Katja Kipping und Bernd Riexinger

Nicht nur am Frauentag: LINKE fordert Arbeitszeitverkürzung

Die Frauenbewegung hat viel erreicht. Dennoch zeigt ein Gutachten für den zweiten Gleichstellungsbericht die ungerechte Verteilung der Tätigkeiten zwischen den Geschlechtern: Frauen leisten täglich 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Sie kümmern sich um die Kindererziehung, um die Pflege von Angehörigen, um die Hausarbeit oder engagieren sich ehrenamtlich. Dazu erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bleibt noch viel zu tun. Dazu gehört, Erwerbsarbeit und die unbezahlte Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen gerecht zwischen den Geschlechtern zu verteilen. Die Zeit mit den Kindern oder im Ehrenamt ist nicht allein anstrengend, sondern oft wunderschön. Daran sollten alle Menschen gleich viel Anteil habe. Dass diese Arbeiten in unserer Gesellschaft immer noch weniger wert sind, zeigt sich in der schlechten Entlohnung in Erziehungs- und Pflegeberufen. Hier arbeiten vor allem Frauen. Frauen arbeiten zudem häufiger in Teilzeit. Die Folge ist, dass Frauen oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen stecken.

Für eine Umverteilung der Tätigkeiten zwischen den Geschlechtern brauchen wir eine flexiblere und kürzere Normalarbeitszeit, die um die 30-Stunden-Woche kreist. DIE LINKE kämpft für eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und notwendigem Personalausgleich. Dafür müssen wir streiten. Jeden Tag - nicht nur am Frauentag. 

Auch im Krankenhaus zeigt sich: Wo vor allem Frauen arbeiten, da sind die Arbeitsbedingungen schlecht und die Löhne niedrig. Über 85 Prozent aller Pflegekräfte sind weiblich. Deswegen zeigt sich DIE LINKE am Internationalen Frauentag besonders solidarisch mit den Pflegekräften, die für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen streiten, erklärt der Parteivorsitzende der LINKEN, Bernd Riexinger.

Wer wichtige und verantwortungsvolle Tätigkeiten mit Menschen ausübt, der hat eine bessere Behandlung verdient – genau wie die Patientinnen und Patienten. Deswegen machen wir am Internationalen Frauentag im Rahmen unserer Kampagne „Das muss drin sein“ unter dem Motto „Nicht nur am Frauentag: Pflegearbeit ist mehr wert“ auf unsere Forderung nach einer Aufwertung der Pflegeberufe und 100 000 zusätzlichen Pflegekräften aufmerksam. Hier in Berlin - vor unserer Bundesgeschäftsstelle, am Alexanderplatz und vor dem Klinikum am Friedrichshain - und an zahlreichen anderen Orten im Land.