video-Beweis ist nützlich! Kleindarsteller sind käuflich …

Winken Sie nicht ab, liebe Leser: In Korea reichten fremde Flugobjekte. In der Tonking-Bucht reichte damals eine Blasenspur, um einen Torpedo-Angriff aus Nordvietnam gegen einen US-Zerstörer anzuprangern. Schon begann der Vietnam-Krieg. Für den Irak-Krieg reichten Fotos von Garagendächern und die Behauptung, dass Hussein dort Giftgas produziert. Was nie gefunden wurde.
Und für die zwei blutigen Weltkriege des vorigen Jahrhunderts genügte dem deutschen Kaiser ein Pistolenschuss auf den Erzherzog Franz Ferdinand und dem Herrn Hitler, dass ein paar Nazis in polnischer Uniform einen Aufruf im Sender Gleiwitz verkündeten. Man kann nicht mehr lächeln bei so viel primitiver Kaltschnäuzigkeit. Aber man muss umso nachdrücklicher fragen: Wem nutzt das? Wer steckt dahinter? Wie wird das Blut der Schlachtfelder zum Gold in den Tresoren? Im jüngsten Fall war auf zwei Tankschiffen im Golf von Oman Feuer ausgebrochen. Manche Matrosen hatten vorher ein Flugzeug gesehen. Andere filmten, wie ein Boot mit fremder Flagge eine Haftmine von der Bordwand abnahm. War das die Feuerwehr oder der Brandstifter? Es waren doch reichlich US-Truppen in der Nähe: Flugzeugträger, Bomber, Landungstruppen, Drohnen mit Kamera und Waffen. Aber keiner weiß genau, was da passiert? Nur Trump und sein Geheimdienst? Das ist doch unheimlich! Jetzt fehlt eine neutrale Untersuchungskommission! 


Mich überkam übrigens das Gruseln als ich las, dass die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland durch die Millionenflucht in 30 »Befreiungsjahren« auf das Niveau von 1905 gesunken ist. Damals hatte der deutsche Kaiser noch eine große Sehnsucht nach einem »Platz an der Sonne«, zum Beispiel in seinen afrikanischen Kolonien. Nun haben die »Wende-Kanzler« die fünf ostdeutschen Provinzen zu einem riesigen Erholungsgebiet gemacht – ohne Stahlwerke, Schwermaschinenbau, Kohlegruben und ohne lästige Leute! Aber die Regierenden geloben Besserung.
Bloß schade, dass außer der GroKo auch DIE LINKE so viele Wähler verloren hat – ausgerechnet jetzt, wo alle gesellschaftlichen Verhältnisse ins Tanzen kommen! Muss man bei solchen Nachrichten nicht Schüttelfrost trotz Tropenhitze kriegen?

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